Bundesliga

Schalkes charmante "Hawk-Eye"-Premiere

Traumtore von Bentaleb und Baier - Stieler im Mittelpunkt

Schalkes charmante "Hawk-Eye"-Premiere

Nabil Bentaleb

Freudenlauf: Nabil Bentaleb bejubelt sein Tor. Getty Images

Wenn ein Schiedsrichter nach einem Fußballspiel für Journalisten von Interesse ist, verheißt das meist nichts Gutes. Denn dann muss er sich in aller Regel für strittige Entscheidungen rechtfertigen. In Augsburg am 7. Spieltag der Saison 2016/17 war das jedoch anders, denn dort durfte Tobias Stieler Positives vermelden.

Seine Aussagen waren mit Blick auf eine Szene nach gut einer Stunde von Belang: Schalkes Nabil Bentaleb zog aus 17 Metern ab, der Ball flog an die Latte - und sprang nach unten. Hinter die Linie? "Im ersten Moment dachte ich mir: 'Starker Schuss, der war doch drin'", verriet Stieler, "das Gleiche hat mein Assistent Sascha Thielert empfunden. Dann hat es ein bis zwei Sekunden gedauert, bis das erlösende Signal auf der Uhr kam."

Auf Stielers Uhr steht: "Goal"

Auf Stielers Uhr leuchtete das Wort "Goal" auf - die Hawk-Eye-Technik war zum Einsatz gekommen. Und Stieler erklärte: "Es war ganz charmant, dass man einfach auf die Uhr zeigen konnte, wo deutlich 'Goal' draufstand. Dadurch sind sämtliche Proteste abgeebbt." Schalke führte in Augsburg mit 1:0 - und musste sich später trotzdem mit einem Remis anfreunden. Denn nach Bentalebs traumhaftem Tor folgte ein zweites traumhaftes Tor, allerdings auf der Gegenseite.

Es war ganz charmant, dass man auf die Uhr zeigen konnte, wo deutlich 'Goal' draufstand.

Schiedsrichter Tobias Stieler zum "Hawk-Eye"-Tor

"Mein Gegenüber hat's vorgemacht", sagte Daniel Baier, "das war auch nicht so schlecht. Von daher haben wir heute zwei schöne Tore gesehen." In der Schlussphase hatte Baier den Ball aus der zweiten Reihe ebenso formschön wie Bentaleb in den Winkel geschossen. Seltene Baier-Tore hatte Markus Weinzierl als Coach des FCA lange Zeit selbst Freude bereitet. Doch als Trainer der Gelsenkirchener fand der 41-Jährige den Umstand, dass seine Mannschaft die Führung letztlich nicht hatte halten können, vor allem "schade".

Spielbericht

Weinzierl: "Es gibt kein Verhältnis"

Vor der Partie war Weinzierls Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte das große Thema. Auch, weil sein Abschied aus Augsburg mit Störgeräuschen einherging. Am Sky-Mikrofon verriet er, als er auf seine Beziehung zu FCA-Manager Stefan Reuter angesprochen wurde: "Es gibt aktuell kein Verhältnis."

Hinterher war Weinzierl - ebenso wie schon vor dem Spiel - eher daran gelegen, über Fußball zu sprechen. Und natürlich hätte er mit Königsblau gerne in Augsburg gewonnen: "Wir waren auf einem guten Weg, aber dann musst du fehlerfrei fertigspielen, das haben wir nicht geschafft. Augsburg hat eine gute Mannschaft und hat gut gefightet. Der Tüchtige hat das Glück."

lei

Bilder zur Partie FC Augsburg - FC Schalke 04