Bundesliga

Leipzig verschärft VfL-Krise - Mainz siegt im Derby

Überblick: Hertha besteht in Dortmund

Leipzig verschärft VfL-Krise - Mainz siegt im Derby

Der Mainzer De Blasis jubelt über das 1:0 gegen Darmstadt.

Der Mainzer De Blasis jubelt über das 1:0 gegen Darmstadt. imago

De Blasis und Malli lassen Mainz jubeln

Im ersten Sonntagsspiel lieferten sich der 1. FSV Mainz 05 und Darmstadt 98 im ersten Abschnitt einen munteren Schlagabtausch. Beide Mannschaften trafen im Nachbarschaftsduell je einmal das Aluminium, die Nullfünfer hatten bis zur Halbzeit die besseren Chancen, wobei sich die Lilien keineswegs versteckten, in der Defensive aber anfälliger wirkten. In Front ging die Schmidt-Elf schon mit der ersten Chance, als De Blasis nach fünf Minuten vollstreckte. Dass die Mainzer mit der Führung in die Pause gingen, lag an Darmstadts Colak, der ein Elfmeter-Geschenk nicht annahm und an FSV-Keeper Lössl scheiterte. Kurz nach dem Seitenwechsel machte es der Mainzer Malli besser - der Offensivmann verwandelte den selbst herausgeholten Elfmeter zur vorentscheidenden 2:0-Führung. Dass das Spiel nicht mehr spannend wurde, lag vor allem an der schwachen Chancenauswertung der Gäste. Die Meier-Elf hatte den Torschrei mehrmals auf den Lippen, doch erst in der Nachspielzeit trafen sie durch Gondorfs Elfmeter zum 2:1.

Bundesliga - 7. Spieltag
Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bayern München
17
2
1. FC Köln
15
3
RB Leipzig
15
Bundesliga - Torjäger 2016/17
Modeste Anthony
7
Aubameyang Pierre-Emerick
6
Chicharito
5
Bundesliga - Scorer 2016/17
Ibisevic Vedad
8
Modeste Anthony
8
Kramaric Andrej
7

Forsberg: Fehlschütze und Matchwinner in Wolfsburg

Forsberg jubelt über das 1:0 in Wolfsburg.

Forsberg jubelt über das 1:0 in Wolfsburg. picture-alliance

Im zweiten Spiel des Sonntags peilte der Liga-Neuling aus Leipzig beim VfL Wolfsburg Platz zwei an. Dafür benötigten die Sachsen einen Dreier mit zwei Toren Unterschied, entsprechend forsch ging die Hasenhüttl-Elf die Partie auch an. Nach einem ersten Warnschuss von Draxler wagten die Leipziger mehr und wurden durch ihr Pressing mit einem Elfmeter belohnt – VfL-Keeper Casteels dribbelte gegen Werner und brachte den Offensivmann zu Fall. Forsberg lief an und setzte den Ball deutlich neben das VfL-Gehäuse. Die Niedersachsen taten sich gegen die Leipziger Defensive äußerst schwer, Gomez forderte vergeblich einen Elfmeter und RB-Stürmer Poulsen hatte die Führung mehrfach auf dem Fuß bzw. Kopf. Belohnt wurden die Sachsen für ihre größere Aggressivität und Zielstrebigkeit ausgerechnet durch Forsberg. Der Fehlschütze aus Hälfte eins zirkelte einen Schuss aus 18 Metern messerscharf ins lange Eck zum 1:0-Siegtreffer. Eine echte Reaktion der Wolfsburger auf das Gegentor blieb aus, so dass die Hecking-Elf weiter im Keller verharrt. RB hingegen rangiert auf Platz drei.

Mannehs Premiere: Werder klettert aus dem Keller

Entscheidender Mann: Ousman Manneh.

Entscheidender Mann: Ousman Manneh. imago

Am Samstagabend gastierte Bayer Leverkusen beim SV Werder Bremen und kam ins Straucheln. Werder, das mit Wiedwald im Tor begann, erwischte einen guten Start und wurde für die eigene couragierte Leistung früh belohnt: Manneh scheiterte zwar noch an Leno, doch Junuzovic staubte zum 1:0 ab (13.). Die Leverkusener schafften kurz vor dem Pausenpfiff dann aber doch noch den Ausgleich (Calhanoglu, 27.), ehe Gnabry mit Rückenproblemen ausgewechselt werden musste (45.). Ausgeglichen war es auch in Hälfte zwei, in der es vor allem einen Mangel an klaren Chancen gab. Eine der seltenen Gelegenheiten nutzte Manneh, um das vielumjubelte 2:1 zu erzielen (59.). Es war das erste Bundesligator eines Gambiers überhaupt - und am Ende eines, das Werder drei Punkte einbrachte. Der SVW brachte den Sieg nämlich gegen zwar bemühte, aber offensiv ideenlose Leverkusener über die Zeit und verließ die Abstiegszone.

