"Endspiel" gegen Peru wartet auf Vidal & Co.

Acht Stars gelbvorbelastet: WM für Chile in Gefahr

Diese Bundesliga-Stars könnten Chile schon gegen Kolumbien fehlen: Eduardo Vargas (#11), Charles Aranguiz (#20) und Arturo Vidal.

Diese Bundesliga-Stars könnten Chile schon gegen Kolumbien fehlen: Eduardo Vargas (#11), Charles Aranguiz (#20) und Arturo Vidal. picture alliance

Der Start in die WM-Qualifikation auf dem südamerikanischen Kontinent war noch nach Plan verlaufen: 2:0 gegen Brasilien, 4:3 gegen Peru und 1:1 gegen Kolumbien. Danach ging es für Arturo Vidal & Co. allerdings steil bergab. In den folgenden sechs Vergleichen sprang nur noch ein einziger Dreier heraus (4:1 gegen Venezuela), speziell das 0:3 gegen Ecuador in der Nacht auf Freitag (MESZ) schmerzte ungemein. Mit elf Zählern haben die Chilenen nun schon fünf Punkte Rückstand auf Relegationsrang fünf, den aktuell Argentinien (16) innehat.

Beim Spiel in Ecuador machte ManUniteds Antonio Valencia den Anfang (19.), der ehemalige Zweitliga-Spieler Christian Ramirez (Düsseldorf, Nürnberg) erhöhte noch vor der Pause auf 2:0. Den Schlussstrich unter eine Partie, in die die Chilenen nie gefunden hatten und teilweise doch arg vorgeführt wurden, setzte Felipe Caicedo von Espanyol Barcelona (46.). "La Roja" verteidigte bis dahin nur, wagte sich wenige Male vergeblich nach vorne - die einzige Chance bot sich Hoffenheims Eduardo Vargas, doch auch er blieb glücklos.

Vidal hoffnungsvoll: "Wir wissen ja, dass es von uns abhängt"

"Wir haben nicht so gespielt, wie wir uns das gedacht hatten, und auch nicht so, wie wir trainiert hatten", stellte Bayerns Vidal klar. Der 29-Jährige wollte dabei freilich nichts schönreden: "Wir nehmen das jetzt so mit. Wir wissen ja, dass es von uns abhängt. Ich weiß die Leute sehr zu schätzen, die uns trotzdem immer unterstützen." Das dürfte aktuell zumindest nicht mehr bedingungslos ganz Chile sein. Die Stimmung hinterher in der Kabine? "Natürlich tut es weh, wenn man nicht gewinnt. Aber wir stehen zusammen, noch stärker als je zuvor - und wissen, dass wir es gemeinsam noch umbiegen können."

Dieses Spiel ist entscheidend, wenn wir noch zur Weltmeisterschaft wollen.

Arturo Vidal über das "Endspiel" gegen Peru

Dafür wird es nun aber auch höchste Zeit, die kommenden Aufgaben sind gleichzeitig alles andere als leicht. Zu Hause wartet das brisante Duell gegen Peru, anschließend geht's nach Kolumbien, ehe Spitzenreiter Uruguay nach Chile reist. Kein Wunder also, dass nun in der heimischen Presselandschaft schon von einem "Endspiel" und "Ultimatum" die Rede ist. "Gegen Peru müssen wir alles reinwerfen, mit Herz spielen. Dieses Spiel ist entscheidend, wenn wir noch zur Weltmeisterschaft wollen", ist für Vidal die Zeit der Ausreden vorbei.

Perus Hoffnungsträger heißt Cueva

Überragender Akteur gegen Argentinien: Perus Christian Cueva.

Überragender Akteur gegen Argentinien: Perus Christian Cueva. imago

Doch im Endspurt um die WM-Qualifikation stellt sich den Chilenen noch ein anderes Problem: Gleich acht (!) Stammkräfte sind gelbvorbelastet. Neben Vidal und Vargas sind auch Offensivstar Alexis Sanchez, Mauricio Isla, Felipe Gutierrez, der Ex-Mainzer Gonzalo Jara, der Ex-Hamburger Marcelo Diaz und Leverkusens Charles Aranguiz betroffen. Sollte einer dieser Spieler gegen Peru verwarnt werden, würde er für die Partie in Kolumbien nicht zur Verfügung stehen. Ein Handicap, das die Chilenen nun dauerhaft mit sich herumschleppen müssen. Immerhin: Gary Medel, der wegen seiner Schiedsrichterbeleidigung eine Vier-Spiele-Sperre aufgebrummt bekam, fehlt gegen Peru ein letztes Mal.

Die Peruaner haben indes Verletzungssorgen: Der Ex-Hamburger Paolo Guerrero, Miguel Trauco, Pedro Gallese, Yoshimar Yotun, Pedro Aquino, Christian Ramos, Aldo Corzo und Renato Tapia kämpfen mit Blessuren. Auf einen wehrlosen Gegner müssen sich die Chilenen aber nicht einstellen: Der gegen Argentinien überragende Christian Cueva ist dabei. Und für seine Defensivqualität war "La Roja" (schon 15 Gegentore in neun Spielen) in den letzten Quali-Vergleichen nicht unbedingt bekannt. Ein Fehlen von Vidal, Aranguiz & Co. würde das wohl nicht besser machen.

msc/las