Bundesliga

Bleibt Labbadia? Beiersdorfer weicht aus

Trotz der ansprechenden Leistung: Zukunft des Trainers offen

Bleibt Labbadia? Beiersdorfer weicht aus

Bruno Labbadia

Muss HSV-Trainer Bruno Labbadia trotz des achtbaren Vortrags gegen die Bayern gehen? picture alliance

Nach dem Schlusspfiff schritt Bruno Labbadia über den Rasen des Volksparkstadions. Sein Ziel: die Nordkurve. Vor den Fans angekommen, blickte der 50-Jährige ins weite Rund und klatschte in die Hände. Zum Abschied? Die Zeichen verdichten sich, dass Labbadia gehen muss. Denn selbst nach dem ansprechenden Vortrag beim bitteren 0:1 gegen den FC Bayern verweigerte Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer ein Bekenntnis zu seinem Trainer. Auf Fragen zu Labbadias Zukunft wich er aus. "Wir werden das intern besprechen", sagte Beiersdorfer. Ob Hamburgs Trainer auch kommende Woche in Berlin Labbadia heißt, könne er derzeit nicht sagen.

Auch Labbadia selbst war eher daran gelegen, über Fußball zu sprechen. Dass seine Mannschaft einen leidenschaftlichen Auftritt hingelegt und den Rekordmeister an den Rande des ersten Punktverlusts gebracht hatte, wollte der Coach nicht als Zeichen für ein intaktes Gefüge werten. "Darum geht es nicht", sagte Labbadia, "für mich zählt nur, dass wir das umgesetzt haben, was wir uns vorgenommen haben: Wir wollten mitspielen."

Es hat heute Spaß gemacht, Trainer dieser Mannschaft zu sein.

Bruno Labbadia

Tatsächlich entnervte der HSV die Bayern im ersten Abschnitt mit einer kompakten Darbietung und ungemein viel Leidenschaft. So kamen die Münchner lediglich zu einer Torchance. Erst nach der Pause kam Carlo Ancelottis Mannschaft häufiger zum Abschluss - und kassierte durch Joshua Kimmichs spätes Tor den K.o.-Schlag. "Die Mannschaft ist unfassbar traurig", verriet Labbadia, sagte aber auch: "Es hat heute Spaß gemacht, Trainer dieser Mannschaft zu sein."

Spielbericht

Fans applaudieren Team und Trainer

Wie lange er das noch ist, ist fraglich. Dabei war Hamburg nach Labbadias Dafürhalten nicht nur neun Kilometer mehr gelaufen als die Bayern, "sondern hat auch fußballerisch überzeugt". So sah sich Labbadia in seiner Arbeit bestätigt: "Ich habe das gemacht, was ich machen konnte."

Der Anhang dankte es dem Trainer nach dem Schlusspfiff mit reichlich Applaus - trotz der vierten Niederlage in Serie, der dritten ohne Tor. Nach Ansicht von Fans und Spielern ist Labbadia nicht das Problem. Entscheidend aber ist, wie die Führungsriege die Gemengelage beurteilt. Und diesbezüglich hielt sich der HSV-Boss bedeckt. "Von meiner Seite aus gibt es dazu nichts zu sagen", so Beiersdorfer.

lei

Bilder zur Partie Hamburger SV - Bayern München