Liverpool gastiert am Samstagabend bei Crystal Palace

Klopp: "Darf ich sagen, dass ich Sir Alex mag?"

Jürgen Klopp

Freute sich über das Lob von Sir Alex Ferguson: Liverpool-Coach Jürgen Klopp. imago

"Er hat wirklich gute Arbeit geleistet und die Begeisterung im Klub aufgefrischt", sagte Bensemann-Preisträger Sir Alex Ferguson im kicker-Interview (aktuelle Donnerstagausgabe): "Zwei Jahrzehnte lang hat Liverpool Trainer gewechselt, ohne eine eigene Identität aufzubauen. Jetzt riecht man regelrecht, dass mit ihnen in diesem Jahr zu rechnen ist."

Gleich zu Beginn seiner Pressekonferenz zum Auswärtsspiel bei Crystal Palace (Samstag, 18.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) wurde Klopp auf Fergusons Aussagen angesprochen. "Darf ich sagen, dass ich Alex Ferguson mag?", lachte Klopp, der Sir Alex in seiner Debüt-Saison in Liverpool schon einmal mit John Lennon verglich : "Ich kannte ihn schon, bevor ich Liverpool-Trainer wurde. Er ist ein netter Kerl. Wenn er (als Trainerlegende des verhassten Erzrivalen Manchester United, Anm.d.Red.) etwas Positives über uns sagt, ist das schön." Auch wenn es für die Saison des FC Liverpool natürlich nicht allzu viel bedeute.

Spielersteckbrief Sturridge

Sturridge Daniel

Spielersteckbrief Benteke

Benteke Christian

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Zehn Spiele ist Klopp mit seinem Team nun schon ungeschlagen. Die Reds sind mittendrin im (noch) sehr engen Rennen an der Tabellenspitze. Man denke vorerst nur an sich selbst und richte die Konzentration auf den nächsten Gegner, meinte Klopp. Und der heißt am Samstag Crystal Palace.

"Ich habe dort erst einmal gespielt, aber es ist kein einfacher Ort, um Fußball zu spielen. Ein kleines, enges Stadium mit toller Stimmung. Ich freue mich drauf", meinte Klopp und lobte den Gegner: "Sie haben ein unangenehmes, gutes Team, sind sehr erfahren in der Abwehr und haben viel Qualität in der Offensive. Meiner Meinung nach können sie um einen Europacup-Platz mitspielen."

Klopp über Benteke: "Wir kannten doch seine Qualitäten"

Zur Offensivabteilung der Londoner gehört auch ein Akteur, der unter Klopp in Liverpool vergangene Saison eine schwere Zeit hatte, ehe es ihn im Sommer für über 35 Millionen Euro zu Palace zog: Die Rede ist von Christian Benteke. Für seinen neuen Klub lieferte der Belgier, der in der WM-Qualifikation unlängst nach nur 8,1 Sekunden traf , gleich starke Auftritte ab (sieben Spiele, drei Tore).

Das wiederum hat Klopp überhaupt nicht überrascht: "Ich habe erwartet, dass er sich gut schlagen würde. Wir kannten doch seine Qualitäten." Jeder Spieler brauche eben den Raum, um seine Leistungen zu bringen, sich entwickeln und Dinge zeigen zu können. "Aus verschiedenen Gründen konnten wir ihm die Zeit nicht geben. Das war dann bei ihm auch eine Sache des Selbstvertrauens und des Drucks", meinte der Reds-Coach, der befand: "Der Transfer hat Sinn ergeben. Das ändert aber nichts daran, dass er ein wundervoller Spieler ist."

Christian Benteke

Wiedersehen macht Freude: Christian Benteke begrüßt am Samstag Jürgen Klopp und den FC Liverpool im Selhurst Park. imago

Benteke ging, weil er unzufrieden war. Wie es ihm diese Saison gelingen würde, dass alle Spieler glücklich bleiben, wurde Klopp gefragt. "Wir brauchen verschiedene Optionen für verschiedene Situationen. Hart arbeiten, nicht zu viel reden, gewinnen. Das ist das Agreement, das wir hier haben", meinte der frühere BVB-Trainer: "Wenn ein Spieler nicht zufrieden sein will, wird es schwer. Wenn er glücklich sein will, ist es für mich recht einfach, dafür zu sorgen, dass er es auch bleibt."

Klopp: "Es ist nicht sehr schwer, in unserem Team glücklich zu sein"

Die Frage zielte zweifellos auch auf Angreifer Sturridge ab. Der Angreifer war in der Premier League zuletzt nur zweite Wahl, im Ligapokal traf er beim 2:1 gegen Tottenham am Dienstag doppelt . Da die Reds-Offensive um Coutinho, den früheren Hoffenheimer Firmino, Mané und Lallana zuletzt aber lief wie eine sehr gut geölte Maschine, muss sich Sturridge am Samstag wohl wieder mit der Bank anfreunden.

"Es geht um das Gefühl, wichtig für das Team zu sein. Alle Spieler sind sehr wichtig in jedem Moment", meinte Klopp: "Es ist nicht sehr schwer, in unserem Team glücklich zu sein." Ob Sturridge das auch noch lange so sieht, wird sich allerdings zeigen.

ski