Torhüter trotz Gedächtnislücke zur Nationalelf

Leno: Klarer Blick trotz Blackout

Bernd Leno

Wirkungstreffer: Bernd Leno fehlen 35 Minuten. picture alliance

Die Analyse von Bernd Leno nach dem 1:2 in Gladbach bewies einen klaren Blick. "Wir sind nach dem 0:1 gut zurückgekommen und haben zum Schluss einen Fehler zu viel gemacht. Und am Ende ist Gladbach eine abgezockte Mannschaft, um das Spiel über die Runden zu bringen", erklärte Leverkusens Torwart, der bei mehreren Gladbacher Großchancen Bayer vor einem höheren Rückstand bewahrt hatte.

Beim Gladbacher Siegtreffer war er dann aber doch machtlos. Dass es dabei gleich drei Werkself-Akteure nicht geschafft hatten, Gladbachs Fabian Johnson wirkungsvoll zu stoppen, ärgerte den Nationalspieler. "Wenn drei hingehen, aber keiner richtig, passiert das einfach. Da war der Gladbacher der lachende Vierte", erklärte Leno, der die Tatsache, dass die Gastgeber wiederholt allein vor seinem Kasten auftauchten, nüchtern analysierte: "Es passiert, dass man Abstimmungsschwierigkeiten hat. Diesmal war es vielleicht das eine oder andere Mal zu viel. Trotzdem war unsere Leistung alles andere als schlecht."

Als Torwart musst du ein bisschen bekloppt und bereit sein, den Ball in die Fresse zu kriegen.

Bernd Leno

Dass Leno dies alles so eindeutig einordnen konnte, war in diesem Moment nicht selbstverständlich, war er doch bei Oscar Wendts harten Schuss, der ihn in der 21. Minute am Kopf traf, in der ersten Hälfte kurzzeitig K.o. gegangen. "Ich war kurz benommen. Ich kann mich wirklich nicht erinnern, was bis zur 35. Minute passiert ist", verriet Leno, der später nochmal per Kopf rettete. "Der Schuss war zum Glück nicht so hart. Ein zweiter K.o.-Schlag wäre zu viel gewesen", so der Torhüter, der bereits vor fünf Jahren in Gladbach und vergangene Saison im Pokalspiel in Lotte zu dieser Jahreszeit "auf die Bretter" musste.

Abschrecken kann ihn dies aber nicht. "Als Torwart musst du ein bisschen bekloppt und bereit sein, den Ball in die Fresse zu kriegen. Das habe ich gemacht. Und ich werde es auch wieder tun", erklärte er mit einem Lächeln.

Im übertragenen Sinne weh tun wird ihm der Kopftreffer übrigens nicht. Denn Leno kann genauso zu den anstehenden Länderspielen der deutschen Nationalelf reisen wie es Charles Aranguiz (Schienbeinkopfprellung) Richtung chilenisches Auswahlteam bereits am Sonntag tat.

Stephan von Nocks

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