1860 München zeigt Charakter und wächst zusammen

Zimmermann: "Noch nicht am Ende des Wegs"

Stefan Aigner und Jan Zimmermann

Jan Zimmermann (re.) herzt Torschütze und Geburtstagskind Stefan Aigner. imago

Dass eine Mannschaft, bei der fünf Neuzugänge von Beginn an auf dem Rasen und ein neuer Trainer an der Seitenlinie stehen, Anlaufschwierigkeiten haben kann, ist durchaus nachvollziehbar. So auch beim TSV 1860 München. Einer der Neuen, Keeper Jan Zimmermann, im Sommer von Ligakonkurrent Heidenheim an die Isar gewechselt, spielte beim Erstrundenmatch gegen Kaiserslautern eine entscheidende Rolle. Etliche Male rettete der 31-jährige Schlussmann seine Vorderleute vor dem Rückstand.

Zimmermann beeindruckt von seinen Vorderleuten

Dass sich sein Team gegen Karlsruhe so schwer tat, begründete der Keeper darin, dass "Karlsruhe eine Mannschaft mit Qualität ist, die schon jahrelang in der 2. Liga spielt". Genau deswegen sprach er seinen Kollegen ein "Riesen-Kompliment" aus, da letztlich die Mentalität, der unbändige Wille der Münchner, den Unterschied gemacht hatte. Während der KSC das Unentschieden über die Zeit bringen und sich in die Verlängerung retten wollte, "sind wir bei aller Vorsicht weiter aufs Gaspedal getreten. Wenn du mit einem 1:1 nicht zufrieden bist, sagt das schon viel aus."

Spielersteckbrief Matmour

Matmour Karim

Spielersteckbrief Zimmermann

Zimmermann Jan

Spielersteckbrief Aigner

Aigner Stefan

Auf Verlängerung hatte ich keinen Bock.

Löwen-Kapitän Stefan Aigner

Auch Ur-Löwe und Kapitän Stefan Aigner, der sich am vergangenen Samstag zu seinem 29. Geburtstag mit einem eigenen Treffer und einer Vorlage selbst beschenkte, fand, dass "wir Moral bewiesen und gezeigt haben, dass wir die bessere Mannschaft sind". Die Entstehung des Last-Minute-Treffers von Karim Matmour begründete er mit einem Augenzwinkern: "Auf Verlängerung hatte ich keinen Bock. Ich sehe dann, dass Karim in Position läuft. Ich wollte den Ball genau zwischen dem Torwart und dem Fünfer reinspielen. Das ist mir gelungen."

Das Löwen-Rudel wächst zusammen

Für Keeper Zimmermann ist so eine Art von Sieg die perfekte Maßnahme, als Mannschaft näher zusammenzurücken und eine Einheit zu formen: "Von Spiel zu Spiel merkt man, dass nicht nur das Spielerische, sondern auch das Zwischenmenschliche besser wird, wir lernen uns immer besser kennen", attestierte er sich und seiner Mannschaft eine gute Entwicklung. "Es spricht für die Charaktere, dass sie bereit sind, das anzunehmen und die Integration voranzutreiben."

kög/pak