Primera-División-Vorschau, Teil 2: FC Barcelona

Barças Suchprofil: Anfang 20, erfahren, geduldig

André Gomes, Lucas Digne und Samuel Umtiti (v.l.)

Wer beißt sich durch? André Gomes, Lucas Digne und Samuel Umtiti (v.l.) sind die neuen Gesichter beim FC Barcelona.

Wer kam und wer ging:

Offensiv bleibt Barcelona in Sachen Glamourfaktor, technischer Raffinesse und Spektakel das Maß aller Dinge - Stichwort "MSN". Auch die Perspektivspieler wie Munir, Sergi Roberto und Rafinha blieben in Katalonien. Mit Europameister André Gomes (23, kam für 35 Millionen Euro plus Bonuszahlungen von Valencia) sowie Allrounder und Rückkehrer Denis Suarez (22, Villarreal/3,5 Mio.) gewann Barça weitere Alternativen hinzu.

Auch die Neuzugänge in Sachen Defensive befinden sich in der gleichen Altersklasse. Innenverteidiger Samuel Umtiti (22, Lyon/25 Mio.) bewies seine Tauglichkeit unter anderem beim EM-Halbfinale gegen Deutschland (kicker-Note 3), der französische Linksverteidiger Lucas Digne (23, PSG/16,5 Mio.) soll Jordi Alba Beine machen.

Womit wir bei den (überschaubaren) Abgängen wären. Ein wenig Bauchschmerzen dürfte eigentlich nur der Abschied von Dani Alves bereiten, der nach acht Jahren im Barcelona-Trikot zu Juventus Turin wechselte - wobei der Brasilianer allerdings mit 33 Jahren auch kein Jungbrunnen mehr ist, zudem nicht mehr durchweg überzeugen konnte. Sandro Ramirez (Malaga), Marc Bartra (Dortmund), Alen Halilovic (Hamburger SV, zuvor an Gijon ausgeliehen), Adriano (Besiktas), Alexandre Song (Rubin Kasan) und Martin Montoya (FC Valencia) schafften es allesamt nicht, sich im Starensemble durchzusetzen. Claudio Bravo steht zudem vor dem Absprung, Valencias Diego Alves könnte laut spanischen Medienberichten sein Ersatzmann werden . Nutznießer des Wechsels könnte Nationalkeeper Marc-André ter Stegen sein.

Auf dem Papier haben wir den besten Barça-Kader der letzten Jahre.

Luis Enrique

Und was sagt Luis Enrique zur katalanischen Wechselbörse? Man habe "brillante Sommertransfers" getätigt, so der Trainer der Katalanen. "Es sind junge Spieler mit einer Top-Qualität und Erfahrung." Weitere Neuzugänge sind dennoch nicht ausgeschlossen. "Wenn wir jemanden finden, der die Mannschaft besser macht, dann gut. Wenn nicht, dann sind wir mit diesem Kader zufrieden."

Was erwartet wird:

Das Übliche. Titel holen, das Publikum verzücken - und natürlich Real Madrid ärgern. 2015 gewannen die Katalanen fünf von sechs möglichen Titeln, darunter Meisterschaft, Pokal und Champions League. Im vergangenen Jahr sprang das Double aus Meisterschaft und Pokal heraus. Für die Fans der Blaugrana wäre es ein gefundenes Fressen, dem Erzfeind aus der Hauptstadt wieder die Meisterehren zu verweigern , um weiter aufholen zu können. In Sachen Meistertiteln steht es 24:32 - gegen Barça.

Tatsächlich wirkt Barcelona in dieser Konstellation bestens gerüstet. Die "Twens" von Munir bis Umtiti werden hinter den arrivierten Akteuren den Konkurrenzkampf beleben, müssen allerdings geduldig auf ihre Chance warten. "Auf dem Papier", sagt Enrique, "haben wir den besten Barça-Kader der letzten Jahre." Zum Auftakt gegen Betis wird sich der eine oder andere gleich beweisen dürfen. Mit Javier Mascherano, Jeremy Mathieu und Andres Iniesta fallen gleich drei potenzielle Stammkräfte aus. Bei der Generalprobe im Supercopa-Rückspiel gegen Sevilla (3:0) spielten übrigens alle vier Neuzugänge von Beginn an.

Wo es haken könnte:

Am Verhältnis Superstar zu Startrainer zum Beispiel: Ob Lionel Messi in Bekanntenkreisen Luis Enrique tatsächlich als "schlechtesten Trainer, den ich je hatte" bezeichnet hat, wird wohl nicht zu klären sein. Dass das Verhältnis jedoch unterkühlt ist und sich eher auf professionellem Niveau befindet, stellt kaum einer in Frage. Ein Kleinkrieg zwischen den Charakterköpfen könnte durchaus sportliche Auswirkungen haben. Zudem präsentierte sich die Abwehr in der Vorbereitung nicht immer sattelfest. In keinem der vier Vorbereitungsspiele blieb Barcelonas Kasten sauber, Tiefpunkt war das 0:4 gegen den FC Liverpool. "In der Offensive haben wir gut getroffen, hinten standen wir aber nicht besonders gut", räumte generell auch Enrique in Bezug auf die Vorbereitungsspiele ein.

Kommen sie weiterhin miteinander klar? Lionel Messi und Luis Enrique.

Kommen sie weiterhin miteinander klar? Lionel Messi und Luis Enrique. imago

Was sonst noch los ist:

Altstar Rivaldo behauptet, Messi sei besser als Neymar +++ Ab dieser Saison spielt Barça auf einem Hybridrasen - ein erster Vorgriff auf den Stadionumbau 2017 +++ Apropos Stadion: Da Barcelona einen Deal mit Konami ausgehandelt hat, können Zocker nur noch bei PES 2017 in der altehrwürdigen Camp Nou spielen, in FIFA 17 wird das Stadion nicht zur Verfügung stehen +++ Laut eigener Aussage schafft es Jordi Alba, "nachts zwölf bis 13 Stunden zu schlafen. Und danach auch noch mal zwei bis vier Stunden. Das ist einer der Schlüssel für meine Stärke." +++ Gerade einmal 1.61 Euro bekommt man für einen Euro Wetteinsatz, sollten die Katalanen den Meistertitel holen.

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