Bundesliga

Langkamp: "Kein Rot für Mor, es tut mir leid"

Nach der Debatte: Viele Fouls, sechsmal Gelb, zweimal Rot

Langkamp: "Kein Rot für Mor, es tut mir leid"

Sebastian Langkamp und Emre Mor

Auslöser für die Tätlichkeit: Berlins Sebastian Langkamp (o.) umklammtert Dortmunds Emre Mor. imago

Langkamp: "Vielleicht war es ein bisschen übertrieben"

Von Beginn an fassten sich Dortmund und Berlin nicht mit Samthandschuhen an. Viele leidenschaftliche und hart geführte Zweikämpfe bestimmten die Partie. Am Ende foulte die Borussia 13-mal, Hertha 22-mal, also erneut über der von Tuchel kritisierten Obergrenze von 20. Die Debatte im Vorfeld hatte ihre Spuren hinterlassen. "Die Fans sind bei jedem kleinen Foul aufgesprungen, waren sofort hitzig dabei", sagte Langkamp am "Sky"-Mikrofon, "wir haben versucht, nicht darauf zu reagieren. Aber natürlich, wenn es so eine Diskussion gibt, ist der ein oder andere da, der darauf anspringt."

Borussia Dortmund - Vereinsdaten

Gründungsdatum

19.12.1909

Vereinsfarben

Schwarz-Gelb

Hertha BSC - Vereinsdaten

Gründungsdatum

25.07.1892

Vereinsfarben

Blau-Weiß

Trainersteckbrief Dardai
Dardai

Dardai Pal

Spielersteckbrief Langkamp
Langkamp

Langkamp Sebastian

Spielersteckbrief Stocker
Stocker

Stocker Valentin

Spielersteckbrief Mor
Mor

Mor Emre

Dies taten wohlgemerkt beide Mannschaften, die in der Schlussphase dann erst richtig Feuer fingen. Dortmunds Emre Mor wurde von Langkamp umklammert, dann brannten dem 19-Jährigen die Sicherungen durch. In einer Kurzschlusshandlung stieß er Langkamp weg - dieser ließ sich theatralisch fallen (84.). "Vielleicht war es ein bisschen übertrieben, wie ich reagiere. Ich habe mich von der Stimmung anstecken lassen", gestand der 28-Jährige aufrichtig und stellte klar: "Es war sicherlich keine Rote Karte. Es tut mir leid."

Brutalo-Grätsche von Stocker

zum Thema:

Dortmunds Unterzahl dauerte aber nur sechs Minuten. Dann nämlich streckte Valentin Stocker seinen Gegenspieler Matthias Ginter aus vollem Lauf mit einer beidbeinig eingesprungenen Grätsche von hinten nieder. Auch hier zog Schiedsrichter Patrick Ittrich die Rote Karte aus der Gesäßtasche (90.). "Er war übermotiviert, zum Glück hat er den Gegner nicht verletzt, das ist das Wichtigste", kommentierte Dardai die unstrittige Szene, die ihm offenbar bekannt vorkam, denn Stocker sei "auch im Training ab und zu so übermotiviert. Daraus muss er lernen."

Dardai: Das war Männerfußball

Valentin Stocker & Matthias Ginter

Dunkelrot: Berlins Valentin Stocker (u.) grätscht mit beiden Beinen von hinten gegen Dortmunds Matthias Ginter. imago

Kaum zu glauben, dass die - zumindest vor dem Spiel - beiden fairsten Mannschaften der Bundesliga aufeinandertrafen. Während BVB-Coach Thomas Tuchel die beiden Platzverweise nicht kommentieren wollte ("Ich sage nichts dazu"), stellte sich Dardai demonstrativ vor seine Jungs: "Das ganze Chaos haben nicht ich oder meine Spieler gemacht. 'Stocki' ist ohne Diskussion runter gegangen, hat nichts gesagt und es akzeptiert. So ist Fußball." Das intensive und emotionale Spiel schien dem 40-jährigen Ungarn vielmehr ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. "Das war Männerfußball - ich mag so etwas", so Dardai, "wir haben eine gute Party geliefert und schämen uns nicht für ein gutes Bundesligaspiel."

Dardai: "Note 1 für meine Mannschaft"

Spielbericht

Tatsächlich bot das Freitagabendspiel neben vielen hitzigen Szenen auch Fußball mit durchaus schönen Toren: Einen Einwurf von Mitchell Weiser (Dardai: "Daraus kann man etwas machen") leitete Vedad Ibisevic mit der Hacke in den Lauf von Stocker, der zum 1:0 vollendete (51.). "Ich habe ihn kurz gesehen, es war ein super Lauf von ihm", lobte Vorbereiter Ibisevic den Torschützen. Auf der anderen Seite verballerte erst Pierre-Emerick Aubameyang zahlreiche Hochkaräter samt Handelfmeter, um dann doch noch zuzuschlagen: Eine Flanke des eingewechselten Ousmane Dembelé drückte der Stürmer zum 1:1-Endstand über die Linie (80.).

"Da war mehr drin, wir wollten drei Punkte", sagte Borusse Sebastian Rode, dessen Mannschaft - immerhin die drittjüngste in der Dortmunder Bundesliga-Geschichte (im Schnitt 22 Jahre, 337 Tage alt) - 75 Prozent Ballbesitz, mehr Torschüsse (15:9) und ein klares Chancenplus vorweisen konnte. Nicht verwunderlich also, dass Dardai ein positiveres Fazit zog: "Note 1 für meine Mannschaft. Ich bin zufrieden, wir haben gut verteidigt, gut umgeschaltet, das war von der Taktik und der Diziplin her sehr gut."

cru

Bilder zur Partie Borussia Dortmund - Hertha BSC