Bundesliga

"Wir sind alle stolz": Dardais Lobeshymne auf Schieber

Hertha BSC legt den besten Saisonstart in der Bundesliga hin

"Wir sind alle stolz": Dardais Lobeshymne auf Schieber

Julian Schieber

Zweiter Kurzeinsatz, zweiter Treffer: Julian Schieber traf für die Hertha in Ingolstadt zum 2:0-Endstand. imago

Julian Schieber lief auf den Gästeblock im Audi-Sportpark zu und baute sich vor den Fans auf. In der Kurve fielen sich die Anhänger in die Arme und jubelten dem Angreifer zu. So wie zwei Wochen zuvor im Berliner Olympiastadion. Einmal mehr war Schieber der Schütze des letzten Hertha-Treffers. Bei der Saisonpremiere traf er in der Nachspielzeit zum entscheidenden 2:1 gegen Freiburg, nun war es der Treffer zum 2:0-Endstand - auf Flanke von Genki Haraguchi nach einer "wunderschönen Kombination", wie Dardai später bei der Pressekonferenz frohlockte. Damit war der Saisonstart nach Maß abgerundet. Wer hätte das gedacht nach dem bitteren Aus in der Europa-League-Qualifikation gegen Bröndby IF (1:0, 1:3)?

"Wir müssen immer am Limit agieren", erklärte Dardai nach dem Sieg in Ingolstadt, "das ist uns heute mit viel Zusammenhalt gelungen." Der Coach hatte seiner Elf einen Plan mitgegeben, der vorsah, die Schanzer geruhsam aufbauen zu lassen, auf Fehler des FCI zu spekulieren und diese konsequent zu nutzen. "Dickes Lob an die Mannschaft", sagte der Ungar, "was wir wollten, haben wir umgesetzt."

So kam Ingolstadt allenfalls sporadisch zu Torchancen und sah sich einem unbequemen Gegner gegenüber, der die Elf von Trainer Markus Kauczinski eigentlich selbst sein will. Lauffreudig, bissig und unermüdlich - so präsentierte sich die Hertha am Samstagnachmittag.

Spielbericht

Auch Schieber wusste zu gefallen, obwohl er erst in der Endphase eingewechselt wurde. "Er trainiert überragend", lobte Dardai - und versprach sogleich: "Seine Zeit wird kommen. Wir sind alle stolz, dass er wieder da ist und uns hilft." Hinter dem 27-jährigen Mittelstürmer liegt eine lange Leidenszeit. Von Februar 2015 bis Februar 2016 fiel er mit einem Knorpelschaden aus. Kurz darauf warf ihn ein Bluterguss am Sprunggelenk zurück.

Nun aber ist er zurück - und bestellte den Endstand nach einer langen Druckperiode des FCI. Die Oberbayern waren in der zweiten Hälfte unentwegt angerannt, hatten sich aber Mal um Mal in der Berliner Deckung verstrickt. Dann traf Dardais Joker - und die "Schieber! Schieber!"-Rufe entwichen in den frühabendlichen Himmel über Ingolstadt. Just als sie verklungen waren, intonierten die Fans überschwänglich: "Wir holen die Meisterschaft". Derlei Größenwahn mag dem Anhang womöglich zustehen, Dardai aber verbat ihn sich: " Wir müssen realistisch bleiben", mahnte er. Auch nach dem besten Saisonstart der Klubhistorie.

lei

Bilder zur Partie FC Ingolstadt 04 - Hertha BSC