DFB-Pokal

FCK-Kapitän Halfar: "Wie eine Schülermannschaft"

Abwehrprobleme beim Pokal-Aus sorgen für Frust in der Pfalz

Halfar: "Wie eine Schülermannschaft"

Daniel Halfar

Ist mit der Art und Weise der Niederlage nicht einverstanden: FCK-Kapitän Daniel Halfar. picture alliance

Am Ende blieb Tayfun Korkut nur der Galgenhumor: "Wir haben am Spektakel teilgenommen - aber nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben." Das Spektakel - 4:3 nach Verlängerung für den Halleschen FC, ein Eigentor, Offensivpower, teilweise haarsträubendes Defensivverhalten, ein Last-Minute-Treffer und der alles entscheidende Strafstoß durch HFC-Kapitän Klaus Gjasula sorgten für gute Stimmung beim Drittligisten, beim viermaligen deutschen Meister aus der Pfalz herrschte nach dem Erstrundenaus hingegen Tristesse und Frust.

FCK viel zu passiv, eklatante Abwehrfehler

Trotz einer 2:1-Führung zur Halbzeit agierten die FCK-Spieler laut Trainer Korkut "zu passiv, bringen so den Gegner wieder ins Spiel und geben ihm das Gefühl, dass noch etwas möglich ist". Die logische Folge war ein Doppelschlag durch Halles Hilal El-Helwe in den Minuten 54 und 58 - Spiel gedreht: 3:2 für den Drittligisten. Erst danach zeigte die Mannschaft eine Reaktion, als "sie sich dagegen gewehrt, dagegengestemmt hat". Mit dem Ausgleich in der vierten Minute der Nachspielzeit durch den Ex-Hallenser Osayamen Osawe hatte Kaiserslautern eigentlich das Momentum auf seiner Seite, aber ein katastrophaler Fehler von Philipp Mwene zwang Keeper André Weiß zu einem elfmeterwürdigen Foul. Den fälligen Strafstoß verwandelte Gjasula - das Hallenser Märchen war geschrieben.

Spielersteckbrief Halfar

Halfar Daniel

Spielersteckbrief Gjasula

Gjasula Klaus

Spielersteckbrief Mwene

Mwene Phillipp

Spielersteckbrief Aliji

Aliji Naser

Spielersteckbrief Vucur

Vucur Stipe

Spielersteckbrief Osawe

Osawe Osayamen

Es bedarf Verstärkungen in der Defensive

"Wie wir die Gegentore kriegen - da stellen wir uns teilweise an, wie eine Schülermannschaft", schimpfte Lauterns Kapitän Daniel Halfar nach dem Abpfiff. "Das sind Dinge, die dürfen nicht passieren und dann weiß jeder, wie es funktioniert: Da machst du den Gegner stark und rennst den Toren hinterher." Auch für Sportdirektor Uwe Stöver ist die Abwehrschwäche "kein neues Thema. Es ist klar, dass wir uns in einigen Dingen verbessern müssen". Neun Gegentore aus den letzten drei Pflichtspielen sprechen eine deutliche Sprache. Nach einem neuen Innen- und Außenverteidiger wird fieberhaft gefahndet. Die aktuelle Besetzung in der Defensive mit Naser Aliji, Mwene, sowie den Innenverteidigern Patrick Ziegler, Tim Heubach und Stipe Vucur fiel in den letzten Wochen allesamt durch Patzer und Unsicherheiten auf.

Feiernde Hallenser

Der Hallesche FC jubelt über den Einzug in die zweite Runde des DFB-Pokals. picture alliance

Nach dem Ausscheiden im Pokal ist allerdings eine sehr lukrative Verdienstquelle weggefallen. Auf dem Betzenberg hat man in den letzten Jahren gutes Geld mit diesem Wettbewerb verdienen können: 2014 war erst im Halbfinale gegen den FC Bayern Schluss (1:5), 2015 scheiterte man an Bayer Leverkusen im Achtelfinale (0:2 n.V.), vergangenes Jahr kamen die Roten Teufel immerhin noch in die zweite Runde. Nun muss Stöver jeden Cent für eine potenzielle Verstärkung doppelt umdrehen: "Erfolge im Pokal sind gutes und schnell verdientes Geld. Diese Möglichkeit haben wir uns leider genommen, das ist sehr ärgerlich."

Bis zum 31. August hat man noch Zeit, diesen Negativtrend in der Defensive "durch neue Spieler zu durchbrechen", stellte Stöver klar. Es bleibt für die Verantwortlichen nur die Hoffnung, dass diese Verstärkungen dann auch einschlagen.

kög/cs