Bundesliga

Gomez glücklos - und positiv gestimmt

Hecking: "Hätten Minimum vier Tore schießen müssen"

Gomez glücklos - und positiv gestimmt

Mario Gomez

Noch immer tor- und glücklos im Wolfsburger Trikot: Mario Gomez. getty images

Es dürfte kein leichter Gang gewesen sein für Jakub Blaszczykowski. Nach der Partie machte sich der Pole auf zur Gästekurve. Acht Jahre hatte er das Dortmunder Trikot getragen, bejubelt von den Fans, die nun im Auswärtsblock der Volkswagen-Arena standen. Auch jetzt feierte der Anhang der Borussia seinen früheren Schützling. Es war eine rührende Szene - wohl aber auch ein schwacher Trost für Blaszczykowski. Zu deutlich fiel am Ende das Ergebnis aus (1:5).

Wolfsburg bot Dortmund nach dem zweiten Gegentor nach gut einer Viertelstunde lange Zeit die Stirn, brachte den BVB in der Abwehr gar mehrmals in Verlegenheit. "Wir hätten Minimum vier Tore schießen müssen", bekräftigte VfL-Coach Dieter Hecking nach dem Spiel. Und der abermals glücklose Mario Gomez fand: "Wir hätten unentschieden spielen können. Es war definitiv mehr drin."

Bundesliga - 4. Spieltag
Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bayern München
12
2
1. FC Köln
10
3
Borussia Dortmund
9
VfL Wolfsburg - Vereinsdaten

Gründungsdatum

12.09.1945

Vereinsfarben

Grün-Weiß

Spielersteckbrief Gomez
Gomez

Gomez Mario

Fehlende Abgeklärtheit beim VfL

Tatsächlich wussten die Niedersachsen zu gefallen. Letztlich machte aber die Effektivität vor dem Tor den Unterschied. In diesem Punkt trat unverkennbar zutage, was dem VfL dieser Tage noch fehlt, um in die Spitzengruppe der Bundesliga vorzustoßen: die Abgeklärtheit vor dem gegnerischen Gehäuse. Gerade Gomez agierte einmal mehr unglücklich. In der ersten Hälfte scheiterte er einmal im Eins-gegen-Eins an Roman Bürki, kurz nach der Pause erneut an Dortmunds Keeper und dem Pfosten. "Ich bin hier, um Tore zu machen. Und ich habe die Chancen", sagte der Nationalspieler nach der Partie, "es tut mir leid für die Mannschaft, dass ich sie nicht gemacht habe."

Spielbericht

Vor der Begegnung hatte Hecking versichert, seine Elf sei besser als Legia Warschau oder Darmstadt; beide hatte der BVB zuletzt mit 6:0 abgefertigt. Als der VfL-Coach später von den Journalisten gefragt wurde, ob er nach dem fünften Gegentreffer befürchtet habe, dass ihm diese Aussage im Nachhinein um die Ohren fliege, reagierte er gereizt: "Ob ihr mir das um die Ohren haut, ist mir scheißegal. Man hat gesehen, dass wir deutlich mehr Qualität haben als diese beiden Mannschaften."

Zweifelsohne hatte er mit dieser Aussage recht. Und doch ist nicht zu leugnen, dass seine Elf dem Gegner nicht nur offensiv in puncto Chancenverwertung nachstand, sondern auch der imposanten Offensive des BVB nicht gewachsen war. Die Ausnahmekönner wie Pierre-Emerick Aubameyang, Ousmane Dembelé oder Raphael Guerreiro bekam der VfL nie in den Griff.

So musste Wolfsburg trotz eines lange Zeit ansprechenden Vortrags eine 1:5-Packung quittieren. Gomez aber versprach: "Ich bin lange genug dabei, ich werde den Kopf hochnehmen. Irgendwann flutscht es wieder."

lei

Bilder zur Partie VfL Wolfsburg - Borussia Dortmund