Gladbachs Angst vor dem Elfmeter

Der Hamburger SV musste in Gladbach über eine Stunde lang in Unterzahl agieren, nachdem ein Fehlpass von Holtby eine Notbremse von Cleber an Stindl und damit Rot inklusive Strafstoß zur Folge gehabt hatte. Adlers parierter Elfmeter gegen Hahn war für die Hamburger zumindest ein kleiner Trost (26.). Mit einem Mann weniger rührte der HSV Beton an und wehrte sich mit Mann und Maus gegen uninspirierte Fohlen, die nach einer Stunde wieder einen Elfmeter zugesprochen bekamen (Traoré war im Sechzehner sehr leicht im Duell mit Douglas Santos abgehoben). Eine Diskussion, ob es ein berechtigter Strafstoß war, kam aber nicht auf, weil Stindl aus elf Metern nur die Latte traf (61.). Es schien wie verhext für die Gladbacher, die auch im weiteren Verlauf kein Tor zustande brachten und sich letztlich mit einer Nullnummer abfinden mussten. Damit endete die Serie der Borussen von zehn Heimsiegen in Serie, während die Hamburger nach dem ersten Auswärtspunkt in der laufenden Saison wieder Morgenluft wittern.

Hitzkopf Huszti trifft und fliegt

Abgang: Frankfurts Szabolcs Huszti (li.) sieht Gelb-Rot.

Abgang: Frankfurts Szabolcs Huszti (li.) sieht Gelb-Rot. Getty Images

Die Frankfurter Eintracht hatte am 45. Geburtstag ihres Trainers, Niko Kovac, den FC Bayern zu Gast. Den besseren Start erwischten die Münchner, die nach zehn Minuten die hessische Defensive aushebelten und durch Robben in Führung gingen - 1:0. Der Treffer hätte nicht zählen dürfen, weil Alaba während der Entstehung hauchdünn im Abseits gestanden hatte. Die SGE zeigte sich davon unbeeindruckt, drängte anschließend gegen hinten durchaus anfällige Bayern auf den Ausgleich, kam dabei sogar zu einigen Chancen und markierte durch Huszti noch vor der Pause den verdienten Ausgleich (43.) - es war das erste Tor der SGE gegen den FCB nach 799 Minuten. In Hälfte zwei kam Hektik auf und es wurde emotionaler. Nachdem Kimmich im Anschluss an eine Ecke die Bayern wieder in Führung gebracht hatte (62.), brannten bei Huszti die Sicherungen durch. Der Ungar deutete während einer Rudelbildung einen Kopfstoß gegen Renato Sanches an und sah dafür Gelb-Rot (65.). Der Platzverweis erleichterte den Münchnern das Leben nicht, denn wieder schlug die SGE zurück: Fabian traf mit der Brust, allerdings aus knapper Abseitsposition (78.). Das 2:2 zählte trotzdem - und Kovac durfte sich am Ende über ein Remis gegen die "großen" Bayern, die zum dritten Mal nacheinander nicht gewannen, freuen.

Remis bei Weinzierls Rückkehr

Markus Weinzierls Rückkehr nach Augsburg war gleich mit einer Hiobsbotschaft verbunden. Hoffnungsträger Embolo, der mit zwei Toren maßgeblichen Anteil am 4:0 gegen Gladbach gehabt hatte, erlitt bei einem Zweikampf mit Stafylidis eine Sprunggelenksverletzung und musste bereits nach 24 Minuten gegen Huntelaar ausgewechselt werden. Tore fielen schließlich in Durchgang zwei: Zuerst bescherte Bentaleb mit einem satten Distanzschuss den Knappen die Führung (65.), ehe Baier - ebenfalls sehenswert - aus der zweiten Reihe den 1:1-Endstand markierte.

Köln kann sich auf Modeste verlassen

Doppelpack für Köln: Anthony Modeste (li.).

