Darmstadts Allrounder überzeugt wieder im zentralen Mittelfeld

Jungwirth zurück auf seiner Stammposition

Florian Jungwirth

Überzeugend: Darmstadts Florian Jungwirth. imago

Denn eigentlich ist der 27-jährige Blondschopf in erster Linie zentraler Mittelfeldspieler, wurde im Spätsommer 2014 von Dirk Schuster als solcher auch vom VfL Bochum ans Böllenfalltor geholt. In Liga zwei, wo er Stammspieler wurde und erst im Endspurt der Saison auf der Ersatzbank landete, setzte ihn Schuster als eine Art "Achter" - offensiver in der Spielweise als ein abräumender Sechser, aber auch kein klassischer Spielgestalter - ein.

In Liga eins musste er sich in der Hinrunde der Vorsaison im zentralen Mittelfeld hinter dem Duo Gondorf/Peter Niemeyer anstellen, kam erst in der Rückrunde regelmäßig von Beginn an zum Einsatz. Da allerdings nicht auf der ursprünglichen Position, sondern rechts in der Vierer-Abwehrkette - was Jungwirth als Ersatz für den zunehmend verletzten und inzwischen gegangenen György Garics bissig, beherzt und zweikampf- wie kopfballstark erledigte.

Spielersteckbrief Jungwirth

Jungwirth Florian

Vom Rechtsverteidiger zum Mittelfeldmann

Zu Beginn dieser Saison war Jungwirth gegen Frankfurt, in Dortmund und in Augsburg in der Startelf erneut als Rechtsverteidiger zu finden, wo der einstige deutsche Junioren-Nationalspieler den Vorzug vor dem ukrainischen Nationalspieler Artem Fedetskyy erhielt. Seit dem Heimspiel gegen Bremen nominiert ihn Trainer Norbert Meier auf der Doppel-Sechs als Partner von Gondorf - und lässt dafür (mit Ausnahme des Pokalspiels in Walldorf) in Peter Niemeyer einen Leistungsträger der Vorsaison draußen. Wobei Jungwirth weiter auch hinten rechts denkbar wäre - da Fedetskyy vorerst nicht das Vertrauen Meiers zu haben scheint, wird dort Immanuel Höhn eingesetzt, der eher zentraler Defensivmann ist. Höhn agierte außen bisher mit Licht und Schatten, hatte etwa im Mainz-Spiel einige Probleme, war dafür gegen Leipzig einer der solidesten Darmstädter. Noch immer scheint Meier in der Phase des Ausprobierens zu sein, hat die optimale Zusammenstellung der ersten Elf noch nicht gefunden.

Vorerst ist Jungwirth allerdings wieder auf seiner Stammposition gesetzt - und zahlt es dort mit engagierten Darbietungen zurück. 28 Bundesliga-Spiele und ein Tor im Oberhaus stehen inzwischen in seiner Vita. Coach Meier freuen die Darbietungen: "Schön, dass es auch mal bei einem Spieler läuft, der sonst nicht so stark im Mittelpunkt steht. Er hat sich wirklich gut gemacht, spielt eine solide Saison, ist diszipliniert und mannschaftsdienlich." Es sieht danach aus, als sollten bei Florian Jungwirth in dieser Saison noch einige Einsätze hinzukommen - auf welcher Position auch immer.

Jens Dörr