Bundesliga

Baumann: "Haben ein klares Anforderungsprofil"

Werders Geschäftsführer erklärt die Trennung von Skripnik

Baumann: "Haben ein klares Anforderungsprofil"

Frank Baumann

Sah den Zeitpunkt zum Handeln gekommen: Werder-Geschäftsführer Frank Baumann. imago

"Ausschlaggebend waren einerseits die ernüchternden Eindrücke des gestrigen Spiels, vor allem in der ersten Halbzeit, aber auch die Tendenz in den Leistungen der letzten Wochen", begründete Baumann die Entscheidung in einer Presserunde am Sonntagvormittag: "Wir haben immer betont, dass es Zeit und Geduld braucht, aber für uns war dabei die Art und Weise wichtig, ob wir eine Weiterentwicklung sehen konnten." Nach dem Auftritt in Gladbach sei man aber zu dem Schluss gelangt, dass das Trainerteam die nötigen Impulse nicht mehr setzen könne.

Auf der Rückfahrt im Bus habe er dann ein "vernünftiges und professionelles" Gespräch mit einem "natürlich enttäuschten" Skripnik geführt, in das er bereits mit dem Vorsatz gegangen sei, dem Trainer die Trennung mitzuteilen. Es sei in erster Linie seine Entscheidung gewesen, die jedoch von der gesamten Geschäftsführung mitgetragen worden sei, meinte Baumann, der sich natürlich auch das Ok des Aufsichtsratvorsitzenden Marco Bode abgeholt hatte: "Es war der richtige Zeitpunkt, um zu handeln."

Seine nach der 0:6-Auftaktpleite in München geäußerte Aussage, es werde auch bei acht sieglosen Auftritten in Folge keine Trainerdiskussion geben, sei kein Fehler gewesen, betonte Baumann: "Ich wollte nach einem Viertel der Saison ein seriöses Zwischenfazit ziehen." Damit, dass drei so schlechte Leistungen abgeliefert werden würden, habe er nicht gerechnet.

Trainersuche: "Qualität vor Schnelligkeit"

Interimscoach Alexander Nouri bezeichnete Baumann als eine "gute Übergangslösung", weil er keine große Anlaufzeit brauche, "sodass wir den Trainermarkt in Ruhe sondieren können". Namen möglicher Nachfolger wollte er nicht kommentieren. Nach kicker-Informationen hatten die Bremer bis Sonntagmittag aber noch keinen Kontakt zu den an der Weser gehandelten André Breitenreiter, Markus Gisdol oder Andreas Herzog aufgenommen.

"Wir haben ein klares Anforderungsprofil. Wir suchen einen Trainer, der eine gewisse Spielphilosophie mitbringt, der einer Mannschaft eine klare Handschrift vermitteln kann. Er muss mit seiner Art aber auch zu Werder passen", beschrieb Baumann die Suchkriterien: "Dazu werden wir uns sehr intensiv, aber auch mit der nötigen Ruhe Gedanken machen. Es bringt nichts, etwas zu überstürzen. Wir wollen die bestmögliche Lösung für Werder finden, dabei geht Qualität vor Schnelligkeit." Ob Nouri auch länger Interimscoach bleiben könne? "Immer ist alles möglich. Es muss die beste Lösung für Werder gefunden werden."

Skripnik & Co könnten wieder im Verein eingebunden werden

Dass das bisherige Trainerteam wieder im Verein eingebunden wird, ist für Baumann vorstellbar. Bei den beiden Co-Trainern Torsten Frings und Florian Kohfeldt könnte dies unter Umständen sogar sehr schnell gehen - in alter Rolle unter neuem Cheftrainer.

Die Konzentration gilt nun jedoch erst einmal dem Heimspiel gegen Mainz am Mittwoch (20 Uhr, LIVE! bei kicker.de). Baumanns klare Forderung: "Wir erwarten von der Mannschaft eine Reaktion, dass wir eine Leistung wie die in der ersten Halbzeit in Mönchengladbach nicht auf uns sitzen lassen wollen."

ski