Doppelpack für Köln: Anthony Modeste (li.). picture alliance

Seit langem war der 1. FC Köln nicht derart favorisiert wie vor dem Duell gegen den noch sieglosen FC Ingolstadt, der mit fünf Niederlagen in Folge im Gepäck in die Domstadt reiste. Ihrer Favoritenrolle wurden die Kölne dann aber vollauf gerecht, auch weil der nach Sprunggelenksproblemen rechtzeitig fitgewordene Modeste das tat, was er am besten kann: Toreschießen. Gegen defensiv nicht ganz sattelfeste Schanzer machte der Franzose noch in Durchgang eins mit seinen Saisontreffern sechs und sieben praktisch alles klar: Das 1:0 in der 28. Minute war allerdings irregulär, weil es aus einer hauchdünnen Abseitsposition entsprungen war. Seinen zweiten Treffer markierte Modeste vom ominösen Punkt aus, nachdem Osako, der schon das 1:0 aufgelegt hatte, auf der Strafraumlinie von Levels gefoult worden war (39.). Hinterseers Anschlusstreffer in der 90. Minute zum 2:1-Endstand war letzten Endes nicht mehr als Ergebniskosmetik. Der FC Ingolstadt wartet damit seit dem 25. September 2015 auf einen Sieg auf fremdem Platz.

Kramaric verlängert Freiburger Wartezeit

Mit Hoffenheim (im Schnitt 236 Sprints pro Partie) und Freiburg (durchschnittlich 116,5 Kilometer pro Spiel) begegneten sich die sprintstärkste und lauffreudigste Mannschaft der aktuellen Bundesliga-Saison. Im Vorfeld waren zwischen Freiburgs Trainer Christian Streich und TSG-Manager Alexander Rosen noch ein paar Giftpfeile verschossen worden. Auf dem Platz ging es dann ganz und gar nicht giftig zur Sache. Ein Aussetzer von Söyüncü führte in der 34. Minute zum 1:0 durch Wagner. Die knappe Führung hielte dann bis zur 77. Minute, in der Niederlechner eine Vorlage von Söyüncü zum Ausgleich nutzte und sein erstes Bundesliga-Tor bejubelte. Kurz darauf stand aber wieder Söyüncü im Mittelpunkt, diesmal wegen eines Fouls im eigenen Strafraum an Rudy. Den fälligen Elfmeter verwandelte Kramaric sicher zum 2:1 (81.) und sorgte so dafür, dass der Sportclub auswärts noch immer auf den ersten Punkt warten muss. 1899 bleibt obendrein weiter ungeschlagen (3/4/0).

Emotionales Finish in Dortmund

Die Härte in der Bundesliga war vor dem Auftakt in den 7. Spieltag zwischen Dortmund und Hertha BSC, den zwei bis dato führenden Mannschaften in der Fair-Play-Tabelle, das große Thema. Für den BVB ging es am Freitagabend auch darum, einen neuen Vereinsrekord aufstellen zu können. 24 Heimspiele in Folge ungeschlagen, das wäre ein Novum beim BVB und Thomas Tuchel vertraute dabei auf die Jugend. Er schickte um Debütant Merino eine extrem junge Elf ins Rennen (Durchschnittsalter: 22 Jahre und 337 Tage).

Abgang: Schiedsrichter Patrick Ittrich zeigt Emre Mor Rot.

Abgang: Schiedsrichter Patrick Ittrich zeigt Emre Mor Rot. Getty Images

Das junge Team tat sich dann aber gegen clevere Berliner sehr schwer und konnte trotz optischer Überlegenheit lange Zeit keine klaren Chancen kreieren. Nach dem Seitenwechsel kam es noch dicker für den BVB, als Stocker nach einem Einwurf wunderbar von Ibisevic per Hacke bedient wurde und das 1:0 für Berlin markierte (51.). Danach wurden die Dortmunder lebendiger, druckvoller und leiteten eine furiose Phase ein. Zunächst stand Aubameyang im Rampenlicht, als er zuerst mehrfach an Jarstein scheiterte, dann einen umstrittenen Hand-Elfmeter nicht nutzte (77.) und schließlich doch noch den Ausgleich markierte (80.). Danach wurde es hektisch, emotional und farbenfroh: Zuerst ließ sich Mor von Lankgamp provozieren und sah nach einem Schubser Rot (84.). Nach 101 Bundesliga-Spielen gab es als mal wieder glatt Rot gegen den BVB. Mor war aber nicht der einzige, der frühzeitig runter musste, auch Berlins Stocker sah nach einem harten Foul Rot (90.). Zwei Platzverweise, zwei Tore - am Ende stand ein Remis, mit dem der BVB schlechter leben konnte als die Berliner.

kon