Würzburgs Joker trumpft gegen Kaiserslautern auf

Körperlich zu schwach? Weihrauchs Antwort

Die Szene vor dem Würzburger Ausgleich gegen Lautern: Patrick Weihrauch holt den Strafstoß heraus.

Die Szene vor dem Würzburger Ausgleich gegen Lautern: Patrick Weihrauch holt den Strafstoß heraus. imago

Auch Patrick Weihrauch blieb die Zusatzschicht nicht erspart. Bernd Hollerbach hatte es ja angeordnet. Also Trikot raus, ins rote Trainingsshirt rein - und los. Nach dem 1:1 gegen Kaiserslautern schickte Würzburgs Coach die Seinen zum gemächlichen Auslaufen. Bahn um Bahn. Runde für Runde. Die Gästespieler aus der Pfalz hatten längst geduscht, die Kickers liefen noch immer. Als Weihrauch später vor die Journalisten trat, sagte er: "Fürs Erste war es ganz okay." Eine ziemliche Untertreibung. Weihrauch hatte durchaus eine Leistung vollbracht: Er hatte die von Hollerbach wohl erhoffte Reaktion gezeigt.

Es war beinahe Halbzeit in der Flyeralarm-Arena am Dallenberg. Hollerbach hatte Anastasios Lagos bereits nach gut einer halben Stunde ausgewechselt - "aus taktischen Gründen", wie der Coach später erklärte. Nach dem 0:1 wollte er offensiver spielen lassen, überdies wirkte der Grieche nach einer Meniskusverletzung noch nicht fit. Also wechselte er Weihrauch ein. Und nun erlief dieser Weihrauch einen zu kurz geratenen Rückpass von FCK-Verteidiger Stipe Vucur, umkurvte Torwart André Weis - und wurde von Christoph Moritz gefoult: Elfmeter, Richard Weil trat an, 1:1.

Er hat seine Sache gut gemacht.

Würzburgs Trainer Bernd Hollerbach über Patrick Weihrauch

"Er muss noch lernen, sich körperlich durchzusetzen", hatte Hollerbach nach dem Auftaktspiel in Braunschweig geunkt, bei dem es Weihrauch nicht einmal in den Kader geschafft hatte. Nun hatte der 22-jährige Zugang vom FC Bayern II einen Schritt in die richtige Richtung getan. Zumindest in dieser Szene. Er hielt im Duell mit Moritz dagegen und war nur mit unlauteren Mitteln am eigenen Torerfolg zu hindern.

Hollerbachs Sonderlob für Weihrauch

"Der Ausgleichstreffer kurz vor der Halbzeitpause war sehr wichtig", sagte später Würzburgs Torwart Robert Wulnikowski, "danach sind wir gestärkt aus der Kabine gekommen." In den ersten 45 Minuten hatten die Kickers vor 12.087 Zuschauern fahrig und nervös gewirkt, in der zweiten Halbzeit waren sie Kaiserslautern überlegen.

Weihrauch hatte gar das Siegtor auf dem Fuß, verzog jedoch knapp (70.). Trotzdem hatte Hollerbach noch ein Sonderlob für ihn parat. "Er hat seine Sache gut gemacht", sagte er nüchtern.

lei