Bremer Abwehrspieler trifft auf Ex-Verein Ingolstadt

Bauer vor dem Wiedersehen: Locker und topfit

Robert Bauer

Will gegen Ingolstadt "unsere individuelle Klasse ausspielen": Bremens Robert Bauer. picture alliance

"Bei Ingolstadt war vielleicht klar, dass es im zweiten Bundesligajahr und nach dem Trainerwechsel schwieriger wird. Aber wir haben mehr Möglichkeiten und hatten das Ziel, nichts mit dem Abstiegskampf zu tun zu haben." Doch am Samstag geht es für die Grün-Weißen darum, nicht auf Rang 17 abzurutschen, während die "Schanzer" genau diesen Platz verlassen wollen. Bauer warnt vor einem kampfstarken Gegner im Aufwind, betont aber zugleich: "Wir haben die größere individuelle Qualität - und den Anspruch, zu gewinnen."

Den FCI sieht der 21-Jährige nach dem Trainerwechsel von Markus Kauczinski zu Maik Walpurgis indes auf dem Weg zu alter Klasse: "Sie spielen wieder so ähnlich wie in der vergangenen Saison, werden sich auch gegen uns sicher nicht hintenreinstellen, sondern aggressiv pressen. Wir dürfen uns möglichst keine Ballverluste in der eigenen Hälfte erlauben, darauf lauern sie." Bauers Rezept: "Über den Kampf ins Spiel kommen - und dann unsere individuelle Klasse ausspielen."

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Er würde lügen, sagt Bauer, wenn er im Vorfeld nicht von einer ganz besonderen Partie spräche. Das allerdings weniger wegen der brisanten Tabellenkonstellation ("Wir sind immer noch relativ früh in der Saison, da kommen noch ganz andere Spiele") als wegen seiner persönlichen Verbindungen zum Gegner: "Ich habe in Ingolstadt viele positive Erfahrungen gemacht und immer noch viele Kumpels dort." Ein Besuch der Gästekabine ist daher fest eingeplant - freilich erst "nach dem Abpfiff", so Bauer.

Entscheidend ist für mich, das Thema Abstiegskampf nicht so sehr an sich ranzulassen. Das kann einen sonst blockieren.

Robert Bauer

Auf dem Feld gelte die volle Konzentration selbstredend dem SV Werder, sagt der Olympia-Fahrer, der zuversichtlich ist, seinen vorm Nordderby gegen Hamburg wieder erkämpften Startplatz behalten zu dürfen: "Wir haben das Spiel analysiert, das Trainerteam war zufrieden mit mir. Dass es noch besser geht, ist trotzdem klar." Speziell bezieht sich das auf Bauers Verhalten beim zweiten Gegentor in Hamburg, als er sich beim Einrücken als Rechtsverteidiger nicht lehrbuchmäßig zum Torschützen Gregoritsch orientierte, sondern auf eine Flanke zum schlechter postierten Kostic in seinem Rücken spekulierte. "Da habe ich die falsche Entscheidung getroffen", gibt Bauer erfrischend aufrichtig zu. Zugleich bildete er damit aber auch nur das letzte Glied einer längeren Bremer Fehlerkette.

Bauer gibt sich locker

Generell konnte Bauer in den Duellen mit Hamburgs Rekordeinkauf Kostic durchaus passabel gegenhalten, so dass eine weitere Bewährungschance gegen Ingolstadt folgerichtig wäre. Die sportliche Gesamtsituation versucht er dabei bewusst auszublenden, um sich die nötige Lockerheit zu erhalten: "Entscheidend ist für mich, das Thema Abstiegskampf nicht so sehr an sich ranzulassen. Das kann einen sonst blockieren. Wir haben trotz allem einen privilegierten Job und sollten positiv bleiben."

Fitnessdiskussion? "Für mich kein Thema"

Dazu passt, dass er sich von der aktuellen Fitnessdiskussion bei Werder nicht betroffen fühlt, zumal er die Vorbereitung bekanntlich noch nicht an der Weser absolvierte: "Für mich persönlich ist das kein Thema. Bei Olympia waren diejenigen, die wie ich nicht so viel gespielt haben, für sich selbst verantwortlich. Ich habe da viele Läufe mit dem Athletiktrainer gemacht und fühle mich jetzt sogar ein Stück weit fitter als letztes Jahr." Das sollen nun möglichst auch die alten Kameraden zu spüren bekommen.

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