2. Bundesliga

Derby-Verlierer, Letzter - und nicht auf Trainersuche

Nürnberg: Sportvorstand Bornemann hält an Schwartz fest

Derby-Verlierer, Letzter - und nicht auf Trainersuche

Alois Schwartz

Erhält Rückendeckung: FCN-Coach Alois Schwartz. imago

Mit verschränkten Armen stand Schwartz an der Seitenlinie, der Blick leer, rätselnd. Ganz konnte der FCN-Coach nicht begreifen, was sich auf dem Platz im Nürnberger Stadion abspielte. Lange war der hiesige Club angerannt, mit reichlich Leidenschaft, Kampfkraft und Wille ausgestattet. "Man kann niemandem vorwerfen, dass er sich nicht reinhängt. Man hat es in der ersten Halbzeit gesehen: Wir geben alles, drängen, haben etliche Ecken", bilanzierte Kapitän Brecko deshalb.

Und trotzdem prangte nach etwa einer Stunde ein 0:2 auf der Anzeigetafel. Weil bei den beiden Fürther Treffern genau diejenigen Faktoren hineinspielten, die sich wie ein roter Faden durch die bisherige Spielzeit des Club ziehen. Beim 0:1 durch Dursun, "da standen wir alle wie erstarrt da, wie das Eichhörnchen vor dem Fuchs", analysierte Schwartz. Tatsächlich blieb die gesamte FCN-Defensive bei Gießelmanns Schuss, der das Aluminium küsste, wie angewurzelt stehen, das Kleeblatt hingegen setzte nach und schlug nach der folgenden Hereingabe von Freis "aus heiterem Himmel" zu.

1. FC Nürnberg - Vereinsdaten

Gründungsdatum

04.05.1900

Vereinsfarben

Rot-Weiß

Trainersteckbrief Schwartz
Schwartz

Schwartz Alois

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Spielbericht

Beim 2:0 spielte weniger die eigene Nachlässigkeit eine Rolle, Steiningers Tor trug vielmehr das Prädikat Zufallsprodukt. "Das zweite Tor ist bezeichnend", meinte ein frustrierter Schwartz und erklärte: "Der Schiri steht im Weg, wir wollen klären, der Ball wird tief gespielt, er wird geschossen, abgefälscht, drin." In einem hohen Bogen segelte Steiningers eigentlich ungefährlicher, aber abgefälschter Schuss über Keeper Kirschbaum hinweg in die Maschen.

Fehlendes Glück gepaart mit eigenem Unvermögen stürzten den Club, der sich sowohl in der ersten als auch in der zweiten Hälfte einige Großchancen herausarbeitete, noch tiefer in die Krise. Mit mickrigen zwei Punkten aus sechs Spielen rutschte der FCN nicht nur an das Tabellenende ab, sondern legte auch noch den schlechtesten Zweitliga-Saisonstart aller Zeiten hin. Echte Erklärungen lieferten weder Coach Schwartz noch Spielführer Brecko, die in dieselbe Kerbe schlugen: "Es läuft wirklich alles gegen uns."

Nürnberg historisch schlecht

Erster Leidtragender in einer solch misslichen Lage ist erfahrungsgemäß der Coach, in diesem Fall Schwartz. Doch weder Spieler noch Verantwortliche machen die prekäre Situation an ihm fest. "Es liegt nicht am Trainer", bekräftigte Brecko, "wir arbeiten gut zusammen". Und auch Sportvorstand Bornemann glaubt noch an den 49-Jährigen, den er vor wenigen Monaten selbst für nicht wenig Geld aus Sandhausen losgeeist hatte. Bei einer schnellen Entlassung müsste auch er sich rechtfertigen.

"Es waren trotz der Niederlage Dinge dabei, die uns optimistisch stimmen, dass die Mannschaft die Kurve kriegt", gab sich Bornemann optimistisch. "Der Trainer steht nicht zur Disposition", stellte er gegenüber dem BR klar. Auch wenn Schwartz zumindest aktuell noch Rückendeckung spürt, helfen dem Coach nur noch Siege. Bestenfalls fängt der Club schon am Sonntag bei Arminia Bielefeld (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) damit an.

mam