Gute Chancen für Mayoral und Schäfer - Draxler pausiert

Hertha vor der Brust: Was plant Ismael?

Valerien Ismael

"Es gibt viele Möglichkeiten": VfL-Coach Valerien Ismael hält sich alle Optionen offen. imago

Personelle Wechsel? Ein anderes System? "Ich lasse mir alles offen", sagt Valerien Ismael, "es gibt viele Möglichkeiten, wir denken an ein paar Dinge, die wir drehen können." Zeit, dass sich was dreht in Wolfsburg. Nach dem Ingolstadt-Spiel, das weniger vom Ergebnis (1:1) als von dem Auftreten des VfL ein Debakel war, hatte der Coach lediglich vier Spieler positiv hervorgehoben. Die drei eingewechselten Borja Mayoral, Daniel Caligiuri und Marcel Schäfer sowie Torwart und Kapitän Diego Benaglio, der seine Mannschaft vor einer Blamage beim Tabellenvorletzten bewahrte.

Ansonsten aber ist der Ton beim VfL schärfer geworden, Ismael kündigt personelle Konsequenzen an. "Wir haben die Dinge intern klar angesprochen." Sehr wahrscheinlich ist, dass Daniel Didavi, der immer wieder mit Knieproblemen zu kämpfen hat, aktuell nur als Joker infrage kommt. "Wir hatten zwei Varianten: Entweder reinkommen oder von Anfang an", erklärt Ismael. "Jetzt haben wir beide Varianten getestet und ein Bild bekommen." In Ingolstadt, als Didavi sein Startelf-Comeback feierte, war nach 45 Minuten Schluss. "Man hat gesehen", sagt der Trainer, "es fehlt was."

Premiere für Gomez & Mayoral?

Weitere Wackelkandidaten: Auch Maximilian Arnold, gegen Ingolstadt ebenfalls blass, muss um seinen Platz bangen, ebenso Yannick Gerhardt, der auch einem Systemwechsel zum Opfer fallen könnte. Stellt Ismael gegen Berlin auf ein 3-5-2 um, dürfte der gelobte Routinier Schäfer auf der linken Außenbahn den Zuschlag erhalten. Und im Sturm könnte das "spanische Duo" Mario Gomez und Borja Mayoral seine Startelf-Premiere feiern. Gomez ist ohnehin gesetzt, Mayoral nutzte als Einwechselspieler seine Chance in Ingolstadt.

Draxler setzt aus

Ismael: "Er hat gute Chancen, er hat ein starkes Signal gesendet." Das ging von Julian Draxler weniger aus, zuletzt klang der Trainer jedoch eher so, als erhalte der Nationalspieler eine weitere (letzte?) Bewährungschance. Ismael: "Er muss eine deutliche Leistungssteigerung zeigen." Allerdings: Am Mittwoch setzte Draxler wegen Adduktorenproblemen aus, soll am Donnerstag aber wieder mit dem Team trainieren.

Das Team, das, so Ismael, "endlich den Bock umstoßen soll". Trotz der zum Teil desaströsen Leistungen, der katastrophalen Heimbilanz (zwei Punkte aus sechs Spielen), "dürfen wir nicht anfangen, Angst zu haben". Mutig sein, mehr Zug entwickeln in der Offensive, das wünscht sich der Trainer. "Wir sind jetzt im Abstiegskampf", betont er noch einmal. Entsprechend müsse seine Mannschaft am Samstag "einen Fight abliefern". Es wäre mal an der Zeit...

Thomas Hiete