Staatsanwaltschaft zieht Anklage zurück

Keine Haftstrafe: Verfahren gegen Naki eingestellt

Deniz Naki

Deniz Naki bleibt eine drohende Gefängnisstrafe erspart. imago

"Auch zu unserer Überraschung hat die Staatsanwaltschaft die Einstellung des Verfahrens gefordert, weil Nakis Aussagen von der Meinungsfreiheit gedeckt waren", teilte Martina Renner von der Partei Die Linke dem SID mit. Die Abgeordnete des Deutschen Bundestages, Prozess-Beobachterin vor Ort, glaubt fest daran, dass das Ergebnis nicht zuletzt aus der großen Wahrnehmung des Falls in der Öffentlichkeit sowie des "medialen Drucks" resultiert.

Naki hatte eigenen Angaben zufolge "mit dem Schlimmsten" gerechnet. Der Vorwurf gegen den Ex-Profi beim FC St. Pauli und SC Paderborn, der aktuell beim türkischen Drittligaklub Amed SK aus Diyarbakir unter Vertrag steht, lautete, er habe über Twitter und Facebook für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK geworben.

Als "Staatsfeind, als Terrorist" werde er angesehen, so Naki vor dem Termin am Dienstag. "Aber ich gehe diesen Weg weiter, lasse mich nicht mundtot machen - auch wenn es schlimm enden sollte für mich", hatte er sich geäußert. Eine Flucht nach Deutschland kam für den gebürtigen Dürener nicht in Frage. Bei einer Verurteilung hätte er seine zu erwartende Haftstrafe von bis zu fünf Jahren in der Türkei verbüßt.

sid/jch