2. Bundesliga

Union rückt vor - Nürnberg atmet auf

VfB punktet bei Wolf-Debüt - BTSV marschiert weiter

Union rückt vor - Nürnberg atmet auf

1. FC Union Berlin

Stimmungsvoller Dreier: An der Alten Försterei feierte Union Berlin einen 2:0-Sieg gegen St. Pauli. Getty Images

Unions Pressingmaschine greift

Am Montagabend trafen sich Union Berlin und St. Pauli an der Alten Försterei. Die spielbestimmenden Eisernen sahen sich kompakt im Zentrum stehenden Kiez-Kickern gegenüber und setzten dem Gegner mit aggressivem Pressing enorm zu. Genau daraus schlugen die Hauptstädter schon im ersten Durchgang Kapital: Nach Balleroberung und blitzschnellem Umschaltverhalten stand Hosiner frei vor Himmelmann und schob zum 1:0 ein (13.). Dann leistete sich Sobiech einen folgenschweren Aussetzer - Redondo sagte danke und traf zum 2:0 (42.). Mit Beginn des zweiten Abschnitts stellten die Hamburger sowohl personell als auch taktisch um und erarbeiteten sich mehr Zugriff. Wirklich zwingend traten die Gäste in der Offensive aber dennoch nicht auf. Am Ende stand also Berlins vierter Sieg in Folge (seit sechs Ligaspielen ungeschlagen), der Union auf Tabellenrang zwei hievte. St. Pauli stürzte dagegen auf Platz 15 ab.

2. Bundesliga - 7. Spieltag
2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Braunschweig Eintracht Braunschweig
18
2
Union 1. FC Union Berlin
14
3
Hannover Hannover 96
14
2. Bundesliga - Torjäger 2016/17
Union Quaner Collin
6
Nürnberg Burgstaller Guido
5
Braunschweig Kumbela Domi
5
2. Bundesliga - Scorer 2016/17
Union Quaner Collin
8
Union Skrzybski Steven
7
Würzburg Daghfous Nejmeddin
6

Hannover schlägt in Durchgang zwei zu

Hannovers Stefan Standberg gegen Münchens Daylon Claasen

Sieg gegen 1860: Hannovers Stefan Standberg, hier gegen Münchens Daylon Claasen. imago

Am Sonntag war der TSV 1860 München schon wieder gefordert - für die Löwen blieb nur eine kurze Verschnaufpause, denn am Donnerstagabend waren die Giesinger noch auf St. Pauli gefordert (2:2). Gegen Hannover präsentierten sich die Gastgeber offensiv zu harmlos, in der Defensive oft zu passiv und ließen Chancen für die 96er zu. In der bayerischen Landeshauptstadt stand es dennoch nach 45 Minuten nur 0:0. In der zweiten Hälfte aber brach nach 67 Minuten Karaman den Bann und besorgte nach einem Eckball mit dem Hinterkopf die Führung für 96. Die Löwen versuchten in der Folgezeit den Ausgleich zu erzielen, mussten dann aber in der 87. Minute durch Harnik den zweiten Gegentreffer und somit den Knock-out hinnehmen.

Schuppan trifft und schwächt sein Team

Richtig kurios verlief die Partie der Nürnberger bei Arminia Bielefeld - mit dem besseren Ende für die Franken. War der Tabellenletzte in Durchgang eins die bessere Mannschaft, schlug sich das nicht im Ergebnis nieder. Selbst einen Strafstoß nach einem Foul vermochte der FCN nicht zu verwandeln: Burgstaller schoss Bielefelds Keeper Hesl genau auf die Füße (40.). Stattdessen fiel der Treffer auf der anderen Seite. Eine Salger-Ecke fand ihren Weg zu Schuppan am Fünfer, der halbrechts zur 1:0-Führung einköpfte. Der Spielverlauf war auf den Kopf gestellt. Doch Burgstaller, der im ersten Durchgang die große Chance vom Punkt vergab, stellte kurz nach der Pause auf Remis: Nach einer Flanke von Möhwald nahm der Österreicher die Kugel volley und hämmerte sie zum 1:1 in das linke obere Toreck. Nur fünf Minuten später schwächten sich die Bielefelder dann selbst: Schuppan handelte sich gegen Salli die zweite Gelbe Karte der Partie ein und musste folgerichtig vom Platz. In Unterzahl kam es für Bielefeld dann, wie es kommen musste: Nürnberg nutzte den Mann mehr auf dem Feld und ging in der 81. Minute in Führung. Erneut hatte Burgstaller per Volleyschuss zugeschlagen. Nürnbergs Matavz machte dann kurz darauf den Deckel drauf - 3:1. Für Trainer Alois Schwartz und den FCN ist es der erste Saisonsieg, der vorerst die Trainer-Diskussion verstummen lassen dürfte.

