Darmstadt: Erstes Spiel des Publikumslieblings seit Februar

Stroh-Engel: "Ich habe nie die beleidigte Leberwurst gespielt"

Florian Jungwirth, Dominik Stroh Engel (r.)

Erster Bundesliga-Einsatz seit Februar: Dominik Stroh-Engel (r.) in Gelsenkirchen. imago

Auf den Spieltagspressekonferenzen wird die Frage in schöner Regelmäßigkeit gestellt: "Wann spielt Stroh-Engel wieder?" Es ist ein Indiz dafür, welche Wertschätzung der 31-Jährige am Böllenfalltor genießt, auch wenn er schon in der vergangenen Saison unter Dirk Schuster zum Edelreservisten mutierte. 2015/16 machte er 15 Spiele, davon weniger als die Hälfte von Anfang an. Wie wertvoll er in den vergangenen dreieinhalb Jahren für den Verein war, dokumentiert eine andere Statistik: 83 Spiele, 36 Tore und 13 Vorlagen trug Stroh-Engel zum sensationellen Aufstieg der Lilien bei, die Einsätze und Treffer betreffen die 2. und 3. Liga. Im Oberhaus ist der Spieler nach wie vor ohne Tor.

Spielbericht

Spielersteckbrief Stroh-Engel

Stroh-Engel Dominik

Trainersteckbrief Meier

Meier Norbert

"Ich gebe immer alles und kämpfe für den Verein", sagte der in der Öffentlichkeit wortkarge Stroh-Engel Anfang November beim Lilien-Talk des Darmstädter Echo. Diesen kann Norbert Meier nur bestätigen. Vor der Partie gegen Ingolstadt (0:1) suchte der Trainer das Gespräch mit seiner Nummer 9: "Ich habe ihm gesagt, wie er sich verhält im Kreise der Mannschaft, das ist absolut vorbildlich. Ich finde darüber hinaus, dass er auch leistungsmäßig herangerückt ist. Als wir begannen, war er körperlich in keinem guten Zustand."

Meiers Statement hätte dazu dienen können, den altgedienten Angreifer ein wenig ins Schaufenster zu stellen. Schließlich hatte Darmstadt im Sommer vergeblich versucht, Stroh-Engel (Vertrag bis 2017) zu einem vorzeitigen Wechsel zu bewegen und die Winter-Transferperiode ist schließlich nicht mehr fern. Doch wer das vermutete, wurde auf Schalke eines Besseren belehrt. Obwohl Stroh-Engel wegen einer Kniereizung in der Woche davor nicht alle Trainingseinheiten mitmachen konnte, wechselte ihn Meier ein. "Es freut mich, jetzt besser Fuß gefasst zu haben, und ich bin dankbar dafür. Ich habe auch vorher nie die beleidigte Leberwurst gespielt, sondern immer gesagt, dass ich voll da bin, wenn ich gebraucht werde. Jeder kann sich auf mich verlassen", sagt der Spieler.

Michael Ebert