Würzburg ist "charakterlich sauber und intelligent"

Bastler Hollerbach - Paradebeispiel Müller

Bernd Hollerbach (re.)

Motivator und Förderer: Würzburgs Trainer Bernd Hollerbach (re.). imago

4-3-2-1, 4-2-3-1, 4-4-2, 4-4-1-1 oder 4-3-3: Während sich andere Trainer auf eine Formation festlegen, setzte FWK-Trainer Hollerbach in den bisherigen Pflichtspielen immer wieder neue Reize. Dadurch konnten sich die Gegner schwerer auf die Mainfranken einstellen und wurden nicht selten überrascht. Wenn auch das Personal vereinzelt wechselte, hatte lediglich die Vierer-Abwehrkette dauerhaft Bestand.

Das änderte sich mit dem Testspiel gegen den FC Ingolstadt am vergangenen Donnerstag. Gegen die Schanzer agierten die Würzburger erstmals unter Hollerbach mit einer Dreierkette - und das überaus erfolgreich. "Wir hatten nur drei Tage Zeit, das einzuüben", erklärte Hollerbach die spontane Maßnahme: "Wie gut die Sache nun geklappt hat, zeigt, dass die Spieler charakterlich sauber und intelligent sind. Sonst würde das nicht funktionieren."

Würzburger Kickers - Vereinsdaten

Gründungsdatum

17.11.1907

Vereinsfarben

Rot-Weiß

Trainersteckbrief Hollerbach

Hollerbach Bernd

Spielersteckbrief F. Müller

Müller Felix

Würzburger Kickers - Die letzten Spiele
Heidenheim (A)
3
:
2
Chemnitz (A)
0
:
0

Im neuen System offenbarte der Zweitliga-Fünfte gegen den höherklassigen FCI keinerlei Anpassungsprobleme, ließ aus dem Spiel heraus über die gesamten 90 Minuten nur eine einzige echte Torchance zu - bedingt durch einen eigenen Fehler: Ioannis Karsanidis leistete sich rechts hinten einen folgenschweren Fehlpass, der im 1:1 mündete (75.). Allerdings wurmte Hollerbach nicht das unkontrollierte Abspiel selbst, "sondern wie es zustande gekommen ist. Dass wir ihn schlecht und unter Druck angespielt haben und dahinter aus der Position gelaufen sind". Ansonsten präsentierte sich Würzburg extrem abgeklärt, selbstbewusst und kreativ.

Müllers Eifer wird belohnt

Seinen Beitrag dazu leistete auch Torschütze Felix Müller, der nicht nur durch seinen Joker-Treffer bei Dynamo Dresden (2:2) ein Bewerbungsschreiben für die Startelf abgab. "Wer gut trainiert, wird seine Chancen bekommen. Felix Müller nutzt sie jetzt auch", erkannte Hollerbach den Arbeitseifer des eigentlichen Linksverteidigers, den der Trainer zu einem polyvalenten Offensivmann umfunktionierte. "Das liegt an ihm, er arbeitet hart dafür. Wie er läuft, wie er sich bewegt, wie er presst, wie er umschaltet", lobte Hollerbach seinen Schützling ausdrücklich.

Damit dient Müller als Paradebeispiel für die rasante Entwicklung der Würzburger: "Man merkt, dass wir eine breite Brust kriegen. Junge Spieler können sich in einer höheren Klasse weiterentwickeln, wenn sie spielen und auch Erfolgserlebnisse haben."

mam