Bundesliga

Garcia-Poker: Wer blufft besser?

Wird der Italo-Argentinier bei Werder Bremen verlängern?

Garcia-Poker: Wer blufft besser?

Pokerface? Werder Bremens Linksverteidiger Santiago Garcia.

Pokerface? Werder Bremens Linksverteidiger Santiago Garcia. picture alliance

Aktuell betonen Profi und Verein zwar, wie gerne sie zu einer Verlängerung bereit seien. Doch solche Sympathiebekundungen vor dem anstehenden Poker haben beiderseits etwas von einem Bluff für die Öffentlichkeit. Denn: Garcia lehnte vor geraumer Zeit bereits ein konkretes Angebot zur Ausdehnung seines Arbeitspapiers ab. Und Manager Frank Baumann bemüht sich hartnäckig um eine Verpflichtung von Linksverteidiger Ludwig Augustinsson vom FC Kopenhagen . . .

Dass Garcia und Baumann jeweils ihren Willen zur weiteren Zusammenarbeit versichern, besitzt somit erst einmal nur symbolischen Charakter. Wie weit die Vorstellungen, was Finanzen und sportliche Perspektive angeht, tatsächlich auseinanderliegen, bleibt abzuwarten. Er fühle sich rundum wohl bei Werder, betont Garcia, "für mich ist hier alles perfekt, was soll ich mehr sagen"? Derweil lobt Baumann die Mentalität und sportliche Klasse des 28-Jährigen: "Wir würden uns freuen, ihn auch nächste Saison bei uns auf dem Platz zu sehen." Doch ob Garcia im Fall eines geglückten Augustinsson-Transfers tatsächlich noch als Nummer 1 auf seiner Position eingeplant wäre?

Auf der anderen Seite hat Garcia längst klargemacht, dass sein Wohlbefinden in Bremen und seine Identifikation mit Werder sehr wohl auch eine wirtschaftliche Frage sind. Vor einigen Monaten wies er eine konkrete Offerte, noch vom damaligen Geschäftsführer Thomas Eichin unterbreitet, rigoros zurück. Sollten die Gespräche nun tatsächlich so schnell zu einem positiven Abschluss finden, wie Garcias und Baumanns Aussagen vordergründig nahelegen, wäre das nüchtern betrachtet eher eine Überraschung.

Thiemo Müller