Köln: Nicht verstecken, Präsenz zeigen, Verantwortung übernehmen

Stöger: "Fehler sind das Normalste der Welt"

"Wer gar nichts macht, wird auf jeden Fall bestraft": Kölns Trainer Peter Stöger.

"Wer gar nichts macht, wird auf jeden Fall bestraft": Kölns Trainer Peter Stöger. imago

Stögers Kernaussage: "Fehler sind das Normalste von der Welt. Nur bei Menschen, die sich keiner Verantwortung stellen, ist die Chance groß, keine Fehler zu machen. Aber die werden nach meiner Überzeugung auch weniger erfolgreich sein. Fußball lebt von Fehlern. Manchmal hat das, was gelungen ist, mit Deiner Qualität zu tun, aber oft entscheiden Fehler ein Spiel. Unser Zugang ist, den Jungs klar zu machen, dass sie Verantwortung übernehmen. Das beinhaltet, dass man auch mal etwas falsch macht. Aber wer gar nichts macht, wird auf jeden Fall bestraft. Nicht jede Entscheidung kann eine richtige Entscheidung sein."

Damit ist klar, was Özcans Chef von ihm erwartet: Nicht verstecken, Präsenz zeigen, Verantwortung übernehmen. Fehler sind erlaubt, sie werden analysiert. Stöger: "Man muss sehen, dass man diese aufarbeitet. Man muss sich fragen: Ist da ein Muster dahinter? Ist es ein immer wiederkehrender Fehler? Dann hat man die Chance, ihn zu korrigieren. Ist es ein Fehler, der aus einer Situation entstanden ist? Dann bespricht man das kurz, dann ist jedem klar: Ich habe falsch reagiert. So versuchen wir das rauszuarbeiten. Es gibt individuelle Fehler. Es gibt Fehler, die auf falschen Einschätzungen vom Trainer beruhen, was der Gegner bringt. Am Anfang unserer Trainingswoche besprechen wir das. Ich versuche, das kurz und bündig zu machen, denn in vielen Fällen ist ohnehin jedem klar, was nicht so gut funktioniert hat. Und dann fokussieren wir uns auf die nächste Aufgabe."

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Stöger: "Wir glauben nicht, immer alles richtig zu machen"

Stöger sieht umgekehrt auch kein Problem darin, eigene Fehleinschätzungen anzusprechen, befürchtet keinen Autoritätsverlust: "Nein, überhaupt nicht. Ich gebe ja auch der Mannschaft mit, dass im Spiel Fehler erlaubt sind. Das gibt auch uns im Trainerteam die Basis, offen darüber zu sprechen, wenn wir mal danebengegriffen haben. Die Spieler verstehen das. Das ist bei uns intern gar kein großes Thema. Die Spieler kennen uns Trainer inzwischen schon lange genug um zu wissen, dass wir nicht glauben, immer alles richtig zu machen."

Als Beispiel nennt er bei "one" die Vorbereitung auf das Spiel gegen den Hamburger SV: "Wenn ich der Mannschaft etwa mit einer Spielidee oder einer Personalentscheidung keinen Gefallen getan habe, finde ich es auch richtig zu sagen: Sorry, das war meine Fehleinschätzung. Das wäre ja auch ungerecht den Spielern gegenüber, die sich vielleicht nur an ihre Positionsanweisung gehalten haben und daher nicht ins Spiel gekommen sind. Etwa beim Spiel gegen Hamburg - da hatten wir vorher falsch eingeschätzt, wie der HSV das Spiel eröffnen würde - also seinen Spielaufbau gestalten würde. Das wurde dann ganz schwer für die Jungs. Zum Glück ging es mit einem 0:0 in die Pause. Da konnten wir reagieren und die Mannschaft mit einer besseren Spielidee in die zweite Hälfte schicken." Am Ende stand es 3:0 für die Kölner.

Frank Lußem