Bundesliga

Verrücktes Remis in Mainz - Werder kriselt weiter

Tolles Finish von Leverkusen - Leipzig ärgert den BVB

Verrücktes Remis in Mainz - Werder kriselt weiter

Der Mainzer De Blasis jubelt über seinen Doppelpack, TSG-Keeper Baumann ist bedient.

Der Mainzer De Blasis jubelt über seinen Doppelpack, TSG-Keeper Baumann ist bedient. imago

De Blasis berauscht Mainz - Ausgerechnet Szalai macht das 4:4

Zum Abschluss des 2. Spieltags fegte der 1. FSV Mainz 05 lange Zeit über die TSG Hoffenheim am Sonntagabend hinweg und musste sich am Ende in Unterzahl doch mit einem Punkt zufrieden sein. Letztlich trennten sich die Rheinhessen von den Kraichgauern mit einem packenden 4:4. Der Sieg schien schon nach 45 Minuten festzustehen, weil die Hoffenheimer im ersten Abschnitt eine desolate Abwehrleistung hingelegt hatten: De Blasis schnürte einen schnellen Doppelpack für die Nullfünfer, Cordoba stellte nach einem veritablen Patzer von TSG-Keeper Baumann auf 3:0. Die Elf aus Sinsheim spielte aber nicht schlecht nach vorne, nach Kramarics Pfostentreffer markierte Wagner für die Gäste das zwischenzeitliche 1:3, doch Hoffnung machte dies zunächst nicht. Mit weiteren Unzulänglichkeiten in der Abwehr kassierte 1899 durch Öztunali den vierten Gegentreffer – die Partie schien gelaufen. In der Halbzeitpause reagierte TSG-Trainer Julian Nagelsmann und brachte frische Kräfte, aber eine Wende wollte vorerst nicht gelingen. Das änderte sich erst in Überzahl: In der 57. Minute sah Bussmann nach Notbremse an Kramaric die Rote Karte, danach brachte Hoffenheims Offensivspieler Uth mit einem Doppelschlag binnen 85 Sekunden die Kraichgauer wieder ran. Es begann eine furiose Schlussphase, in der die Schmidt-Elf ausgerechnet durch den Ex-Mainzer Szalai den 4:4-Ausgleich kassierte.

Bundesliga - 2. Spieltag
Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bayern München
6
2
Hertha BSC
6
3
1. FC Köln
4
Bundesliga - Torjäger 2016/17
Lewandowski Robert
4
Pohjanpalo Joel
4
Uth Mark
3
Bundesliga - Scorer 2016/17
Lewandowski Robert
5
De Blasis Pablo
4
Pohjanpalo Joel
4

Stafylidis dreht die Partie für Augsburg - Werder kriselt

Augsburgs Stafylidis will gar nicht mehr hinsehen, dabei war sein 2:1-Siegtreffer in Bremen ein Augenschmaus.

Augsburgs Stafylidis will gar nicht mehr hinsehen, dabei war sein 2:1-Siegtreffer in Bremen ein Augenschmaus. imago

Am Nachmittag wollte sich der SV Werder Bremen für die happige Auftaktniederlage beim FC Bayern (0:6) rehabilitieren, doch dies gelang den Norddeutschen gegen den FC Augsburg nicht. Beim ersten Bundesligaspiel von Neuzugang Gnabry verlor die Elf von Trainer Viktor Skripnik nicht unverdient mit 1:2. Die Bremer belohnten zunächst ihr größeres Engagement in der ersten Hälfte mit dem Führungstor durch Johannssons Elfmeter. Werder hatte davor allerdings Glück, dass der durchgebrochene Finnbogason den Ball frei vor Wiedwald am Bremer Tor vorbeilupfte. Die Hanseaten starteten auch überlegen in den zweiten Durchgang, doch kassierten sie nach einer Ecke den Ausgleich durch Gouweleeuw. Beide Mannschaften spielten in der Folge weiter auf den zweiten Treffer, die Fuggerstädter taten dies allerdings zielstrebiger und erfolgreicher: Stafylidis hämmerte einen Freistoß aus 17 Metern ins rechte Eck zum 2:1-Siegtreffer.

Doppelpack Philipp: Freiburg ärgert Gladbach

Freiburgs Max Philipp führte den SC gegen Gladbach auf die Siegerstraße.

