2. Bundesliga

Dezimiertes Nürnberg unterliegt im Derby 1860

Überblick: Vierter Sieg für Braunschweig - Pleite für den VfB

Dezimiertes Nürnberg unterliegt im Derby 1860

1860 München

Derbysieger: Der TSV 1860 München schlug den 1. FC Nürnberg im bayerischen Duell. imago

Bayerisches Derby: Nürnberg gegen 1860 München

Am Montag zum Abschluss des 4. Spieltags kam es zum bayerischen Derby zwischen Nürnberg und 1860 München. Der FCN hoffte nach dem heftigen Fehlstart (0/2/1, 3:8 Tore) wieder in die Spur zu finden, musste dabei allerdings auf feste Säulen verzichten: Torwart Schäfer und Innenverteidiger Margreitter fielen aus. Dafür konnte sich Club-Trainer Alois Schwartz auf Last-Minute-Leihspieler Matavz verlassen, der mit einem platzierten Flachschuss das zwischenzeitliche 1:1 verbuchte (17.). Ansonsten waren allerdings die ebenfalls nicht allzu prickelnd in die neue Spielzeit gestarteten Münchner tonangebend - und kamen früh nach einem Fehler von FCN-Talent Mühl (19) zum 1:0 durch Mölders (11.) und hätten in der 41. Minute durchaus einen Elfmeter bekommen können. Auf der anderen Seite ließen allerdings in einem flotten Spiel Matavz und Salli (Pfosten) Möglichkeiten aufs 2:1 für den Gastgeber liegen.

2. Bundesliga - 4. Spieltag
2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Eintracht Braunschweig
12
2
Dynamo Dresden
8
3
Hannover 96
7
2. Bundesliga - Torjäger 2016/17
Quaner Collin
5
Kumbela Domi
4
Skrzybski Steven
3
2. Bundesliga - Scorer 2016/17
Quaner Collin
7
Skrzybski Steven
6
Kumbela Domi
4

Der zweite Durchgang ist derweil schnell erzählt: In insgesamt zähen 45 Minuten handelte sich zunächst Burgstaller für seinen zweiten ausgefahrenen Arm die Ampelkarte ein (73.), ehe die Löwen die Überzahl wenig später eiskalt und sehenswert ausnutzten: Mölders leitete per Absatzkick auf Liendl weiter. Der Österreicher fackelte nicht lange und hämmerte den Ball rechts oben rein (79.). Der Club bleibt demnach im Keller stecken.

Dynamo zieht an Hannover vorbei

Marvin Stefaniak

Brachte Dynamo Dresden auf die Siegerstraße: Marvin Stefaniak (#10). imago

Mit Hannover und Dresden trafen am Sonntag zwei bis dato ungeschlagene Teams aufeinander. Die Serie fortsetzen konnte überraschend Aufsteiger Dynamo. Trotz eines guten Starts geriet 96 nach 18 Minuten in Rückstand: Ein Traumtor von Stefaniak machte im ersten Durchgang den Unterschied. Nach der Pause ging es munter weiter, Hannovers Maier war dem Ausgleich nahe, traf aber nur die Latte (56.). Auf der anderen Seite hatte Ballas mit einem kraftvollen Schuss mehr Erfolg (57.). In der Schlussphase kam es sogar noch dicker für die Hausherren: Sané sah für eine Tätlichkeit Rot (79.) - Hannover beendete die Partie in Unterzahl und wurde in der Tabelle von Dynamo überholt.

Erster Sieg für Sandhausen

Ein Duell mit Lokalkolorit war die Begegnung zwischen Sandhausen und Kaiserslautern. Eine lange Anreise hatten die FCK-Fans nämlich nicht - beide Stadien liegen Luftlinie gerade einmal 64 Kilometer entfernt. Der SVS und Lautern waren noch sieglos, sehnten sich nach einem Erfolgserlebnis - dieses sollte Sandhausen gelingen! Der Gastgeber profitierte von einer frühen Führung (6., Höler), das 1:0 zur Pause war aber glücklich. Kaiserslautern zeigte sich erst kurz vor dem Wechsel zielstrebiger, dann aber mit zwei guten Ausgleichschancen. Als Keeper Weis wegen Handspiels außerhalb des Strafraums die Rote Karte sah (73.), war es allerdings vorbei mit dem FCK-Offensivgeist. In Überzahl machte Joker Vollmann den Sack zu (83.).

Fürth kann in Düsseldorf nicht gewinnen

Es bleibt dabei: Die SpVgg Greuther Fürth kann in Düsseldorf nicht gewinnen. Auch im neunten Anlauf reichte es für das Kleeblatt nicht zu einem Sieg, der diesmal durchaus im Bereich des Möglichen war. Nach einem Treffer von Narey (23.) führte die SpVgg lange Zeit in einem mäßigen Spiel, verließ sich dann aber zu sehr auf die eigene Abwehr und bekam dafür von Fink (78.) die Quittung serviert. Für die Fortuna, die ungeschlagen bleibt, ist es bereits das dritte Remis in der laufenden Saison.

