Bundesliga

Allofs: "Mehr Geld, weniger Qualität"

Wolfsburg: So schauen Allofs und Hecking Champions League

Allofs: "Mehr Geld, weniger Qualität"

Dieter Hecking (l.) und Klaus Allofs (r.)

Peilen mit Wolfsburg wieder das internationale Geschäft an: Dieter Hecking (l.) und Klaus Allofs (r.). picture alliance

In einem ist man sich einig. "Der VfL fehlt!", bemerkt Klaus Allofs, angesprochen auf die diesjährige Champions-League-Saison. Doch natürlich schaut der Wolfsburger Manager bei Spielen und Spielern dennoch genau hin - schließlich wollen die Niedersachsen im nächsten Jahr auf jeden Fall international wieder dabei sein, möglichst in der Königsklasse.

"Dass es nun mehr Geld für die Klubs gibt, ist gut", findet Allofs, der allerdings einschränkt: "Mit der sportlichen Entwicklung des Wettbewerbs geht diese Steigerung nicht immer einher." Und: "Natürlich besteht auch die Gefahr, dass die guten Vereine noch besser und die Abstände noch größer werden." Die Champions League sei für die Zuschauer mehr denn je interessant und attraktiv, auch wenn es schon außergewöhnlich sei, dass der erste Spieltag so klare Ergebnisse hervorgebracht habe.

VfL Wolfsburg - Vereinsdaten
VfL Wolfsburg

Gründungsdatum

12.09.1945

Vereinsfarben

Grün-Weiß

Barcas 7:0-Sieg gegen Celtic, Dortmunds 6:0-Gala in Warschau oder Bayerns 5:0-Triumph über Rostow - Resultate, wie sie in Deutschland selbst in der ersten Runde des DFB-Pokals kaum vorkamen. Allofs: "Das hängt damit zusammen, dass eben zu Beginn nicht nur die Besten, sondern auch Teilnehmer aus Nationen qualifiziert sind, die vom Leistungspotenzial nicht ganz oben einzuordnen sind. Das muss man akzeptieren."

Genau dieses Gefälle in der Qualität vermieste Dieter Hecking den Fernsehabend am Mittwoch. "Nach einer Viertelstunde habe ich vom Dortmund-Spiel auf die Konferenz umgeschaltet", verriet der VfL-Trainer, "ich bin eben eher ein Freund von engen Spielen." Die mehrfach fehlende sportliche Wertigkeit in der Champions League hatte Hecking schon tags zuvor bei Bayern-Gegner Rostow gestört. "Sie haben nur hintendrin gestanden. Rein sportlich ist das nicht das, was man als Trainer gerne sehen möchte."

Allerdings zeigt auch der Wolfsburger Coach Verständnis für die kleineren Verbände und jene Klubs, die sich zum Start als "Kanonenfutter" entpuppten: "Wenn man etwa Legia Warschau, die erste Qualifikation für die Champions League seit vielen Jahren dort und die Begeisterung, dass ein Gegner wie Dortmund kommt, nimmt, dann kann ich diese Freude, dabei zu sein, gut verstehen."

Michael Richter