Freiburgs Max Philipp führte den SC gegen Gladbach auf die Siegerstraße. Getty Images

Borussia Mönchengladbach hat am Samstag den zweiten Sieg im zweiten Spiel verpasst. Die Borussen, die am ersten Spieltag Leverkusen schlugen und unter der Woche in der Königklasse auf Manchester City treffen, verloren in Freiburg verdient mit 1:3. Beim Aufsteiger aus dem Breisgau, der schon in den ersten 45 Minuten ein Chancenplus verzeichnete, brachte Hazard die Westdeutschen mit dem ersten Schuss des CL-Teilnehmers in Front. Der Schlenzer des Offensivmannes war eine Augenweide. Nach dem Seitenwechsel belohnte sich die Streich-Elf durch Philipp, der ebenfalls per Schlenzer zum 1:1 erfolgreich war. In der Folge drängten die Hausherren wesentlich mehr auf den zweiten Treffer und konnten sich bei Philipp und Joker Petersen (per Foulelfmeter) bedanken, die den Dreier unter Dach und Fach brachten.

Ibisevic und Schieber sorgen für zweiten Hertha-Sieg

Den ersten Treffer des Nachmittags erzielten allerdings die Berliner. Ibisevic verwertete beim FC Ingolstadt im Stile eines Torjägers zum frühen 1:0 für die Hertha. Die Hauptstädter verdienten sich die Führung in der Folge, wobei die Ingolstädter munter mitspielten. In der Offensive aber fehlten der Mannschaft von Trainer Markus Kauczinski die zündenden Ideen. Mit der Führung im Rücken konzentrierte sich die Dardai-Elf auf die Arbeit in der Defensive, so dass die Schanzer optisch überlegen wirkten. Zählbares wollte für die Oberbayern aber nicht herausspringen, so dass die Berliner durch Joker Schieber effektiv nachlegen konnten und durch das 2:0 einen nicht verdienten zweiten Saisonsieg feierten.

Bellarabis kürzestes Spiel - Tolle Show von Joker Pohjanpalo

Matchwinner in Leverkusen: Bayer-Joker Pohjanpalo schnürte einen Hattrick.

Matchwinner in Leverkusen: Bayer-Joker Pohjanpalo schnürte einen Hattrick. Getty Images

In Leverkusen dauerte das Bundesliga-Spiel für Bayer-Offensivmann Bellarabi gegen den Hamburger SV nur elf Sekunden, dann musste der Nationalspieler mit einer Leistenverletzung runter - Brandt kam. Über weite Strecken des ersten Abschnitts neutralisierten sich beide Teams im Mittelfeld, daran änderte auch die Rückkehr von Bayer-Torjäger Chicharito in die Startelf wenig. Die Hanseaten kombinierten gefällig, die beste Chance verzeichnete Leverkusens Mehmedi, aber der Schweizer köpfte genau auf HSV-Torwart Adler. Nach der Pause wurde die Partie schwungvoller, auch weil Wood die auf Konter lauernden Hamburger in Front schoss. Beim 0:1 sah Bayer-Keeper Leno, der seinen Vertrag bis 2020 vorzeitig verlängerte , nicht besonders glücklich aus. Chicharito hätte ausgleichen können, doch der Mexikaner traf nur den Pfosten. Besser machte es dann Joker Pohjanpalo, der wieder zur Stelle war und den verdienten 1:1-Ausgleich markierte. Doch der Torhunger des Finnen war damit noch lange nicht gestillt, denn er legte noch doppelt nach und schoss den Werksklub mit einem lupenfreien Hattrick zum 3:1-Heimsieg gegen eine HSV-Mannschaft, die im letzten Drittel total einbrach.

Nullnummer bei Gomez' blassem VfL-Debüt

Beim Heimspiel des VfL Wolfsburg gegen den 1. FC Köln feierte Gomez sein Bundesliga-Debüt für die Wölfe. Am Nationalspieler lag es aber nicht, dass die Hecking-Elf im ersten Abschnitt überlegen agierte. Gefährlicher vor dem gegnerischen Tor agierten allerdings die Geißböcke, aber Bittencourt und Mavraj vergaben. Auch in Hälfte zwei blieb der FC das zielstrebigere Team. Wolfsburg hatte kaum Offensivaktionen und sammelte durch das torlose Remis einen etwas schmeichelhaften Punkt ein.

