Bundesliga

Darmstadt nun auch mit zwei Spitzen denkbar

Verschiedene Stürmertypen bieten mehr Optionen

Darmstadt nun auch mit zwei Spitzen denkbar

Bekommt er einen zweiten Stürmer an seine Seite? Darmstadts Angreifer Sven Schipplock.

Bekommt er einen zweiten Stürmer an seine Seite? Darmstadts Angreifer Sven Schipplock. Getty Images

Beim 16:0 vergangenen Freitag in Langstadt jedenfalls erprobte Meier ein klassisches 4-4-2-System mit Antonio-Mirko Colak und Sven Schipplock als "richtiges" Angriffsduo in vorderster Front. Sofort herrschte dadurch Leben im gegnerischen Strafraum, was in der Vergangenheit oft ein Manko war. Meier selbst wollte die getestete Taktik nicht als Fingerzeig für die Punktrunde werten, da der Gegner kein Maßstab war. Marcel Heller konnte sich hingegen durchaus auch mit einer offensiveren Grundordnung als in der Vorsaison anfreunden, als die 98er stets nur eine Spitze aufboten und dahinter einen fünften Mittelfeldspieler, gern als "hängende Spitze" bezeichnete, der diesen Namen aber selten verdiente.

Auch Heller fand nach seinen schnellen Flankenläufen in der Vorsaison meist nur Sandro Wagner vor - der nun für Hoffenheim spielt und den noch kein Sturmzugang gleichwertig ersetzt hat. Allerdings sind mit Sven Schipplock, Antonio-Mirko Colak, Victor Obinna und Roman Bezjak gleich vier neue Angreifer gekommen, die in vorderster Front unterschiedliche Typen darstellen.

Von Dauerläufern und Ballermännern

Schipplock ist der kampfstarke Rackerer, der (im Pokalspiel, im Testspiel und im Training) bisher vor allem mit einem mächtigen Schuss und einer hohen Effektivität im Abschluss gefiel. Letzteres trifft auch auf Colak zu, der technisch noch etwas beschlagener und kopfballstärker wirkt als Schipplock. Der nur 1,79 Meter große Bezjak soll eher über Schnelligkeit und Technik kommen. Auch Obinna ist zwar robust, aber kein Brecher und eher Techniker und Vorbereiter denn Zielspieler. Zudem ist noch Dominik Stroh-Engel als großer Mittelstürmer im Kader, der vor allem in Liga zwei seine Torjägerqualitäten unter Beweis stellte.

Dies bedeutet mehr offensive Optionen als in der Vorsaison, als Schuster in Wagner, Stroh-Engel und Felix Platte (gehört noch dem Kader an, dürfte in diesem Jahr aber nicht mehr zum Einsatz kommen) drei ähnliche Stürmertypen zur Verfügung hatte und in Marco Sailer ein weiterer Akteur erkennen musste, dass das Oberhaus für ihn derzeit zu hoch gegriffen ist.

Nun könnte Meier etwa Akteure wie Schipplock und Bezjak zum Sturmduo kombinieren und dahinter im Mittelfeld die beiden Sechser Peter Niemeyer und (den gemeinhin offensiver ausgerichteten) Jerome Gondorf als zentrale Spieler einer Vierer-Mittelfeldkette oder aber einer Raute (mit Niemeyer an der defensiveren Stelle) aufbieten. Denkbar wäre auch ein Duo Colak/Obinna. Der Nigerianer darf aber aufgrund einer Rotsperre aus der Vorsaison erst am fünften Spieltag auflaufen, wenn sich eine Stammformation zumindest fürs Erste schon gebildet haben könnte.

Heller: Stürmer "müssen gut nach hinten arbeiten"

Marcel Hellers Meinung zur möglichen neuen Taktik lautet jedenfalls so: "Du kannst in der Bundesliga durchaus mit zwei Spitzen spielen, auch wenn das noch mal was anderes ist als ein Testspiel. Dann müssen aber beide Spitzen Wege mit nach hinten machen, damit wir keine Löcher haben." Er denke aber, "dass bei uns eine von zwei Spitzen immer etwas hängend spielen wird, damit wir defensiv nicht zwei Spieler weniger zur Verfügung haben. Entscheidend ist bei einem System mit zwei Stürmern aber immer, dass sie dabei gut nach hinten mitarbeiten müssen."

Jens Dörr

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