Bundesliga

Leipzig punktet auch in Köln - Fünfte Pleite für Schalke

Werder gelingt Befreiungsschlag, Bayern bricht spät den Bann

Leipzig punktet auch in Köln - Fünfte Pleite für Schalke

Hoffenheims Rupp drückt den Ball zum 2:1 ins Schalker Tor.

Hoffenheims Rupp drückt den Ball zum 2:1 ins Schalker Tor. imago

Rupp beschert Schalke die fünfte Liga-Pleite in Folge

Schalke 04 kann den freien Fall nicht stoppen. Die Königsblauen verloren am Sonntagnachmittag auch das fünfte Ligaspiel in Folge, bei der TSG Hoffenheim setzte es trotz früher Führung eine 1:2-Niederlage. Der Start für die Knappen verlief verheißungsvoll, als Embolos Flanke im Strafraum Choupo-Moting fand und der Kameruner zum Führungstreffer der Gäste einnickte. Hoffenheim ließ sich nicht groß beirren und setzte die Offensivmaschine in Gang. Mit Erfolg: Kramaric glich aus, Rupp markierte kurz vor der Pause das 2:1 für die Sinsheimer. Pech hatte Schalke, als Huntelaars Kopfball an den Pfosten klatschte. Nach dem Seitenwechsel hatte Choupo-Moting erneut eine frühe Torgelegenheit, doch danach versiegte der Angriffsfluss der Schalker. Die Sinsheimer blieben bei ihren Kontern sogar einen Tick gefährlicher, doch letztlich blieb es beim nicht unverdienten Heimsieg der TSG. Die Kraichgauer bleiben nach vier Unentschieden und dem ersten Dreier weiter ungeschlagen.

Bundesliga - 5. Spieltag
Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bayern München
15
2
Borussia Dortmund
12
3
1. FC Köln
11
Bundesliga - Torjäger 2016/17
Aubameyang Pierre-Emerick
5
Lewandowski Robert
5
Chicharito
4
Bundesliga - Scorer 2016/17
Ribery Franck
7
Castro Gonzalo
6
Lewandowski Robert
6

Kölner remis gegen RB: Verspäteter Anpfiff und ein rassiges 1:1

Kölns Osako freut sich mit Modeste über sein Tor zum 1:1.

Kölns Osako freut sich mit Modeste über sein Tor zum 1:1. imago

Am Sonntagabend stieg dann das Duell zwischen dem 1. FC Köln und RB Leipzig - wegen einer Sitzblockade der FC-Fans gegen den Bus der Sachsen begann das Spiel mit einer 15-minütigen Verspätung. Mit dem Anpfiff ging die Partie aber gleich in den Vollgas-Modus. Leipzig ging mit dem ersten Angriff durch Youngster Burke in Front, die Geißbock-Elf drängte danach forsch auf den Ausgleich und wurde durch Osakos wuchtigen Schuss unter die Latte belohnt. Auch nach dem 1:1 blieben die Rheinländer am Drücker, die Hasenhüttl-Elf waren vor allem mit verteidigen beschäftigt und konnte kaum Konter fahren. Auch die zweite Hälfte begann mit viel Tempo und wieder waren es die Kölner, die das dominante Team stellten. Klare Chancen sprangen für den FC zunächst nicht heraus und nach rund einer Stunde konnten die Gäste die Partie wieder ausgeglichener gestalten. In der Schlussphase zollten beide Mannschaften dem rasanten Tempo Tribut, das Spiel verflachte, sodass es letztlich beim gerechten Remis blieb.

