Bisher erst ein Fehlschuss im Freiburger Trikot

Petersen: Ein Schuss für die nächtliche Ruhe

Freiburgs sicherer Elfmeterschütze: Nils Petersen.

Freiburgs sicherer Elfmeterschütze: Nils Petersen. imago

Im Schwarzwald-Stadion waren regulär noch drei Minuten zu spielen als Vincenzo Grifo im Strafraum von Torwart Yann Sommer gefoult wurde. Der SC Freiburg führte zu diesem Zeitpunkt gegen Borussia Mönchengladbach mit 2:1. Für den kurz zuvor eingewechselten Nils Petersen, der das Führungstor von Maximilian Philipp vorbereitet hatte, war es deshalb die "perfekte Situation", um seinen Fehlschuss aus dem Olympia-Finale vergessen zu machen.

Dass viele Fans schon kurz nach der Elfmeter-Entscheidung von Schiedsrichter Harm Osmers lautstark seinen Namen skandierten und damit auch nicht aufhörten, als er zum Strafstoß antrat, bekam der 27-Jährige gar nicht mit, weil er "im Tunnel" war, wie er sagt. Petersen verwandelte sicher zum 3:1-Endstand.

Hinterher kamen Fans zu ihm und haben ihm Ton- und Videomitschnitte dieser Szene gezeigt. "Das zeigt mir wieder, was unsere Fans für ein gutes Gespür haben und wie sie mich unterstützen", freut sich Petersen.

Kapitän Frantz: "Er ist hier bei seiner Familie"

Der verschossene Elfer im Maracana-Stadion und der damit geplatzte Traum von der Goldmedaille beschäftigt den Stürmer auch weiterhin, manchmal träumt er noch davon. Dass er trotzdem wieder für den Sport-Club vom Punkt antreten würde, war aber sowohl für ihn klar als offenbar auch für die Mannschaftskollegen. "Er weiß, dass er hier bei seiner Familie ist. Und wenn er ihn verballert hätte, hätte er trotzdem den nächsten wieder geschossen", sagt Mike Frantz, der die Mannschaft am Samstag als Kapitän aufs Feld geführt hat.

Neun Elfmeter für Freiburg - Nur ein Fehlschuss

Petersen hätte bei einem weiteren Fehlschuss wohl von sich aus verzichtet, das hatte er zumindest nach seiner Rückkehr aus Rio angekündigt. Aber er hatte auch darauf verwiesen, dass seine "Quote im Verein nicht so schlecht" ist. In Ligaspielen hat er für den Sportclub acht verwandelt und nur einen vergeben.

Trotzdem sei es nicht vorher abgesprochen gewesen, dass er zum nächsten Elfmeter antreten würde. Die Entscheidung fiel am Samstag erst auf dem Platz, erzählt Petersen. Die SC-Fans hätten ohnehin keinen anderen Schützen akzeptiert. Obwohl Petersen am Samstag Gladbach bis zur 82. Minute auf seinen Einsatz und die gelungene Olympia-Therapie warten musste, gab er sich danach wieder ganz als Teamplayer und freute sich über die gute Leistung seiner Kollegen: "Wir haben Gladbach von Beginn an weh getan, das hat ihnen nicht gefallen, das hat man gemerkt." Sein verwandelter Strafstoß war dabei nur eine Schlusspointe.

Daniela Frahm

Bilder zur Partie SC Freiburg - Bor. Mönchengladbach