Bremen: Österreicher nimmt den Konkurrenzkampf an

Kainz sieht noch "Luft nach oben"

Nimmt den Konkurrenzkampf an: Werder Bremens österreichischer Neuzugang Florian Kainz.

Nimmt den Konkurrenzkampf an: Werder Bremens österreichischer Neuzugang Florian Kainz. imago

Die Vorfreude ist da. Seinem ersten Heimspiel fiebert er schon entgegen. "Ganz extrem", wie Florian Kainz sagt. Obwohl er noch nicht weiß, aus welcher Perspektive er dieses Erlebnis feiern darf. Der Neue aus Wien, die Entdeckung in den ersten Wochen der Vorbereitung, ist inzwischen außen vor. Wenn nicht alles täuscht, so wird der Offensivmann allenfalls zum Kader für die Partie gegen Augsburg zählen und womöglich auf der Bank Platz nehmen. So jedenfalls sind die Andeutungen zu werten, die Viktor Skripnik zu Wochenbeginn machte. "Florian muss noch Geduld haben", sagte der Trainer über den 3,5 Millionen teuren Flügelspieler, dem noch die Überzeugung beim Abschluss und vor dem Tor fehle. Und der Coach sprach aus eigener Erfahrung: Er wisse, dass Ausländer es anfangs schwer hätten in der Bundesliga.

Sein Schützling bestätigt dies. Zusammenfassend sagt der Österreicher über seinen Einstand in Bremen: "Es ist noch viel Luft nach oben bei mir."

Kainz: "Im Moment fehlen mir Spritzigkeit und Schnelligkeit"

Kainz spricht von der Umstellung, dem großen Schritt aus der österreichischen Spielklasse in die Bundesliga. Und er erwähnt, dass er schon länger im Training sei als der Rest der Truppe. Eine Woche bei Rapid Wien, seinem früheren Arbeitgeber, danach zwei Wochen Ferien und dann der Start an der Weser. "Anfangs habe ich mich gut gefühlt", schildert er. Doch danach sei ein kleiner Hänger gekommen. "Im Moment fehlen mir Spritzigkeit und Schnelligkeit."

Für ihn ist es daher keine Überraschung, dass er aktuell eher in der zweiten Reihe platziert ist. Kainz verweist auf die Konkurrenz, die Rückkehr eines Rivalen wie Sambou Yatabaré und den erneut angeheizten Wettbewerb durch das Holen eines Spielers wie Serge Gnabry. "An meiner Einstellung hat sich dadurch nichts geändert. Ich weiß, dass ich so oder so Gas geben muss, um mich hier zu behaupten."

Kainz will sich stellen. Bei aller realistischen Einschätzung des Ist-Zustands spricht er aus Überzeugung und gibt sich selbstbewusst: "Ich brauche mich nicht zu verstecken."

Dabei gibt sich der Nationalspieler, dem Trainer Marcel Koller zuletzt mal wieder den Status "Auf Abruf" zuschrieb, ganz als Teamplayer. Natürlich freue er sich, wenn er spielen dürfe oder als Einwechselspieler hereinkäme, so der sympathische Liga-Legionär, "doch wichtig ist, dass die Mannschaft Erfolg hat." Gerade in der Begegnung gegen Augsburg, diesem wichtigen Spiel am zweiten Spieltag. Wichtig für Kainz aus drei Gründen: "Erstens für das Tabellenbild, zweitens für unsere Fans und drittens auch für uns, für die Moral."

"Die Mannschaft muss in die Spur finden - und ich auch"

Die Mannschaft brauche ein Erfolgserlebnis nach dem missglückten Start in die neue Spielzeit. Kainz sieht die Ziele für das Team und für sich persönlich in gewisser Hinsicht gar als deckungsgleich an: "Die Mannschaft muss in die Spur finden - und ich auch."

Hans-Günter Klemm