St. Pauli: Erster Sieg durch späten Treffer

Enges Spiel: St. Paulis Waldemar Sobota (r.) gegen Arminias Bielefelds Manuel Prietl

Enges Spiel: St. Paulis Waldemar Sobota (r.) gegen Arminias Bielefelds Manuel Prietl picture alliance

Am Samstag wollte der FC St. Pauli nach dem Fehlstart von drei Niederlagen aus drei Spielen (0/0/3, 1:5 Tore) im Heimspiel gegen Bielefeld endlich einen Sieg. Doch auch das Spiel gegen das Team aus Ostwestfalen begann nicht gerade erfreulich. Nach bereits 13 Minuten musste Coach Ewald Lienen Gonther ersetzen, der sich in der zerfahrenen Anfangsviertelstunde der Partie verletzte. Die erste nennenswerte Gelegenheit der Partie verbuchte St. Pauli in Person von Bouhaddouz (22.), der die Kiezkicker dann auch vor der Pause in Führung bringen sollte: In der 38. Minute nutzte der Angreifer ein Zuspiel von Sobota zum 1:0. Kurz nach dem Seitenwechsel schlug die bis dato harmlose Bielefelder Arminia zu. Schuppan nutzte die Gelegenheit in der 50. Minute und versenkte einen Freistoß aus 18 Metern direkt zum Ausgleich ins linke Eck. St. Pauli aber zeigte sich nicht geschockt und lief weiter an. Nur fünf Minuten nach dem 1:1 zappelte die Kugel dann im Netz der Arminia. Doch Schiedsrichter Kempter verweigerte dem Treffer von Choi wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung die Anerkennung. Den Hamburgern war der Siegeswillen anzumerken - und sie sollten belohnt werden. In der Nachspielzeit feierten sie durch ein Tor von Sahin den ersten Dreier der Saison.

Union souverän gegen den KSC

Ein richtig munteres Spiel bekamen die Zuschauer in Berlin zu sehen. Union machte früh Druck und hatte bereits nach einer Großchance durch Quaner die Führung auf dem Fuß, diese sollte dann später fallen: Kreilach, der bereits eine Minute zuvor eine Kopfballgelegenheit hatte, überwand mit einer Bogenlampe Keeper Vollath (22.) zum 1:0. Nur wenig später hätte es 2:0 stehen müssen, nachdem Skrzybski Vollath bereits umkurvt hatte - doch der Angreifer schob den Ball am leeren Tor vorbei. Vor der Pause durften Jens Keller und Co. aber doch nochmal jubeln. Quaner setzte sich nach einem Steilpass gegen Kinsombi durch, spielte Vollath aus und vollendete zum Pausenstand (44.). Nach dem Seitenwechsel kam Kreilach nach einem Fehler von Figueras relativ frei zum Schuss, doch er schob den Ball direkt in die Arme des KSC-Keepers. Nach einer Stunde war die Partie dann aber entschieden. Nach einem Foul - in leichter Abseitsposition - an Quaner ließ sich Skrzybski nicht zweimal bitten und traf vom Punkt zum 3:0. Doch das Toreschießen war noch nicht beendet. Quaner legte noch seinen zweiten Treffer im Stadion an der Alten Försterei nach (76.) und besorgte den 4:0-Endstand.

Ein Kumbela reicht für den vierten Sieg in Folge

Braunschweigs Kumbela dreht nach seinem Tor in Aue jubelnd ab.

Braunschweigs Kumbela dreht nach seinem Tor in Aue jubelnd ab. picture-alliance

Eintracht Braunschweig hat auch im vierten Spiel der neuen Spielzeit die maximale Punktausbeute eingefahren und thront weiter an der Spitze. Die entscheidenden Treffer bei Aufsteiger Erzgebirge Aue markierte am Freitagabend Eintracht-Stürmer Kumbela, der sich bei einem zu kurzen Rückpass von Riedel hellwach zeigte und den Ball zur Führung ins Netz spitzelte. Die Sachsen, die schon im ersten Abschnitt überlegen agierten, legten im zweiten Durchgang eine Schippe drauf, doch die Elf von Trainer Pavel Dotchev belohnte sich nicht. Vielmehr mussten sie in der Schlussphase das 0:2 durch Kumbela hinnehmen und kassierten trotz mehrerer Torchancen zum Ausgleich die dritte Niederlage im Unterhaus.

Heidenheims Joker Skarke sticht ins VfB-Herz

In Stuttgart stieg das mit Spannung erwartete Nachbarschaftsduell zwischen dem VfB und dem FC Heidenheim. Vor über 50.000 Zuschauern mühten sich die Stuttgarter in der Offensive allerdings gewaltig, um Chancen zu kreieren. Nach rund einer Stunde brachte VfB-Coach Jos Luhukay Kreativspieler Maxim, kurz danach hatte Terodde die große Chance, doch er traf nur das Außennetz. Stattdessen kassierte der VfB die bittere Quittung: Flanke Schnatterer, Kopfball Verhoek - Tor Heidenheim. Die Stuttgarter mussten reagieren und taten dies. Nach einer Ecke von Maxim nickte Innenverteidiger Sunjic wuchtig zum Ausgleich ein. Doch wer nun gedacht hätte, der Bundesliga-Absteiger würde nochmals nachlegen, machte die Rechnung ohne Heidenheims Joker Skarke: Drei Minuten nach seiner Einwechslung markierte er den 2:1-Siegtreffer. Unter dem Strich war die knappe Niederlage gegen sicher stehende und mitunter frech nach vorne spielende Heidenheimer ein nicht unverdientes Ergebnis.

Soriano und Benatelli sorgen für glücklichen Sieg gegen Bochum

Durch das 1:2 des VfB Stuttgart zog nicht nur Heidenheim, sondern auch Aufsteiger Würzburg an den Schwaben in der Tabelle vorbei. Die Kickers bezwangen den VfL Bochum etwas glücklich mit 2:0. Bedanken konnten sich die Unterfranken bei Torjäger Soriano, der Mitte der zweiten Halbzeit einen schnellen Gegenstoß mit dem Führungstor abschloss. Prinzipiell waren die Westdeutschen in diesem Duell das spieltaktisch bessere Team, doch der VfL versprühte in der Offensive zu wenig Durchschlagskraft und kassierte nach Benatellis 2:0 in der Nachspielzeit die erste Saisonniederlage.

kon