Bierhoff sieht in dem Bayern-Keeper "optimale Besetzung"

Kapitän Neuer: Noch offensiver geht nicht

Manuel Neuer

Manuel Neuer gibt nun auch als etatmäßiger Kapitän die Richtung vor. Getty Images

"Es macht mich unheimlich stolz, Kapitän der deutschen Nationalmannschaft zu sein", bekräftige Manuel Neuer bei seinem ersten Auftritt als etatmäßiger Kapitän Deutschlands noch einmal. Neuer will in die Fußstapfen seiner Vorgänger Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger treten, große Änderungen kündigte er nicht an. "Ich denke, dass wir in den letzten Jahren in die richtige Richtung gegangen sind", sagte der 30-Jährige, "Wir haben einen starken Mannschaftsrat, es immer zusammen gehandhabt, dass wird auch in Zukunft so bleiben."

Das sieht auch Bierhoff so: "Wir hätten auch rotieren lassen können", gestand der Nationalelf-Manager zur Bedeutung des Kapitänamts ein. Allerdings schrieben die Statuten einen Spielführer vor, was auch positive Seiten habe. "Es ist gut, einen Ansprechpartner zu haben", sagte Bierhoff, für den Neuer dafür die "optimale Besetzung" darstellt: "Manuel ist integer, eine große Persönlichkeit und übernimmt gerne Verantwortung", lobte er. Allerdings betonte Bierhoff auch, dass in "wichtigen Themen" wie bisher der Mannschafsrat entscheide.

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Meine Form ist der direkte Zugang zur Mannschaft.

Manuel Neuer auf die Frage, ob er wie Oliver Kahn bei Krisen auch mal den Weg an die Öffentlichkeit suchen werde.

Änderungen an seinem Spiel wird Neuer als Kapitän nicht vornehmen. "Noch offensiver werde ich meine Rolle nicht angehen", sagte Neuer. Bedenken, dass er als Torhüter zu wenig Einfluss auf das Spiel, insbesondere auf den Schiedsrichter, nehmen kann, hat Neuer nicht. "Es steht auch dem Kapitän nicht immer zu, zum Schiedsrichter zu rennen und große Diskussionen zu führen", sagte er.

Boateng-Aussagen beeinflussten Entscheidung nicht

Diskussionen gab es im Vorfeld auch um Jerome Boateng. Der Bayern-Verteidiger brachte sich selbst als Nachfolger von Schweinsteiger ins Gespräch. "Die Aussage selbst freut uns, wenn einer von sich aus Verantwortung übernehmen, der Mannschaft vorstehen will", sagte Bierhoff. Die Tatsache, dass Boateng der erste farbige Spielführer des DFB gewesen wäre, habe die Entscheidungsfindung aber nicht beeinflusst: "Wir haben das nicht als Druck empfunden", sagte er: "Wir treffen unsere Entscheidung ja nicht unter Medienaspekten".

Neuer hat bereits Erfahrung mit Kapitänsbinde

Neuer feierte sein Länderspieldebüt am 2. Juni 2009 beim 7:2 gegen die Vereinigten Arabischen Emirate. So richtig Schwung nahm seine Karriere in der Nationalelf durch das Pech eines Kontrahenten auf: Als sich kurz vor der WM 2010 sein damaliger Konkurrent René Adler eine Rippenverletzung zuzog, rückte Neuer zum Stammtorhüter in Südafrika auf. Seitdem ist Neuer die unumstrittene Nummer eins im deutschen Tor, sportlich ist der dreimalige Welttorhüter über jeden Zweifel erhaben. 71-mal hat er bisher für Deutschland gespielt und auch als Kapitän hat der Weltmeister von 2014 bereits Erfahrung gesammelt: Denn bereits 13-mal trug er die Binde, zuletzt auch fünfmal bei der EM 2016 in Frankreich. Neuer ist der erste Torhüter seit Oliver Kahn (2000 bis 2006) der zum etatmäßigen Kapitän der deutschen Nationalelf berufen wurde.

jer

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