Int. Fußball

Nach Macho-Sprüchen: Sparta-Duo zu Frauenteam verbannt

Wegen Beleidigung einer Schiedsrichterin

Nach Macho-Sprüchen: Sparta-Duo zu Frauenteam verbannt

Tomas Koubek

Steht in Tschechiens Aufgebot gegen Deutschland - und hat Probleme bei Sparta Prag: Tomas Koubek. imago

3:3 endete das Ligaspiel zwischen dem FC Zbrojovka Brünn und Sparta Prag am Sonntagnachmittag, doch die "Nachspielzeit" hatte es in sich: Weil die Schiedsrichterassistentin bei Brünns Ausgleich in letzter Minute eine Abseitsstellung übersehen hatte, zeigten zwei Sparta-Profis Macho-Attitüden.

"Frauen gehören an den Herd", befand Torwart Tomas Koubek (24, drei Länderspiele), der auch in Tschechiens Aufgebot für das WM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland am Samstag in Hamburg steht. "Frauen sollten nicht im Männerfußball tätig sein." Sein derzeit verletzter Teamkollege Lukas Vacha (27, acht Länderspiele) veröffentlichte daraufhin ein Foto von Schiedsrichterin Lucie Ratajova und schrieb "die Köchin" darüber.

Der Aufschrei in Fußball-Tschechien war groß, der Verbandschef nannte die Sprüche "völlig inakzeptabel", die Disziplinarkommission hat bereits Ermittlungen aufgenommen. Sparta Prag hat schon jetzt reagiert: Koubek und Vacha sollen einige Zeit mit der klubinternen Frauenmannschaft trainieren - "um sich mit eigenen Augen zu überzeugen, dass Frauen nicht nur am Herd geschickt sein können", wie es Sparta-Generaldirektor Adam Kotalik gegenüber der Zeitung "Lidove noviny" ausdrückt.

Beide Spieler ruderten inzwischen zurück. Während Vacha allerdings lediglich meinte, sein Kommentar bezöge sich auf einen bestimmten, spielentscheidenden Fehler und habe sich "nicht an andere Frauen gerichtet", entschuldigte sich Koubek "bei allen Frauen". Dazu postete er bei Facebook ein Bild von seiner Frau und Tochter. "Ich liebe meine Mädels", schrieb er dazu, "und möchte, dass sie im Leben etwas erreichen, worauf wir stolz sein werden."

jpe

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