Bundesliga

Dank Selbstverständnis und Glück: Köln jagt Bayern

Matip sieht Ingolstadt "von höheren Mächten bestraft"

Dank Selbstverständnis und Glück: Köln jagt Bayern

Jörg Schmadtke (l.), Peter Stöger

Siegerlächeln: Kölns Manager Jörg Schmadtke (l.) und Coach Peter Stöger. picture alliance

Köln kann es auch als klarer Favorit. Diese Erkenntnis durften die Rheinländer aus dem Erfolg gegen die defensiv agierenden Ingolstädter ziehen. "Wir haben eine reife Leistung gezeigt, bleiben nun vorne mit dabei. Gegen einen sehr guten Gegner, der schon in den Vorwochen nie weit weg von Erfolgen war, haben die Jungs das toll gemacht. Ich denke, das Spiel war spannend, intensiv, packend, emotional. Umso glücklicher sind wir, dass wir am Ende als Sieger vom Platz gegangen sind", meinte Trainer Peter Stöger.

Das neue Selbstverständnis in der Kölner Mannschaft zeigte sich auch in der Abgeklärtheit während des Spiels, in dem der FC taktisch von Dreier- auf Viererkette umstellte und Nationalspieler Jonas Hector ins Mittelfeld vorzog, nachdem es gegen den tief stehenden Gegner zunächst in der offensive nicht recht hatte laufen wollen. Eine Taktik, die die Kölner bereits zum 1:1 in München vor der Länderspielpause geführt hatte. "Der Eindruck der Spieler war ähnlich. Also haben wir es umgesetzt", erklärte Stöger.

Spielersteckbrief Matip
Matip

Matip Marvin

Trainersteckbrief Stöger
Stöger

Stöger Peter

Spielbericht

Den Blick nach vorne warf derweil Manager Jörg Schmadtke, der sich um die kommenden Wochen sorgte, in denen zunächst am kommenden Samstag ein echtes tabellarisches Spitzenspiel bei Hertha BSC wartet. Ein gewisser neuer Erfolgsruck sei vor der Partie gegen den FCI schon dagewesen, erklärte er: "Ihr schreibt alle vom Bayern-Jäger - und die Jungs können ja auch lesen." Und so werde man intern, so der 52-Jährige, ganz sicher "bei der Analyse auch die letzte Viertelstunde nicht ignorieren", als es nach dem 1:2-Anschlusstreffer durch einen Foulelfmeter noch einmal kurzzeitig spannend geworden war.

Linke: "Mannschaft wurde betrogen"

Dass zum Erfolg der Kölner auch bei drei umstrittenen Situationen ein wenig Glück gehörte, nahm man im Rheinland gerne hin. Ganz anders sah man dies naturgemäß im Lager der Ingolstädter: "Die ganze Mannschaft wurde betrogen", wetterte Sportdirektor Thomas Linke und meinte damit insbesondere, aber nicht nur den ausgebliebenen Abseitspfiff beim 1:0 des FC von Anthony Modeste, der vor seinem Treffer in der 28. Minute aus allerdings nur hauchdünner Abseitsposition gestartet war. "Der Linienrichter kann die ganze Linie betrachten. Für mich war es ganz klar Abseits. Ein Mann, der das hauptberuflich macht, sollte das sehen", meinte FCI-Kapitän Marvin Matip angefressen bei Sky.

Die zwei weiteren Szenen, in denen Ingolstadt nicht begünstigt vom Urteil von Referee Markus Welz gewesen war: Unmittelbar vor dem Foul von Tobias Levels in der 38. Minute, das zum 2:0 per Strafstoß führte, hatte der Sekunden später gefoulte Yuya Osako den Ball mit der Schulter, aber wohl auch mit einem Teil seines Oberarms angenommen. In der 71. Minute hielt Dominique Heintz ungestüm im Strafraum den Fuß gegen den abschließenden Mathew Leckie drüber. Ein Elfmeterpfiff blieb jedoch aus.

Ungeachtet der aus Ingolstädter Sicht unglücklichen Umstände der Niederlage in Köln hofft Matip auf ein baldiges Ende der Negativserie von nunmehr sechs Niederlagen in Folge: "Irgendwann werden wir auch wieder belohnt und dann werden wir auch nicht von höheren Mächten bestraft."

jom

Bilder zur Partie 1. FC Köln - FC Ingolstadt 04