Europa League

"Als großen Trainer für mich entdeckt": Balotelli adelt Favre

Ehemaliger Gladbach-Coach in Frankreich gefeiert

"Als großen Trainer für mich entdeckt": Balotelli adelt Favre

"Er weiß, wie man die Umkleidekabine managt": Mario Balotelli (r.) ist voll des Lobes für Lucien Favre.

"Er weiß, wie man die Umkleidekabine managt": Mario Balotelli (r.) ist voll des Lobes für Lucien Favre. imago

Während Nizza in der Europa League nach jedem Strohhalm greift, ist der FC Schalke 04 bereits für die K.-o.-Phase qualifiziert. Kein Vorteil für die Franzosen, sagt zumindest Coach Favre. "Schalke hat zwei gute Mannschaften. Die Spieler, die auf dem Platz stehen, werden hochmotiviert sein", weiß der ehemalige Bundesliga-Trainer um die Gefahr der königsblauen Rotation. Keine Ausrede: Nizza hat als Schlusslicht der Gruppe I nur bei einem Sieg auf Schalke noch realistische Chancen auf ein Weiterkommen und muss zudem auf einen Fehltritt des Zweiten FK Krasnodar gegen RB Salzburg hoffen. "Wir kennen die Ausgangslage. Und es hängt nicht nur von uns ab", dämpfte Favre allzu hohe Erwartungen.

Für den Schweizer wird es fraglos ein besonderes Gastspiel in Deutschland - das gilt auch für Younes Belhanda. Der Marokkaner stand von Januar bis Juni dieses Jahres bei S04 unter Vertrag (15 Ligaspiele, zwei Tore, eine Vorlage) und sagte vor seiner Rückkehr: "Ich hatte das Glück, ein halbes Jahr hier zu spielen und wäre gern noch länger geblieben." Zu Eric Maxim Choupo-Moting und Franco di Santo pflege Belhanda gelegentlich noch Kontakt.

Spielersteckbrief Bodmer

Bodmer Mathieu

Spielersteckbrief Balotelli

Balotelli Mario

Spielersteckbrief Belhanda

Belhanda Younes

Europa League - Gruppenphase, 5. Spieltag
Europa League - Tabelle - Gruppe I
Pl. Verein Punkte
1
FC Schalke 04
15
2
FK Krasnodar
7
3
RB Salzburg
4
FC Schalke 04 - Die letzten Spiele
Münster (H)
2
:
0
Gladbach (H)
2
:
0
OGC Nizza - Die letzten Spiele
Red Star (H)
2
:
1
Angers (A)
1
:
1

Balotelli blüht auf - dank Favre

Auch wenn ihm Schalke im Kopf blieb, fühlt sich Belhanda in Nizza wohl. Das gilt auch für den restlichen Kader, der beim Thema Favre nur so ins Schwärmen gerät. Balotelli etwa, der auf Schalke wegen einer Wadenverletzung fehlt, erklärte jüngst: "Favre habe ich für mich als ganz großen Trainer entdeckt. Er ist nicht nur im taktischen Bereich sehr gut, sondern weiß, wie man die Umkleidekabine managt." Das schlägt sich auch in Balotellis Leistung nieder, mit sieben Toren in neun Pflichtspielen ist der Italiener einer der Hauptverantwortlichen für den Höhenflug des Außenseiters.

Er ist für uns mehr Professor als Trainer. Er bringt uns sehr viel bei.

Wylan Cyprien über Lucien Favre

Das Formhoch des aktuellen Tabellenführers machen die OGC-Profis allen voran am Trainer fest. "Das macht unter Favre Riesenspaß. Er ist sehr warmherzig, das habe ich bei anderen nicht gesehen. Und er lässt uns Freiheiten auf dem Feld. Wir sollen spielen, Tore schießen", schwärmt Belhanda. Der junge Newcomer Wylan Cyprien fand seine ganz eigenen Worte für den Schweizer: "Er ist für uns mehr Professor als Trainer. Er bringt uns sehr viel bei."

"Favre sorgt nicht nur für Superstimmung"

"Eine Meisterschaft dauert sehr lange": OGC-Coach Lucien Favre dämpft die Euphorie.

"Eine Meisterschaft dauert sehr lange": OGC-Coach Lucien Favre dämpft die Euphorie. imago

Favre hat es mit seiner Leistung sogar geschafft, der Diskussion um die angeblich zu hohe Zahl ausländischer Trainer in Frankreich Wind aus den Segeln zu nehmen. "Wenn man sieht, wie gut unser Trainer arbeitet, muss man über diese Diskussion schon lächeln", erklärte Abwehrroutinier Mathieu Bodmer. Der 33-Jährige betonte: "Favre sorgt nicht nur für Superstimmung. Er studiert jeden Gegner, kennt unsere Stärken und Schwächen. Wir sind immer sehr gut auf jedes Spiel vorbereitet."

In der Europa League dürfte es schwer werden, noch für Schlagzeilen zu sorgen. Bei einem Aus könnte sich der Spitzenreiter der Ligue 1 aber zumindest noch mehr auf die Liga konzentrieren. Die Fans in der Hafenstadt träumen längst vom ganz großen Wurf. "Eine Meisterschaft dauert sehr lange", warnte Favre allerdings vor zu viel Euphorie. Man sei bisher nur gut in die Saison gestartet, "nicht mehr". Ob er zu bescheiden sei, wurde der Coach gefragt. Die Antwort: "Wieso sollte ich anders sein?" Einer der Gründe, warum sie ihn auch in Frankreich schon jetzt verehren.

msc

Balotelli, Dante, Favre: Nizza im Höhenflug