Für den Italien-Coach ist das Ergebnis nur sekundär

Italien-Coach Ventura: Wenig Lust auf DFB-Test

Giampiero Ventura

Hätte gut und gerne auf den Klassiker gegen Deutschland verzichten können: Italiens Coach Giampiero Ventura. Getty Images

Italiens Nationalcoach Giampiero Ventura wäre dem Weltmeister gerne aus dem Weg gegangen, da sein Fokus - der 68-Jährige übernahm nach dem Ausscheiden bei den Kontinentalspielen von Antonio Conte - auf dem Neuaufbau des Teams steht: "Ein schwächerer Gegner als die wohl bestorganisierte Mannschaft dieses Planeten wäre besser gewesen, um einige neue Sachen auszuprobieren."

Ergebnisse nicht das Wichtigste

Für ihn sei der Auftritt gegen die Löw-Elf zwar "ein großes Spiel, das dementsprechend geachtet werden muss", dennoch ist es "immer noch ein Freundschaftsspiel", eine Begegnung, in der nicht unbedingt das Ergebnis, sondern "andere Dinge" im Vordergrund stehen sollten. Der reine Blick auf das Resultat, für Ventura in der aktuellen Situation ein Unding: "Mein Debüt war gegen Frankreich und die Leute sprechen alle nur über das Ergebnis. Das Ergebnis wird zählen und ich weiß das, aber man muss auf das große Ganze schauen."

WMQ-Europa - 4. Spieltag
WMQ-Europa - Tabelle - Gruppe G
Pl. Verein Punkte
1
Spanien
10
2
Italien
10
3
Israel
9
Spielersteckbrief Cataldi

Cataldi Danilo

Spielersteckbrief Belotti

Belotti Andrea

Spielersteckbrief Zappacosta

Zappacosta Davide

Spielersteckbrief G. Donnarumma

Donnarumma Gianluigi

Junge Talente kommen nach

Darunter versteht der Coach "das Ausprobieren neuer Dinge". Die Squadra Azzurra befindet sich im Umbruch, hungrige Youngster wie beispielsweise Towart-Talent Gianluigi Donnarumma oder die erstmals berufenen Matteo Politano, Davide Zappacosta, Danilo Cataldi und Leonardo Pavoletti drängen auf die Kaderplätze der alteingesessenen Stars. Die Förderung der jungen Spieler hat sich Ventura auf die Fahnen geschrieben und fühlt sich dieser Aufgabe durchaus gewappnet: "Ich nahm bisher immer Jobs an, wo es notwendig ist, einen Neuaufbau zu starten. Deshalb fühle ich mich in dieser Rolle sehr wohl."

Andrea Belotti

Traf gegen Liechtenstein doppelt und wird auch gegen Deutschland spielen: Andrea Belotti. Getty Images

Ob es gegen den EM-Halbfinalisten große Veränderungen im Vergleich zum 4:0-Sieg in Liechtenstein gebe, beantwortete Ventura nicht im Detail, ließ aber durchblicken, dass Andrea Belotti, der in Vaduz mit einem Doppelpack und einem Assist glänzen konnte, auf jeden Fall auflaufen wird. Des Weiteren räumte er jedem Akteur im Kader die Chance auf einen Einsatz ein, da es "alle Spieler verdienen, das Trikot zu tragen. Es wird keine großen Wechsel geben, aber ich rotiere, wenn es passt".

Es ist definitiv der Wille da, Revanche für die Niederlage bei der Europameisterschaft zu nehmen.

Giampiero Ventura über das kommende Freundschaftsspiel gegen Deutschland

Der FIGC-Trainer wollte die Bedeutung der morgigen Partie letzten Endes aber nicht gänzlich herunterschrauben und verriet, dass "definitiv der Wille" da sei, "Revanche für die Niederlage bei der Europameisterschaft zu nehmen". Dennoch will er sich bei einem etwaigen Sieg nicht blenden lassen, denn: "Unsere Zukunft beginnt nicht morgen. Aber die Partie könnte einen Blick auf das offenbaren, was wir zukünftig wollen." Einzelne Siege oder einzelne Niederlagen zählen für ihn nicht, vielmehr braucht es "ein komplettes Programm, ein System. Und da ist Deutschland ein exzellentes Beispiel dafür".

kög