Schalke: Brustlöser für den Ukrainer?

Konoplyanka - Störenfried und Torschütze

Yevhen Konoplyanka

Schalkes Yevhen Konoplyanka feiert sein Siegtor in Krasnodar. picture alliance

Nach 67 Minuten war Schluss für den Sommer-Einkauf in Russland, und "Kono" verließ den Rasen mit dem Gefühl, sich nachhaltig in Erinnerung gebracht zu haben. Gut möglich, dass sein strammer Rechtsschuss zum 1:0 als eine Art Brustlöser dient, nachdem der agile Offensivmann in den ersten Wochen und Monaten deutlich sichtbar - und nachvollziehbar - unter Anpassungsproblemen litt.

"Yevhen ist ein guter Typ", hatte Sportvorstand Christian Heidel schon vor der Abreise nach Krasnodar betont, "er hat einen guten Charakter und wird für Schalke 04 noch viele Tore schießen." Und die Zurückhaltung der ersten Wochen? "Ich bin sicher, dass er kommt. Kono kann Dinge, die andere Spieler nicht können."

Erst recht nach dem Ausfall von "Büffel" Breel Embolo ist der ukrainische Nationalspieler in der Schalker Offensive gefordert, unter anderem als Störenfried, der den gegnerischen Spielaufbau unterbinden hilft, ganz nach der Vorgabe von Markus Weinzierl, der meist auf aggressive Gegenwehr schon in vorderster Reihe setzt.

Heidel: "Man muss Fußballern auch eine gewisse Zeit geben"

Klaas Jan Huntelaar besitzt zwar nach wie vor enorme Abschlussqualiäten, bringt diese Tugend als laufstarker, schneller Störfaktor des Gegners aber nur in eingeschränktem Maße mit, ebenso wie Franco di Santo, der bisher herzlich wenig bewegt hat.

Es schien in der Tat so, als sei der Druck ein wenig abgefallen von Konoplyanka mit seinem Treffer in Krasnodar, den er mit Kusshand und einem mit den Händen geformten Herzen gefeiert hatte. "Natürlich gibt es Profis, die explodieren sofort", sagt Heidel. "Aber man muss Fußballern auch eine gewisse Zeit geben."

Noch verständigt sich der 27-Jährige auf Schalke in erster Linie mit Händen und Füßen, auch das erschwert natürlich die Anpassung. Aber so lange er starke Leistungen und Tore sprechen lässt, ist das den Schalkern auch recht.

Oliver Bitter