3. Liga

Derby Magdeburg gegen Halle ohne Zuschauer!

Wegen Statikproblemen im Magdeburger Stadion

Derby Magdeburg gegen Halle ohne Zuschauer!

Magdeburger Stadion

Das Magdeburger Stadion muss im Derby gegen Halle leer bleiben. imago

Wie der 1. FCM mittlerweile auf seiner Website bestätigte, hat die Stadt Magdeburg am Mittwoch der 1. FC Magdeburg Stadion- und Sportmarketing GmbH "eine Nutzungsuntersagungsverfügung der Tribünen in allen Blöcken der MDCC-Arena für das kommende Heimspiel in der 3. Liga gegen den Halleschen FC zugestellt. Diese beinhaltet, dass sich in den Blöcken bzw. auf den Tribünen während des Fußballspiels keine Zuschauer aufhalten dürfen."

"Wir haben uns dazu entschlossen, das Spiel gegen den Halleschen FC am Samstag ohne Fans auszutragen", verkündete FCM-Manager Mario Kallnik am Donnerstag während einer Pressekonferenz.

3. Liga - 16. Spieltag
3. Liga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
MSV Duisburg
28
2
VfL Osnabrück
28
3
Chemnitzer FC
26
1. FC Magdeburg - Vereinsdaten

Gründungsdatum

22.12.1965

Vereinsfarben

Blau-Weiß

Hallescher FC - Vereinsdaten

Gründungsdatum

26.01.1966

Vereinsfarben

Rot-Weiß

Bereits am Mittwoch waren die Probleme im Magdeburger Stadion publik geworden , nachdem eine baudynamische Untersuchung in der Partie gegen Hansa Rostock (1:1) dramatische Zahlen ans Licht brachte. Wenn die FCM-Fans auf der Nordtribüne hüpfen, entstehen demnach Schwingungen, die eine Gefahr für das Bauwerk sowie für die Zuschauer darstellen, da die "Panikgrenze" teils deutlich überschritten werde. Die Stadt Magdeburg hatte zunächst an die FCM-Fans appelliert, ein "striktes Hüpfverbot" einzuhalten.

"Die Durchführung der Heimspiele des 1. FC Magdeburg in der MDCC-Arena sind nur unter Gewährleistung der Sicherheit für die anwesenden Fans und Zuschauer möglich - dies genießt oberste Priorität für alle Vereinsverantwortlichen. Hüpfen ist seit jeher Teil der mannigfaltigen Fankultur von allen blau-weißen Anhängern. Es ist derzeit, auch aufgrund des ausstehenden schriftlichen Gutachtens des untersuchenden Ingenieurbüros unklar, wie sich das Hüpfen im Detail auf den baulichen Zustand aller Bereiche der MDCC-Arena auswirkt. Die Maßnahme ein generelles Hüpfverbot in den Blöcken bzw. auf den Tribünen auszusprechen, ist für ein Heimspiel mit tausenden Fans bzw. Zuschauern nicht umsetzbar", wird FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik auf der Vereins-Website zitiert.

Verlegung nicht möglich - Fragen nach zukünftigen Heimspielen

Der 1. FCM hat sich in Gesprächen mit allen Verantwortlichen um eine Verlegung der Partie bemüht, dies sei aber "Unter anderem auf Grund der Regularien" nicht möglich gewesen. Deshalb sah sich der Verein letzten Endes "aufgrund der Nutzungsuntersagungsverfügung und der gegebenen Faktenlage gezwungen", die Partie unter Ausschluss der Öffentlichkeit auszutragen. Der 1. FCM hat den DFB über diesen Umstand informiert.

Wie es mit nun weitergeht, steht noch nicht fest. Der Verein wolle erst zu einer "lückenlosen Bewertung der Situation und der daraus resultierenden Folgen" kommen. Deshalb kann der Verein zum jetzigen Zeitpunkt keine Auskünfte geben, was zum Beispiel mit den erworbenen Tickets geschieht. Auch für die weiteren Heimspiele des 1. FC Magdeburg kann noch keine Aussage getroffen werden. Denn solange die endgültigen Ergebnisse des baudynamischen Gutachtens, das das beauftragte Ingenieurbüro anhand der vorgenommenen Messungen am 14. Spieltag gegen Rostock erstellen wird, noch nicht vorliegen, sind bauliche Maßnahmen an der MDCC-Arena nicht möglich.

Der Ausschluss der Öffentlichkeit trifft den 1. FC Magdeburg unvorbereitet und jäh. "Die aus dem Ausschluss resultierende fehlende Unterstützung der Anhänger ist für Fans, Wirtschaftspartner, Mannschaft, Offizielle und damit für die gesamte FCM-Familie ein nur schwer greifbarer und unerträglicher Zustand", heißt es auf der Website.

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper kritisiert den Verein

In einer ersten Reaktion hat der Oberbürgermeister der Stadt Magdeburg, die Entscheidung des Vereins kritisiert. "Ich halte die Entscheidung des Klubs für grundlegend falsch", wird Lutz Trümper in der "Volksstimme" (Online-Ausgabe) zitiert. In zwei Telefonaten habe er versucht, Kallnik umzustimmen. "Das ist keine Lösung. Der Verein gefährdet seine Existenz, wenn er ab jetzt ohne Zuschauer spielt", so Trümper weiter.

jer