2. Bundesliga

Schindelmeiser: "Sofort gefühlt, dass es nicht passt"

Stuttgart: Janßen, Gerber und Hinkel übernehmen vorerst

Schindelmeiser: "Sofort gefühlt, dass es nicht passt"

Jos Luhukay & Jan Schindelmeiser

Kommunikationsprobleme: Stuttgarts Sportvorstand Jan Schindelmeiser (r.) und Coach Jos Luhukay (l.). picture alliance

"Ich habe schon nach dem ersten Gespräch gefühlt, dass es nicht passt", erklärte Schindelmeiser. In den folgenden zwei Monaten der Zusammenarbeit mit Luhukay wurden die Gräben dann immer tiefer. "Wir haben gehofft, noch zusammenzukommen. Irgendwann ist dann aber der Punkt erreicht, wo es nicht mehr weiter geht", erklärte der Sportvorstand.

Dieser Punkt war bei einem Treffen "in total entspannter Atmosphäre" am Donnerstagvormittag erreicht: "Wir haben Jos Luhukay heute morgen zum Gepräch gebeten, um die weitere Vorgehensweise abzusprechen", berichtete Schindelmeiser. Schnell kristallisierte sich dabei heraus, dass der Trainer nicht weitermachen wolle. "Er kam in das Gespräch, um uns das kund zu tun. Es war keine Affekthandlung", so der 52-Jährige, der "ein klein wenig überrascht war, dass das heute passiert", grundsätzlich eine solche Konsequenz aber auch "nicht ausgeschlossen" und gar eine "Vorahnung" hatte.

VfB Stuttgart - Vereinsdaten

Gründungsdatum

09.09.1893

Vereinsfarben

Weiß-Rot

"Jos hatte seine eigenen Vorstellungen"

Über die Gründe für das Zerwürfnis machte Schindelmeiser nur vage Angaben. Immer wieder erwähnte er den Teamgedanken, den Luhukay offenbar nicht in ausgeprägter Form inne hatte: "Der Jos hatte seine eigenen Vorstellungen, wie er mit der Mannschaft arbeiten möchte", so der Sportvorstand, "alleine kann man keinen Erfolg haben. Nur als Team. Wir haben den gemeinsamen Wunsch, zusammenzuarbeiten, nicht hinbekommen."

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Die Dissonanzen in Sachen Transferpolitik seien nicht der Hauptaspekt gewesen: "Selbstverständlich war Jos Lukuhkay informiert, wen wir verpflichten wollen. Er hat uns drei Tage vor dem Ende der Transferperiode gesagt, dass er die Spieler doch nicht haben möchte. Ich habe gesagt, dass wir sie trotzdem verpflichten, weil wir sie brauchen", schilderte Schindelmeiser die Deals mit Takuma Asano (Arsenal), Benjamin Pavard (Lille) und Carlos Mané (Sporting).

Janßen übernimmt - Hinkel und Gerber assistieren

Olaf Janßen, Andreas Hinkel & Heiko Gerber

Stuttgarts Interims-Trainer-Trio: Olaf Janßen (l.), Andreas Hinkel (M.) und Heiko Gerber (r.). imago

Ein neues Trainerteam, das die Mannschaft interimsmäßig ab dem nun anstehenden Auswärtsspiel in Kaiserslautern am Samstag (13 Uhr, LIVE! bei kicker.de) bis auf weiteres betreuen wird, ist bereits gefunden: Olaf Janßen (49) als Chefcoach sowie die ehemaligen VfB-Spieler Andreas Hinkel (34) und Heiko Gerber (44) als Assistenten haben "100-prozentige Rückendeckung für das was sie tun", sagte Schindelmeiser. Gleichwohl ist dieses Gespann nur eine Lösung auf Zeit: "Auch wenn wir aus den ersten beiden Spielen sieben Punkte holen - es bleibt eine Interimslösung", rechnet Schindelmeiser vor.

Einen neuen Trainer möchte Schindelmeiser "zeitnah" präsentieren und hat dabei "klare Vorstellungen". Ein Anforderungsprofil wollte der 52-Jährige allerdings nicht nennen. "Wir werden einen Trainer verpflichten, der ganz genau weiß, was er will." An seinem Wunschkandidaten möchte sich dann auch Schindelmeiser messen lassen: "Wichtig ist, dass wir die Entscheidungen konsequent treffen. Wir haben klare Vorstellungen davon, wo wir hinwollen und wie wir da hinkommen. Wir treffen die Entscheidungen und werden dafür einstehen."

Die Mannschaft ist in der Pflicht

In der Pflicht sieht Schindelmeiser nun vor allem die Spieler. "Wir brauchen hier keine Ausreden", stellt der Sportvorstand klar, "es geht darum, jetzt anzugreifen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die Jungs sind jetzt in der Pflicht."

cru

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