Hessen-Derby: Wenig Niveau und eine Flanke ins Glück

Das Hessenderby zwischen Darmstadt 98 und Eintracht Frankfurt war in der ersten Halbzeit eine klare Angelegenheit für die Kovac-Elf, doch die Gäste nutzten ihre teilweise klaren Chancen nicht zur Führung. Ansonsten war die Partie eher niveauarm, den Lilien fehlten schlichtweg die spielerischen Mittel, um sich in der Frankfurter Hälfte in Szene zu setzen. Im zweiten Abschnitt verflachte die Partie weiter, die SGE verfügte über mehr Ballbesitz, doch zu einem Treffer wollte es an diesem Tage nicht reichen. Und so musste es kommen, wie es kommen musste: Ein letzter Vorstoß der Darmstädter, es lief die letzte Spielminute, Sirigu flankte von rechts und der Ball landete zum Verdruss der Frankfurter zum 1:0 der Lilien im langen Eck. Ungewollt, aber doch drei enorm glückliche und wichtige Punkte wert.

Vorlage Burke, Tor Keita: Leipzigs Joker schlagen den BVB

Schürrle streifte in der Schlussphase nur die Latte.

Schürrle streifte in der Schlussphase nur die Latte. imago

Am Samstagabend stand in Leipzig die Bundesliga-Heimspielpremiere von RB auf dem Programm. Zu Gast war der runderneuerte Vizemeister Borussia Dortmund, bei dem Götze sein Pflichtspieldebüt gab. Die Borussen dominierten den ersten Durchgang, hatten mehr Ballbesitz und verfügten auch über die besseren Chancen. Am nähesten dran war Schürrle, als sein Schuss aus 20 Metern hauchdünn vorbeirauschte. Die Sachsen mussten viel gegen den Ball arbeiten, in der Offensive verlegten sie sich auf schnelle Gegenstöße. Werner sah sich dabei einmal in guter Position, doch er zielte genau auf BVB-Keeper Bürki. In der zweiten Hälfte wurde die Partie etwas ruppiger und damit zerfahrener. Die Borussia suchte vergeblich die Lücken im sicher stehenden Abwehrverbund des Liga-Neulings, nach rund einer Stunde trauten sich die Hausherren etwas konsequenter nach vorne. Echte Torchancen allerdings blieben hüben wie drüben zunächst Mangelware. In der Schlussphase scheiterten Werner und Halstenberg für RB, Schürrles Schuss streifte nur die Latte. Als schon beide Seiten an ein 0:0 dachten, bediente der eingewechselte Burke den eingewechselten Keita und der machte aus wenigen Metern den vielumjubelten 1:0-Siegtreffer.

Schalke verliert erhobenen Hauptes

Der 2. Bundesligaspieltag startete am Freitagabend mit der Partie Schalke gegen Bayern. Die Königsblauen hatten aus den vorangegangenen 14 Heimspielen an einem Freitag starke 40 von 42 möglichen Punkten geholt (13/1/0), bekamen es nun aber mit den "übermächtigen" Bayern zu tun, die 2016 noch kein Bundesliga-Spiel auf fremden Platz verloren hatten. S04-Trainer Markus Weinzierl schickte eine runderneuerte Elf aufs Feld. Die Neuzugänge Stambouli, Bentaleb und Konoplyanka begannen ebenso wie der nach Achillessehnenriss zurückgekehrte Nastasic. Die Schalker brauchten eine Weile, um sich zu finden und hatten zu Beginn klar das Nachsehen gegen gewohnt dominante Bayern. Doch dann wurden die Knappen frecher, mutiger und kauften dem FCB, bei dem Renato Sanches sein Pflichtspieldebüt gab, den Schneid ab.

FC Bayern München

Freude über das 2:0 auf Schalke: der FC Bayern München. imago

Über weite Strecken des Spiels machten die Königsblauen trotz weniger Ballbesitz den gefälligeren Eindruck und hatten zudem in einem chancenarmen Spiel die besseren Möglichkeiten: Huntelaar war das Glück jedoch nicht hold (38., 56.). Zum Ende hin setzte sich die größere Klasse der Münchner dann aber doch durch - und die Partie kippte: Nachdem Lewandowski zuerst noch eine hochklassige Chance liegen gelassen hatte (74.), machte es der Pole in der 81. Minute besser und veredelte einen feinen Pass von Javi Martinez zum 1:0. Die Schalker hatten danach keine Körner mehr im Köcher, kassierten durch Kimmich sogar noch das 0:2 (90.+2) und warten folglich weiterhin auf den ersten Sieg in der laufenden Saison. Trotzdem dürfte die Stimmung bei S04 ob der beachtlichen eigenen Leistung nicht im Keller sein, hat man doch gezeigt, dass man den Bayern über weite Strecken eines Spiels auf Augenhöhe begegnen kann.

drm/bst