Was VfL-Coach Ismael vom Nationalspieler fordert

Debütant Gerhardt: Wolfsburgs Nummer 16

Yannick Gerhardt

Über 90 Minuten gegen Italien im Einsatz: Nationalelf-Debütant Yannick Gerhardt. Getty Images

Zoltan Sebescen hat den Anfang gemacht. Am 23. Februar 2000 absolvierte der damalige VfL-Profi als erster Wolfsburger ein Spiel für die deutsche A-Nationalmannschaft. Es blieb für den heute 41-Jährigen jedoch auch der einzige Auftritt, der beim 1:2 gegen die Niederlande zudem alles andere als glücklich verlief. Sebescen folgten zunächst 14 weitere VfL-Akteure (Rau, Brdaric, Hanke, Madlung, Schäfer, Gentner, Friedrich, Riether, Träsch, Arnold, Schürrle, Kruse, Draxler, Gomez), die für den viermaligen Weltmeister das Trikot überstreiften. Seit Dienstag ist Gerhardt nun Wolfsburgs Nationalspieler Nummer 16.

Sehr zur Freude seines Klubs und seines Trainers. Valerien Ismael versetzte Gerhardt in den vergangenen Wochen auf die Position des Linksverteidigers, die der Ex-Kölner auch in der deutschen U21 bekleidet. "Für uns ist das eine Bestätigung, dass Yannick auf einem sehr guten Weg ist und sich bei uns als Linksverteidiger etabliert", ist der Coach zufrieden. Seine Forderung an den Neu-Nationalspieler: "Jetzt liegt es an ihm, seine Leistungen auf diesem Niveau abzurufen."

In Wolfsburg hat sich Ismael erst einmal festgelegt auf den Linksverteidiger Gerhardt, der ursprünglich im defensiven Mittelfeld eingeplant war. "Er kann verschiedene Positionen spielen", hebt der VfL-Trainer zugleich die Flexibilität des 13-Millionen-Euro-Neuzugangs vom 1. FC Köln hervor. "Er fühlt sich sehr wohl, wenn er aus der Tiefe kommt. Seine Laufwege macht er sehr gut, auch wenn er auf der Sechs oder Acht gespielt hat." Nun soll es für Gerhardt nach schwerem Start in Wolfsburg auf links laufen. "Ich glaube", so Ismael, "dass er dort gut aufgehoben ist, wenn er aus der Tiefe kommt, flanken kann und mit seiner Dynamik den Unterschied machen kann. Taktisch ist er sehr gut ausgebildet." Das sieht Bundestrainer Joachim Löw nicht anders. Im deutschen 3-4-2-1-System spielte Gerhardt 90 Minuten lang auf der linken Außenbahn. Sein Anfang in der Nationalelf ist gemacht. Und gelungen.

Thomas Hiete

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