Kraftakt an der Weser: Bremen dreht Spiel in den Schlussminuten

Alexander Nouri

Jubel nach dem Kraftakt: Alexander Nouri feierte ausgelassen mit seinen Spielern. Getty Images

Später Befreiungsschlag für Werder Bremen im zweiten Spiel unter Interimstrainer Alexander Nouri: Die Hanseaten lieferten im Nordduell gegen Wolfsburg am Samstagabend einen guten Auftritt ab. Im Gegensatz zum ideenlosen VfL, der in der Offensive praktisch nicht stattfand, erspielten sich die Bremer (ständiger Gefahrenherd: Gnabry) mehrere gute Möglichkeiten. Im Abschluss agierten sie aber glücklos oder schlichtweg zu unpräzise. Fast schon symptomatisch für die derzeitige Werder-Lage: Das 1:0 für Wolfsburg erzielte ein Bremer. Nach einer Flanke von Startelfdebütant Horn beförderte Bauer den Ball ins eigene Netz (69.). Doch in der Schlussphase setzte Werder zum Kraftakt an: Erst glich Thy (erstes Bundesligator, 86.) aus, dann verwandelte Gebre Selassie das Weserstadion mit seinem Kopfballtor in der Nachspielzeit endgültig in ein Tollhaus.

Kimmich bricht spät den Bann - War es das für Labbadia?

Josua Kimmich und Frank Ribery

Das HSV-Bollwerk hielt nur bis kurz vor Schluss: Kimmich (l.) und Ribery bejubeln das späte Siegtor des FCB. imago

Das Duell mit Serienmeister Bayern war für den von Boss Dietmar Beiersdorfer schwer angezählten Coach Bruno Labbadia zum Schicksalsspiel deklariert worden. Der HSV-Trainer, der Barça-Leihgabe Halilovic nicht einmal in den Kader berief, überraschte mit Bahoui in der Startelf. Und der hätte sich für das Vertrauen beinahe schon in der zweiten Minute bedankt. Sein Schuss stellte Neuer aber vor keine Probleme. In der Folge hielten die Hamburger aufopferungsvoll dagegen und ließen gegen die hochklassige Bayern-Offensive nicht viel zu. Labbadias Team lieferte dem FCB einen packenden Kampf. Zahlen untermauern dies: Der HSV lief in Durchgang eins mehr als fünf Kilometer mehr als der FCB, bei dem Boateng, Xabi Alonso, Vidal, Ribery und Robben zu Beginn auf der Bank saßen.

Nach der Pause wurde der FC Bayern, beim dem Hummels verletzt ausschied , erwartungsgemäß stärker: Der glänzend aufgelegte HSV-Torhüter Adler parierte gegen Lewandowski stark (57.) - der Startschuss für den FCB, der nun zu Chancen im Fünfminutentakt kam. Bis zur 88. Minute hielt der HSV dem Druck stand, dann gelang Kimmich nach Vorarbeit von Ribery doch noch das 1:0. War es das für den einstigen Dino-Retter Labbadia ? Dieser sagte bei "Sky": "Es hat heute Spaß gemacht, Trainer dieser Mannschaft zu sein."

Wahnsinn in der Nachspielzeit: Hector gleicht für Frankfurt aus

Vor dem Spieltag grüßte Frankfurt überraschend von Platz vier und auch am Ende einer rasanten Achterbahnfahrt gegen Hertha BSC jubelte die Eintracht - über den 3:3-Ausgleich von Hector in der Nachspielzeit. Fabian und Meier (39./45.) hatten die Partie kurz vor der Pause gedreht. Ibisevic, der per Elfmeter auch schon die Gäste-Führung besorgt hatte, glich nach dem Wechsel aus. Esswein sorgte mit einem sehenswerten Treffer für die erneute Wende (58./65.). Die Hertha-Führung hielt jedoch nur bis in die 92. Minute: Dann glich der früh für den verletzten Abraham eingewechselte Hector nach Flanke von Rebic per Kopf doch noch aus.

Wahnsinn in der Nachspielzeit: Chicharito zum Dritten!

Ähnlich wahnsinnig ging es in Mainz zu. Beim 3:2-Auswärtssieg der Leverkusener schwang sich Chicharito mit drei Treffern zum Matchwinner für die Werkself auf , bei der Pohjanpalo diesmal von Beginn an ran durfte. In drei Spielen gegen die Mainzer, die durch Malli (31.) und Bell (36.) vor der Pause zweimal in Führung gegangen waren, hat der Mexikaner damit fünf Treffer erzielt. In der 92. Minute machte der Angreifer, der zuvor zweimal ausgeglichen hatte (32./67.), seinen Dreierpack nach Flanke von Tah per Kopf perfekt.