Würzburg kämpft sich zweimal zurück

Einen Traumstart erwischte Dynamo Dresden im Spiel gegen die Würzburger Kickers. Nach etwas mehr als einer Minute zappelte der Ball bereits im Netz: Hartmann stand nach einer Ecke am richtigen Platz und drückte das Leder aus kurzer Distanz in die Maschen. Glück für Dresden: Der Ball war zuvor von Lambertz' Hand abgeprallt, was nicht geahndet wurde. Die beste Gelegenheit für die Unterfranken war ein Lattenschuss von Daghfous in der 14. Minute. Nach der Pause folgte aber der frühe Ausgleich durch den Würzburger Joker Müller, der nach einer Daghfous-Flanke sträflich alleingelassen zum 1:1 einköpfte. Doch das Ergebnis hielt nicht lange. Erst hatte Dresden durch Aosman einen Lattenschuss (56.), dann stellte Gogia die Führung wieder her (58.). Würzburg gab sich aber nicht geschlagen und glich mit einem Knaller aus der Distanz erneut aus (72.). Es blieb trotz weiterer Gelegenheiten beim Remis.

Heidenheim pirscht sich ganz oben ran

Finne jubelt

Heidenheims Bard Finne (l.) jubelt mit den Teamkollegen über sein Blitztor gegen Lautern. picture-alliance

Heidenheim empfing am Samstag Besuch aus Kaiserslautern, das unverändert begann, während FCH-Coach Frank Schmidt mit fünf Personalwechseln aufwartete. Zwei der Neuen, Vorlagengeber Schnatterer und Torschütze Finne, sorgten für einen Blitzstart (2.). Die Pfälzer drückten sofort auf den Ausgleich, Zoua vergab frei vor Müller (18.). Mehr Effizienz zeigten die Gastgeber: Freistoß Schnatterer, Kopfball Beermann – 2:0 (20.). Glück zudem für einen offensiv in der Folge auch mit Osawe für den verletzten Zoua harmlosen FCK, dass Vucurs Schubser gegen Halloran nicht mit einem Strafstoß geahndet wurde (35.).

Nach dem Wechsel wurde es nichts mit einem Comeback der Korkut-Elf - auch weil Rings Kopfball nur am Pfosten landete (50.) und Strauß wenig später mit seinem ersten Zweitliga-Treffer seit 2007 auf 3:0 stellte (56.). Den Rest besorgte eine stabile Defensive Heidenheims, das auf Platz zwei angekommen ist. Die Tor-Garantie in der Voith-Arena hielt somit: In jedem Zweitliga-Spiel fiel dort bislang mindestens ein Treffer.

Joker Hoffer sticht

Karlsruhe stieß gegen Aue den Bock um und jubelt über den ersten Sieg. Mit Ersatzmann Jendrusch (Zweitliga-Startelf-Debüt) für Kapitän und Stammtorwart Männel (ausgekugelter Ellenbogen) starteten die Sachsen im Wildpark, wobei Erzgebirges Schlussmann zunächst weitgehend beschäftigungslos bleiben sollte. Nach zu Beginn vielversprechenden Offensivszenen auf beiden Seiten (Mavrias, 1. - Kalig, 8., Köpke, 10.) bot die Begegnung nurmehr Magerkost. Nach Wiederanpfiff näherte sich einzig Diamantakos der Führung vielversprechend an (55.), wurde dann aber gegen Hoffer ausgetauscht. Eine glückliche Entscheidung von Coach Tomas Oral, denn der Joker erzielte nur fünf Minuten später nach Stoppelkamp-Vorlage die Führung (76.). Ein Rollentausch entschied die Partie: Stoppelkamp übernahm die Kugel von Hoffer und schob zum 2:0-Endstand ein (87.).

