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Iborra über Werte: "Die werden niemals gehen"

Rührende Geste für verletzten Neu-Schalker Coke

Iborra über Werte: "Die werden niemals gehen"

"Wir sind nicht hier, um zu sehen, was passiert": Sevillas Kapitän Iborra will am Dienstag jubeln.

"Wir sind nicht hier, um zu sehen, was passiert": Sevillas Kapitän Iborra will am Dienstag jubeln. picture alliance

Das Europa-League-Finale gegen den von Jürgen Klopp trainierten FC Liverpool ist schon eine Weile her, die Erinnerungen ans furiose 3:1 von Basel sind in Andalusien aber noch nicht verblasst . Großen Anteil am dritten Europa-League-Titel hintereinander hatte Doppeltorschütze Coke (kicker-Note 1), der mittlerweile zum FC Schalke 04 abgewandert ist .

Dass der 29-Jährige mittlerweile nicht mehr in Südspanien aufschlägt, ändert nichts an der Tatsache, dass die Europa-League-Experten noch immer an ihn denken. Nach seiner schweren Verletzung haben sich die alten Kollegen etwas Rührendes einfallen lassen: Vor dem Supercup-Endspiel versammelte sich die Mannschaft im Stadion und hielt ein Plakat mit den Worten "Du hast uns nach Trondheim gebracht. Deine Stärke wird uns helfen, hier zu gewinnen. Gute Besserung, Coke" hoch.

Anschließend ging der Fokus aber Richtung Finale. "Hoffentlich können wir ein gutes Spiel abliefern, auf Augenhöhe und ohne eine Demütigung von Real zu fürchten", gab Coach Sampaoli vor seinem Pflichtspieldebüt die Marschroute vor. Das Ziel sei nicht nur die Trophäe: "Wenn man ein solches Spiel bestreitet, ist es gut, es auch zu gewinnen. Das Wichtige ist aber eigentlich die Art und Weise."

Vitolo: "Uns allen gefällt der Stil, den er spielen lässt"

Der große Umbruch, den die Andalusier im Sommer zu meistern hatten , macht die Aufgabe nicht gerade leichter. "Die Neuzugänge und auch der neue Stil werden bestimmte Zeit brauchen", gestand Sampaoli ein. Die Spieler folgen ihm dabei bereits, das unterstrich die Aussage von Offensivmann Vitolo: "Uns allen gefällt der Stil, den er spielen lässt."

Soll Sevillas Erfolgsgeschichte weiterschreiben: Jorge Sampaoli.

Soll Sevillas Erfolgsgeschichte weiterschreiben: Jorge Sampaoli. picture alliance

Worauf Sampaoli dabei besonders Wert legt? "Ich versuche einen Stil zu implementieren, der es uns erlaubt, gegen die Dominanz des Gegners zu rebellieren. Auf diesem Weg befinden wir uns aktuell." Und auf diesem kreuzt nun das große Real Madrid den Weg der Südspanier: "Sie haben einen fantastischen Kader, der die Ausfälle auf jeden Fall auffangen wird", sieht Sampaoli trotz des Fehlens von Namen wie Cristiano Ronaldo, Gareth Bale und Toni Kroos eine schwere Aufgabe kommen.

Ziel: Tiflis nicht wiederholen

Zumindest das Gefühl beim UEFA-Supercup dabei zu sein, ist für Sevilla nicht neu. Im vergangenen Sommer verpassten die Andalusier in Tiflis bei einem rasanten Vergleich mit dem FC Barcelona (4:5 n.V.) nur knapp den großen Wurf. Das Schöne daran: "Der Fußball gibt dir immer wieder die Chance, Revanche zu nehmen", gab Vitolo zu. Den Druck hätten ohnehin die Königlichen. "Für uns sind sie der Favorit. Real ist eigentlich immer der Favorit", gefällt dem neuen Sevilla-Kapitän Iborra ("eine schöne Verantwortung") die Underdog-Rolle. "Nichtsdestotrotz sind wir aber nicht hier, um zu sehen, was passiert. Wir sind hier, um zu gewinnen", so Iborra.

Es ist die Philosophie des Klubs. Wir haben uns über die Jahre daran gewöhnt.

Iborra stören die vielen Abgänge nicht

Der Plan sei es, "hohe Intensität" einzubringen und die Real-Stars "nicht atmen zu lassen". Ob die vielen Abgänge im Sommer einen Titelgewinn nicht zusätzlich erschweren würden, fragte ein Journalist. Iborra antwortete unbeeindruckt: "Es ist die Philosophie des Klubs. Wir haben uns über die Jahre daran gewöhnt." Anders als das schnelllebige Fußballgeschäft sei aber die Identität des Klubs fest zementiert. "Wir kennen den Klub, den wir repräsentieren, und dessen Werte. Die werden niemals gehen." Schon gar nicht vor einem großen Finale gegen Real Madrid.

msc