Int. Fußball

ManCitys Elfer-Phobie - Chelseas spezieller Jubel

Premier League, 8. Spieltag: Spurs patzen

ManCitys Elfer-Phobie - Chelseas spezieller Jubel

Kevin De Bruyne

Nervenflattern: Nicht nur Kevin De Bruyne verschoss gegen Everton einen Elfmeter für ManCity. picture alliance

Sané beginnt stark - Stekelenburg lässt De Bruyne und Aguero verzweifeln

Manchester City hat am Samstag Platz eins in der Premier League nur mit viel Mühe gerettet. Gegen den Fünften FC Everton versagten gleich zwei Spielern aus elf Metern die Nerven. Das 1:1-Remis war ein weiterer Rückschlag nach dem 0:2 bei Tottenham unmittelbar vor der Länderspielpause.

Premier League - 8. Spieltag
Premier League - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Manchester City
19
2
FC Arsenal
19
3
Tottenham Hotspur
18
Premier League - Torjäger 2016/17
Diego Costa
7
Lukaku Romelu
6
Aguero Sergio
5

Dabei hatte die Anfangsphase klar ManCity gehört und im Besonderen Leroy Sané: Der Ex-Schalker, erstmals gemeinsam mit Ilkay Gündogan in der Startelf, hatte zu Beginn viele auffällige Szenen, spielte seinen Gegenspieler Oviedo auf der rechten Seite zeitweise schwindelig. Guardiola schien mit seinen fünf Personalwechseln - De Bruyne war nach seiner Oberschenkelverletzung wieder fit, Iheanacho begann für den reisegeplagten Aguero - und seiner erstmals eingesetzten Dreierkette die richtigen Entscheidungen getroffen zu haben.

Vor den Augen von Sir Alex Ferguson und dessen Freund Eckhard Krautzun lag das Führungstor für die Gastgeber bald in der Luft. Hatte Sané noch mit einem theatralischen "Faller" zu Recht keinen Elfmeterpfiff gehört (10.), hörte ihn Silva kurz vor der Pause, gegen den Jagielka das Bein stehen gelassen hatte. De Bruyne trat an, scheiterte aber an Stekelenburg (43.)!

Zunehmend wurde das Problem der Citizens an diesem Nachmittag deutlich: Bei allen Passstafetten fehlte das Zwingende im letzten Drittel. Iheanacho provozierte zwar mal eine Fußabwehr von Stekelenburg (52.), insgesamt aber wurde Everton immer mutiger - und führte plötzlich! Bei einem langen Ball verlor Stones den Zweikampf gegen Bolasie am Mittelkreis, und so hatte Lukaku nur noch Clichy vor sich. Der Power des Belgiers war der City-Verteidiger nicht gewachsen, ebenso wenig wie Torwart Bravo (64.). Sein sechster Treffer in den letzten fünf Ligaspielen.

City hatte klar abgebaut, dann aber doch die Chance zum 1:1: Jagielka foulte erneut im eigenen Strafraum, diesmal gegen den in der 56. Minute eingewechselten Aguero. Doch auch Stekelenburg wiederholte sich: Er parierte den diesmal vom Argentinier selbst geschossenen Strafstoß abermals (70.)! Die nächste Wendung: Guardiola brachte Nolito für den nach der Pause blassen Sané, und das Geburtstagskind (30) köpfte mit seiner ersten Ballberührung den Ausgleich (72.). Jetzt wollten die Gastgeber mehr, De Bruyne feuerte wütend aus der Distanz, fand jedoch zweimal im überragenden Stekelenburg seinen Meister. Der Niederländer rettete seinem Trainer Ronald Koeman so gegen dessen "engen Freund" Guardiola einen Punkt.

Joker Son rettet Tottenham einen Punkt

Neuer Tabellenführer hätte so Tottenham sein können, doch auch die Spurs kamen in West Bromwich nicht über ein 1:1 hinaus. Keeper Forster parierte mehrfach brillant für die Hausherren, acht Minuten vor Schluss gingen sie durch den formstarken Ex-Tottenham-Profi Chadli sogar in Führung. Doch die Einwechslung des zunächst geschonten "Spieler des Monats September" sollte sich noch auszahlen für die Spurs: Heung-Min Son, nach den Länderspielstrapazen erst in der 72. Minute gekommen, setzte Eriksen ein, dessen abgeblockter Schuss zur Vorlage für Alli wurde - 1:1 (89.).

Dank Özil und trotz Xhaka: So zog Arsenal am Samstag mit ManCity nach Punkten gleich

Chelsea siegt souverän - Leicester rutscht ab

Der Torschütze lässt sich feiern: Chelseas Diego Costa.

Der Torschütze lässt sich feiern: Chelseas Diego Costa. picture alliance

Im Ligapokal verlor Leicester vor einem Monat zuhause mit 2:4 n.V. gegen Chelsea - und auch am 8. Spieltag der Premier League sollte es nicht klappen: Leicester kassierte an der Stamford Bridge im vierten Auswärtsspiel der Saison die vierte Niederlage und bleibt das auswärtsschwächste Team der Liga. Doch von vorne: Bei Chelsea stand Kapitän Terry nach einmonatiger Verletzungspause wieder im Kader, wurde allerdings nicht eingewechselt. Die Hausherren setzten auf ein 3-4-3 mit Kanté im Mittelfeld, den Leicester hat ziehen lassen müssen. Ranieri ließ im 4-4-2 auflaufen, in der Doppelspitze agierte diesmal Musa statt Slimani neben Vardy.

Der amtierende Meister verteidigte gut gegen den Ex-Meister, doch Chelsea nutzte die erste Unaufmerksamkeit eiskalt: Nach einer Hazard-Ecke netzte Diego Costa völlig alleingelassen ein (7.). Etwas kurios das 2:0: Im Liegen verlängerte Pedro den Ball etwas glücklich zu Hazard, der Schmeichel umkurvte und einschob (33.). Die beste "Möglichkeit" von Leicester war ein Beinahe-Eigentor von David Luiz - der Pfosten rettete (64.). In der 80. Minute machte Moses mit einem herausragenden Treffer nach Doppelpass mit Chalobah endgültig den Deckel drauf. Nach ihren Treffern formten die Chelsea-Torschützen ein "W" - für Mitspieler Willian, dessen Mutter unlängst dem Krebs erlegen war. Beide Mannschaften spielten mit Trauerflor: Leicester, das einen thailändischen Besitzer hat, nach dem Tod von König Bhumibol.

jpe