Bundesliga

Schnellstarter Schieber: Wie er die Flaute verhindern will

Diese Spieler kamen stark rein und ließen stärker nach

Schnellstarter Schieber: Wie er die Flaute verhindern will

Julian Schieber

Hält er seine bestechende Form? Herthas Top-Joker Julian Schieber. imago

Vor knapp zwei Jahren, als Schieber frisch von Borussia Dortmund in die Hauptstadt gewechselt war, erwischte der Sturmtank einen persönlichen Traumstart in die neue Bundesligasaison. Bei seinem Debüt gegen Werder Bremen traf der Ex-Stuttgarter sogar doppelt (2:2), eine Woche später in Leverkusen zumindest einfach (2:4).

Wer dachte, der damalige Neuzugang würde seinen Lauf fortsetzen, sah sich getäuscht: Ab dem 3. Spieltag der Saison glückte Schieber fünf Partien kein einziger Treffer mehr. Dann kam er allerdings wieder in Schwung, traf bis zu seiner schweren Verletzung (Knorpelschaden) noch vier weitere Male und avancierte mit sieben Treffern zum bis dato besten Torjäger der Hertha in dieser Spielzeit.

Hertha BSC - Vereinsdaten

Gründungsdatum

25.07.1892

Vereinsfarben

Blau-Weiß

Spielersteckbrief Schieber
Schieber

Schieber Julian

Ein Ziel, das er auch jetzt wieder erreichen könnte. "Ich komme über die Physis", sagte Schieber im kicker-Interview, der in der vergangenen Runde noch ohne "Power und Spritzigkeit" war. Diese Qualitäten sind jetzt zurück. "Ich habe die Vorbereitung durchgezogen, mein Knie macht keine Probleme mehr. Das ist für den Kopf eminent wichtig. Von daher ist es eine neue Welt", so der 27-Jährige.

Wer geht auf Rekordjagd?

Als bejubelter Torschütze in die Saison starten und dann eine Flaute mitzumachen, dieses Erlebnis hatten neben Schieber natürlich auch schon andere Bundesliga-Profis. Der damalige Kölner Simon Zoller traf 2015/16 auch an den beiden ersten Spieltagen und blieb dann fünf Partien lang ohne Jubel, der Ex-Frankfurter Martin Lanig musste 2012/13 nach je einem Treffer an den ersten beiden Spieltagen sogar zehn Spiele ohne Torerfolg auskommen.

Die längste Durststrecke nach einem solchen Doppel-Tor-Auftakt in die neue Runde durchlebte der damalige Duisburger Kees Bregman (1976/77). Zunächst ärgerte der Niederländer mit seinem Treffer den amtierenden Meister Borussia Mönchengladbach (1:1), am 2. Spieltag schickten die Zebras den frischgebackenen Champion im Europapokal der Landesmeister, den FC Bayern, mit 5:2 nach Hause. Unter den Torschützen: Bregman. Gegen die zu dieser Zeit besten deutschen Mannschaften hatte der Duisburger zugeschlagen, in den folgenden 31 Spielen ging Bregman jedoch leer aus.

Sein Negativrekord hält bis heute an - und geht es nach Schieber, soll er das auch noch länger tun. Ebenso wie Joel Pohjanpalo, Mark Uth, Robert Lewandowski und Bobby Wood, die auch jeweils in den ersten beiden Partien der neuen Runde einnetzten, schielt der Angreifer der Hertha stattdessen lieber auf ein anderes Ziel: Die längste Torserie zum Start. Aktueller Rekordhalter ist Pierre-Emerick Aubameyang, der in den ersten acht Spielen der Vorsaison immer knipste.

Im ausführlichen Interview in der Donnerstagausgabe des kicker erzählt Julian Schieber, warum ein Stürmer immer gegen die eigene Uhr spielt, welche emotionale Bedeutung die beiden Tore nach seiner langen Leidenszeit für ihn hatten und ob es einen Zeitpunkt gibt, an dem seine Geduld an Grenzen stößt.

mam