Schalke: Lattenknaller trotz Bänderriss, jetzt zur Nationalelf

Meyer: "Hätte keine Schmerztablette gebraucht"

"Wir haben Tag und Nacht daran gearbeitet, dass die Schwellung rausgeht": Schalkes Max Meyer spielte mit Bänderriss.

"Wir haben Tag und Nacht daran gearbeitet, dass die Schwellung rausgeht": Schalkes Max Meyer spielte mit Bänderriss. imago

kicker: Max Meyer, wie konnten Sie trotz eines Bänderrisses einen derart wuchtigen Distanzschuss wie in der 35. Minute abfeuern?

Meyer: Ich habe vorher eine Schmerztablette genommen und wurde getaped. Klar gibt es Fälle, in denen es länger dauert, aber ich hatte ein bisschen Glück, dass es bei mir schneller gegangen ist. Wir haben Tag und Nacht daran gearbeitet, dass die Schwellung rausgeht. Das ist das Wichtigste, denn durch die Schwellung entsteht erst der Schmerz, wenn ich mein Fußgelenk bewege. Ich konnte schon am Donnerstag wieder trainieren, am Freitag auch mit der Mannschaft. Von daher war es kein Problem mehr, dass ich gegen Bremen spielen konnte.

kicker: Eine Schmerztablette hat gereicht?

Meyer: Ich hätte nicht einmal diese eine unbedingt gebraucht. Aber ich wollte auf Nummer sicher gehen, falls ich noch mal etwas abbekomme, damit mich das im Spiel nicht beeinträchtigt. Schon als ich nach dem Derby in Dortmund die Diagnose bekommen habe, habe ich vermutet, dass es mit einem Einsatz gegen Bremen klappen könnte, weil ich schon öfter eine Bänderverletzung hatte.

kicker: Sie haben die Einladung zur Nationalmannschaft angenommen, aber täte Ihnen jetzt nicht eigentlich eine Pause gut?

"Das Tempo ist noch schneller, technisch ist alles noch besser"

Meyer: Nein. (lacht) Ich bin sehr gerne bei der Nationalmannschaft. Da entwickle ich mich weiter, allein durch das Training, weil so viele gute Spieler dort sind. Das Tempo ist noch schneller, technisch ist alles noch besser. Ich bin einfach glücklich, dass ich da mitmachen darf.

kicker: Sportvorstand Christian Heidel hat mit Joachim Löw telefoniert, der sich nach Ihrem Zustand erkundigen wollte. Hat der Bundestrainer Sie vorher auch angerufen und gefragt, wie es Ihrem Fuß geht?

Meyer: Er hat mir geschrieben und gefragt, ob ich wieder trainieren kann und ob ich mich fit fühle. Da habe ich Ja gesagt.

kicker: Das ist ja klar, dass Sie Ja sagen . . .

Meyer: Aber ich bin ja auch fit, das war nicht gelogen. (lacht)

Interview: Toni Lieto

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