Regensburg und das Pokal-Highlight Hertha

Herrlich zwischen einem und 110 Prozent

Heiko Herrlich, Jahn Regensburg

Will es der Hertha so lange wie möglich schwer machen: Jahn-Trainer Heiko Herrlich. imago

Gefragter Gesprächspartner vor dem Pokalspiel am Sonntag (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) war Regensburgs Marvin Knoll. Geboren in Berlin, spielte der heute 25-Jährige von 2004 bis 2011 sowie in der Saison 2012/13 für die Hertha. Der DFB-Pokal macht nun ein Wiedersehen möglich. "Ein paar Kumpels haben mir schon geschrieben, dass sie sich freuen auf das Spiel und dass sie es verfolgen werden. Viele wären gerne gekommen, müssen aber leider arbeiten", erzählt Knoll. Natürlich sei es ein besonderes Spiel für ihn. Besonders nervös sei er jedoch nicht. "So wie vor jedem anderen Spiel", versichert der 25-Jährige auf der Vereinswebsite.

Auch die Vorbereitung auf das Pokal-Highlight laufe ab wie vor jedem anderen Spiel. Dennoch verrät Kolja Pusch: "Wenn man das Training sieht, da war richtig Feuer drin, auch ein paar Raufereien. Das gehört einfach dazu, das ist Trainingsalltag." Pusch übte nach der Einheit am Donnerstag zusammen mit Erik Thommy, der nach seinem Handgelenkbruch mit einer Schiene zurückkehrte und eine Option für Sonntag ist, zusätzlich Standards. "Wir haben uns nichts ausgedacht, sondern nur unsere Abläufe geübt, um Gefühl reinzubekommen", sagt Pusch und ergänzt: "Ich würde mich riesig freuen, wenn Erik und ich der Mannschaft dadurch helfen und uns näher an einen Sieg heranbringen können."

Spielersteckbrief Knoll

Knoll Marvin

Spielersteckbrief Pusch

Pusch Kolja

Spielersteckbrief Hein

Hein Oliver

Spielersteckbrief Thommy

Thommy Erik

Wir haben die ersten vier Spiele gezeigt, was wir in der Lage sind zu leisten.

Oliver Hein

Vorschau

In die Serie der aktuellen Erfolge würde eine Überraschung des Jahn in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen die Hauptstädter jedenfalls gut passen. Nach dem Aufstieg in die 3. Liga startete Regensburg dort sofort durch und steht unverhofft an der Tabellenspitze. "Für uns ist das ein Bonusspiel", meint Oliver Hein. "Wir haben die ersten vier Spiele gezeigt, was wir in der Lage sind zu leisten. Wir wollen uns auf dieser Basis weiterentwickeln und einfach den nächsten Schritt gehen. Da ist es natürlich nicht schlecht, wenn man sich mal gegen einen stärkeren Gegner präsentieren kann."

Für Trainer Heiko Herrlich, der die Pokalpartie als "absolutes Highlight" darstellt, ist der exzellente Start kein Grund für Übermut oder Selbstzufriedenheit. "Das wäre das Falscheste, was wir tun können", mahnt der Ex-Profi. "Wir wollen versuchen, es der Hertha so lange wie möglich schwer zu machen. Dafür müssen wir gut verteidigen, aber auch den ein oder anderen offensiven Nadelstich setzen", sagt der 44-Jährige. "Es ist ein Spiel David gegen Goliath, in dem unsere Chance bei einem Prozent liegt. Es wäre nur dann etwas möglich, wenn wir 110 Prozent leisten und die Hertha gleichzeitig einen ganz schlechten Tag erwischt", erklärt Herrlich bescheiden.

cfl/dpa