Erstes Heimspiel für den Kosovo

Halldorsson: "Wir wollen mehr"

Hannes Halldorsson

Nach der EM will Islands Keeper Hannes Halldorsson nun auch zur WM. picture alliance

Im Achtelfinale der EURO 2016 sorgten die Isländer für eine der größten Sensationen im Weltfußball und gaben den Engländern mit 2:1 das Nachsehen. Zwar war eine Runde später gegen Frankreich Endstation, doch spätestens seitdem ist Island seinen Status als Underdog endgültig los.

Für Keeper Hannes Halldorsson ist das Ende der Fahnenstange im isländischen Fußball aber noch nicht erreicht. "Wir haben in Frankreich ein großes Turnier gespielt", sagte der 32-Jährige dem kicker und schob gleich hinterher: "Wir wollen mehr". Und zwar die erstmalige Qualifikation für eine Weltmeisterschaft. Halldorsson sieht gute Chancen, dass Island bereits 2018 in Russland dabei sein wird. Denn neben dem bereits seit einigen Jahren existierenden "guten Mix aus talentierten Spielern und einer guten Organisation" habe die isländische Nationalelf in Frankreich "eine Spielidee entwickelt, die gut zu uns passt".

Allerdings trat diese zum Auftakt der WM-Quali in der Ukraine (1:1) nicht so richtig in Erscheinung. In den nun folgenden Heimaufgaben gegen Finnland heute Abend sowie am Sonntag gegen die Türkei (jeweils 20.45 Uhr) soll dies mit Unterstützung der eigenen Fans wieder anders werden. Die Vorfreude auf die Partien ist sowohl bei den Spielern als auch bei den Fans groß, innerhalb von fünf Minuten seien beide Spiele ausverkauft gewesen, berichtete Halldorsson.

Kosovos "Heimdebüt" gegen Kroatien

Albert Bunjaki

Alles neu für den Kosovo: Nationalcoach Albert Bunjaki macht auf der Pressekonferenz zum Spiel gegen Kroatien ein Selfie. imago

Groß ist die Euphorie auch im Kosovo, der erstmals an einem offiziellen UEFA-Wettbewerb teilnimmt und am Donnerstag gegen Kroatien im Rahmen der WM-Quali seine Heimpremiere feiern wird. Allerdings gibt es beim Debüt einen Haken: Da weder die Stadien in Pristina noch in Mitrovica FIFA-Kriterien erfüllen, wird im albanischen Shkoder gespielt.

Mit Kroatien wartet zudem ein auf dem Papier dicker Brocken auf den Kosovo, sind die Feurigen doch 14. der FIFA-Weltrangliste. "Wir müssen mehr als 100 Prozent geben und hoffen, dass Kroatien keinen guten Tag erwischt", sieht sich Nationalcoach Albert Bunjaki in der Außenseiterrolle. Zwar werden auf Seiten der Kroaten die Stars Luka Modric (Knie-OP), Ivan Rakitic (Achillessehnenprobleme) und Dejan Lovren (Leistenverletzung) fehlen, doch laut dem ehemaligen Bundesligastürmer Albert Bunjaku geht es zunächst darum, das eigene Tor zu verteidigen.

Türkei: Toprak vor Comeback

Im dritten Spiel der Gruppe I empfängt die Türkei die Ukraine. Dabei könnte Ömer Toprak sein Comeback in der türkischen Nationalelf feiern. Der Leverkusener wurde erstmals seit der sogenannten "Pistolen-Affäre" im Jahr 2013 wieder in die Landesauswahl berufen. "Ich wollte immer für mein Land spielen, gerade jetzt, wo es so schwierig ist, besonders", freut sich Toprak über seine Rückkehr.

Nach der EM hat Nationalcoach Fatih Terim einen Umbruch eingeleitet, einige verdiente Spieler wie Ex-Kapitän Arda Turan, Galatasaray-Kapitän Selcuk Inan, Torjäger Burak Yilmaz (Beijing Guoan) oder Außenverteidiger Gökhan Gönül vom türkischen Meister Besiktas sind außen vor. Laut türkischen Medienberichten soll dies nicht nur sportliche Gründe haben, vielmehr habe es bereits in Frankreich Differenzen zwischen den Spielern und Terim gegeben. Wie dem auch sei, Nutznießer sind jüngere Spieler, etliche davon auch aus der Bundesliga. So zum Beispiel Dortmunds Emre Mor oder der Mainzer Yunus Malli, die bereits in Frankreich ihr Können zeigen durften. Doch auch Caglar Söyüncü (SC Freiburg) oder Kaan Ayhan (Fortuna Düsseldorf) kommen nun zu ihren Einsätzen.

jer