Gladbach: Die Barça-Generalprobe glückt - Ingolstadt weiter sieglos

Ohne seine Offensivkräfte Raffael (angeschlagen) und Hazard (zunächst Bank), die bislang fünf von acht Saisontoren erzielt hatten, ging Gladbach vier Tage vor dem Champions-League-Gastspiel des FC Barcelona ins Duell mit dem FC Ingolstadt. Die Gäste, die erneut giftig auftraten und gut verteidigten, vergaben durch Morales eine frühe Gelegenheit (1.). Danach passierte lange nichts, ehe Stindl die erste Borussia-Chance kurz vor der Pause zur Führung nutzte (42.). Nach dem Wechsel hatten die Gladbacher Pech mit zwei Aluminiumtreffern, ehe Wendt für die Entscheidung sorgte (76.). Ingolstadt wartet damit weiter auf seinen ersten Saisonsieg.

Bobadilla-Verletzung trübt Schusters Freude

Für Augsburgs Dirk Schuster verlief das Wiedersehen mit seiner alten Liebe Darmstadt 98 erfolgreich - allerdings gab es für den FCA mit der Verletzung von Bobadilla einen dicken Wermutstropfen. Der Offensivmann, dessen Lattenschuss in der ersten Hälfte eine von zahlreichen FCA-Chancen war, musste früh wegen einer Schultereckgelenks-Verletzung raus . Eine längere Pause droht. Weil Darmstadts Guwara sich in der Nachspielzeit mit einem übermütigen Einsteigen im Mittelkreis Gelb-Rot abholte, gingen die Augsburger in Überzahl in die zweite Hälfte. Und nach dem Wiederanpfiff dauerte es keine Minute, bis Finnbogason per Kopf den Treffer zum verdienten 1:0-Sieg erzielte, der höher hätte ausfallen müssen.

Freitag: BVB gewinnt gegen Freiburg - Jubilar Aubameyang trifft

Freiburgs Söyüncü kommt zu spät, Aubameyang trifft für Dortmund.

Freiburgs Söyüncü kommt zu spät, Aubameyang trifft für Dortmund. imago

Dortmund eröffnete den 5. Spieltag mit einem 3:1 gegen Freiburg. Nach Grifos Wachmacher (5.) zeigte sich Dortmund gewohnt spielfreudig und kam zu einer Vielzahl von guten Möglichkeiten. Einzig - der Ball wollte nicht ins Tor. Dembelé trieb über links an, bei Aubameyang (18.) und Mor (22., Latte) hatten die BVB-Fans schon den Torschrei auf den Lippen. "Wir machen zurzeit aus fast jeder Chance ein Tor", hatte BVB-Mittelfeldmann Castro im kicker-Interview betont, gegen die Breisgauer haperte es aber genau daran - bis kurz vor der Pause. Da drückte Aubameyang in seinem 100. Bundesliga-Spiel den Ball zum 59. Mal über die Linie. Piszczek erhöhte kurz nach der Halbzeit – eine Vorentscheidung? Nein, denn Philipp machte es nach einer Stunde wieder spannend. Doch so sehr sich der Sportclub auch bemühte, mehr als eine Chance durch Bulut (72.) sprang nicht mehr heraus, vielmehr beseitigte Guerreiro am Ende mit dem 3:1 alle Zweifel. Nach 11:1 Toren aus den letzten zwei Liga-Partien schloss der BVB nicht ganz so spektakulär, aber dennoch mit drei Punkten ab, stellte den Vereinsrekord mit 24 ungeschlagenen Heimspielen ein und gewann das elfte Spiel in Folge gegen Freiburg - so wie von 1989 bis 1996 gegen Uerdingen.

ski/nik/bst