1:1 in Bochum: VfL-Joker Wurtz vermiest Wolfs Debüt

Stu

Stuttgarts Kapitän Gentner brachte den VfB in Bochum in Front - zum Sieg reichte es nicht. imago

Am Freitagabend feierte Hannes Wolf als Nachfolger von Cheftrainer Jos Luhukay und Interimscoach Olaf Janßen ein teilweise gelungenes Debüt mit dem VfB Stuttgart beim VfL Bochum. Der 35-Jährige holte mit den Schwaben auswärts ein 1:1. Das Duell zwischen den Westdeutschen und dem VfB war zugleich der Vergleich zwischen der Torjäger Mlapa und Terodde. Der Neu-Stuttgarter stand im ersten Durchgang auch gleich zweimal im Fokus, als er zwei Großchancen vergab – bei seiner ersten Gelegenheit hätte er auch einen Elfmeter zugesprochen bekommen können. Die Bochumer dagegen taten sich in der Offensive vor der Pause eher schwer. Nach dem Seitenwechsel wurde die Verbeek-Elf zielstrebiger und war besser, doch das Tor machte der VfB: Maxim bediente Gentner und der Kapitän traf aus 13 Metern. Die Bochumer rannten in der Folge massiv an, der VfB geriet immer mehr ins Taumeln und musste durch Joker Wurtz schließlich den verdienten Ausgleich hinnehmen. Der VfL wollte sogar noch mehr, aber am Ende blieb es beim Remis.

Doppelschlag beschert Braunschweig den sechsten Dreier

Braunschweigs Reichel freut sich über seinen satten Schuss zum 2:0 gegen Düsseldorf.

Braunschweigs Reichel freut sich über seinen satten Schuss zum 2:0 gegen Düsseldorf. picture-alliance

Eintracht Braunschweig wollte seinen Anhang nach dem 0:2 in Stuttgart unter der Woche wieder versöhnen und nach fünf Startsiegen in Folge gegen Fortuna Düsseldorf wieder in die Erfolgsspur zurückkehren. Allerdings sahen sich die Niedersachsen in der Anfangsphase zunächst mutigen Angriffen der Westdeutschen ausgesetzt, die allerdings im Sande verliefen. Die Lieberknecht-Elf dagegen agierte nach rund einer halben Stunde extrem effizient: Erst stocherte Kumbela nach einem Standard den Ball zur Führung über die Linie, dann hämmerte Reichel einen zu kurz abgewehrten Freistoß aus der zweiten Reihe wuchtig in die Maschen. Zwei Wirkungstreffer, die den Düsseldorfern sichtlich zu schaffen machten. Mit Wiederbeginn mussten die Fortunen mehr wagen, um die Aufholjagd zu starten, die Braunschweiger lauerten derweil auf Konter. Chancen hatten die Westdeutschen genug, doch heraussprang lediglich der Anschlusstreffer durch Joker Kiesewetter, so dass Braunschweig mit dem 2:1 seine Spitzenposition festigte.

Wooten spuckt Derby-Sieger Fürth in die Suppe

Die SpVgg Greuther Fürth wollte den Derbysieg in Nürnberg nun gegen den SV Sandhausen vergolden und legte auch selbstbewusst los. In den ersten zwanzig Minuten setzten die von Rückkehrer Gjasula angetriebenen Franken den SVS gehörig unter Druck, doch die Ruthenbeck-Elf ließ zwei Chancen liegen. Mitte der ersten Hälfte dann der Riss im Spiel der SpVgg - viele Fehler im Aufbau machten es der Sandhäuser Abwehr leicht, das Zu-Null zu halten. In Hälfte zwei erhöhten die Fürther wieder die Schlagzahl, aber Joker Tripic hatte mit einem Kopfball an den Pfosten Pech. Trotz der Großchance herrschte im Offensivspiel beider Mannschaften viel Leerlauf, doch dann trat Narey an und bediente Freis, der mühelos zum 1:0-Führungstreffer einschob. Der Vorsprung hielt bis in die Nachspielzeit, dann staubte Wooten zum glücklichen 1:1-Endstand ab.

cru