Schoppenhauer beim Gastspiel in Nürnberg vor Comeback

Hollerbach: "Der Club ist in Franken schon ewig die Nummer eins"

Bernd Hollerbach

Gastiert mit seinen Würzburgern am Freitag in Nürnberg: Trainer Bernd Hollerbach. imago

Bernd Hollerbach ist ein Meister darin. Bewusst preist er den Gegner in höchsten Tönen - und nimmt damit seine eigene Mannschaft aus dem Fokus. Auch am Mittwoch vor dem fränkischen Duell mit dem Club (Freitag, 18.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) war ihm daran gelegen. Also sang der Trainer der Würzburger Kickers vor den Medien ein regelrechtes Loblied auf Nürnberg. Hollerbach sagte Sätze wie: "Der Club ist in Franken schon ewig die Nummer eins." Und: "Die Favoritenrolle könnte nicht eindeutiger sein." Oder: "Wir können uns nicht mit Nürnberg vergleichen."

Unbegründet sind Hollerbachs Aussagen freilich nicht. Nürnberg ist die Mannschaft der Stunde im Unterhaus, hat seit sechs Spieltagen nicht mehr verloren und fünf dieser Partien gewonnen. "Es war klar, dass der Club kommt", sagt Hollerbach, "ich habe schon vor der Saison gesagt, dass sie für mich der Top-Aufstiegsfavorit sind. Sie sind von den Möglichkeiten her eine Erstliga-Mannschaft - wenn nicht sogar eine internationale."

2. Bundesliga - 13. Spieltag
2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Eintracht Braunschweig
27
2
VfB Stuttgart
26
3
Hannover 96
24
1. FC Nürnberg - Die letzten Spiele
Bielefeld (H)
1
:
5
Bochum (A)
3
:
1
Würzburger Kickers - Die letzten Spiele
Heidenheim (A)
3
:
2
Chemnitz (A)
0
:
0

Dass seine Würzburger aber ohne Unterlass die Liga aufmischen und derzeit zwei Punkte mehr haben als der FCN, würdigte Hollerbach nur mit dem Satz, dass "wir uns bisher nicht so schlecht geschlagen" haben - freilich mit dem Zusatz: "Als kleine Franken." Und im Sport habe man "immer eine Chance", ergänzte er immerhin verhalten optimistisch, und kündigte an: "Wir wollen mutig nach vorne spielen und unser Spiel durchdrücken."

Sie sind von den Möglichkeiten her eine Erstliga-Mannschaft - wenn nicht sogar eine internationale.

Bernd Hollerbach über den 1. FC Nürnberg

Seine Kickers haben bereits die Hälfte der anvisierten 40 Punkte gesammelt - fünf Spieltage vor dem Jahreswechsel. Vor der Länderspielpause bewiesen die Rothosen, dass sie auch mit Negativtrends umzugehen wissen. Nach drei Pflichtspielniederlagen in Folge - erstmals in Hollerbachs Amtszeit seit 2014 - rangen sie den FC St. Pauli vollauf verdient mit 1:0 nieder (wenngleich das Siegtor aus einem Eigentor resultierte). Würzburg kann also durchaus selbstbewusst nach Nürnberg fahren.

Schoppenhauer? "Es sieht gut aus"

Ob auch Clemens Schoppenhauer mit von der Partie ist, ist noch ungewiss. Der Innenverteidiger verpasste das Spiel gegen St. Pauli wegen einer Innenbanddehnung, ist aber zurück auf dem Trainingsplatz. "Wir entscheiden kurzfristig, ob es langt", sagte Hollerbach am Mittwoch - und fügte vielsagend hinzu: "Er hat sich sehr nach vorne gearbeitet. Es sieht gut aus."

lei