Schäfer fordert defensive Disziplin

Nürnberger Stotterstart - Brecko: "Zu wenig"

Club-Kapitän Brecko (r.)

Unzufrieden schlichen Club-Kapitän Miso Brecko (r.) und Kollegen nach dem Remis gegen Heidenheim vom Platz. imago

Das Anspruchsdenken beim FCN ist generell sehr hoch. Und gewachsen, nachdem das Team in der vergangenen Saison auf Relegationsplatz drei gelandet war und den Sprung ins Oberhaus gegen Eintracht Frankfurt zwar verdientmaßen, aber dennoch knapp verpasst hatte. Daraus abzuleiten, dass die Schützlinge auch unter dem neuen Coach Alois Schwartz automatisch erneut zum Kreis der Aufstiegsaspiranten gehören würden, könnte angesichts der Abgänge wichtiger Bausteine wie die des besten Torjägers, Niclas Füllkrug (14 Treffer/6 Assists), sowie wichtiger Zulieferer wie Joker Danny Blum (4/8) und Techniker Sebastian Kerk (4/4) zu optimistisch sein.

Bornemann hält den Ball flach

"Wir haben immer gebetsmühlenartig gesagt, dass diese Liga extrem ausgeglichen und deswegen sehr kompliziert ist. Deswegen sind wir jetzt zwar nicht zufrieden, aber auch nicht völlig enttäuscht", so Bornemann. Die Hoffnung, dass der Club ähnlich wie in der vergangenen Spielzeit - da standen nach vier Spielen vier Zähler zu Buche - nach einem Stotterstart in die Spur findet und im oberen Drittel mitspielt, schwingt bei seinen Worten dennoch mit.

Spielersteckbrief Brecko

Brecko Miso

Trainersteckbrief Schwartz

Schwartz Alois

Dazu muss sich die Mannschaft aber finden. Neben verloren gegangener Qualität spielen die Franken ein etwas anderes System, statt der in der vergangenen Spielzeit praktizierten Doppel-Sechs hat Schwartz mit Youngster Lukas Mühl auf einen Abräumer vor der Abwehr umgestellt. Zudem findet sich Linksfuß Tim Leibold am ungewohnten rechten Flügel wieder, mit Guido Burgstaller ist ein weiterer Leistungsträger der vergangenen Spielzeit noch auf Formsuche, und mit Neuzugang Enis Alushi braucht ein Hoffnungsträger noch Zeit zur Integration.

Uns hat es ausgezeichnet, dass wir alles daran setzten, nichts zuzulassen. Dorthin müssen wir schleunigst wieder kommen.

Raphael Schäfer

Dass Schwartz, im unruhigen Umfeld des Vereins bereits angezählt, seinen Schützlingen die gegen Heidenheim nur phasenweise gezeigte Bereitschaft zur Leidenschaft, Wucht und Kampfstärke - wichtige Werte in der abgelaufenen Saison - vermitteln muss, ist dem neuen Trainer nicht verborgen geblieben: "Wir haben zu unentschlossen die Zweikämpfe gesucht und sie dann entsprechend zu wenig gefunden." Torwart-Routinier Raphael Schäfer bringt es auf den Punkt: "Uns hat es ausgezeichnet, dass wir alles daran setzten, nichts zuzulassen. Dorthin müssen wir bei nahezu gleichem Personal und gleicher Spielidee schleunigst wieder kommen", fordert der 37-Jährige mahnend.

Damit beginnen können die Nürnberger im Pokal bei Regionalligist Viktoria Köln (Samstag, 15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de), ehe in der Liga in der Woche darauf am Sonntag der schwere Gang zur formstarken Eintracht aus Braunschweig ansteht.

Chris Biechele/jch