Nürnberg gibt Sieg in Dresden noch aus der Hand

Leibold angefressen: "Viel zu wenig investiert"

Folgenschwer: Dynamos Florian Ballas (r.) trifft Nürnbergs Tim Leibold - Elfmeter.

Folgenschwer: Dynamos Florian Ballas (r.) trifft Nürnbergs Tim Leibold - Elfmeter. imago

In der Anfangsphase drückte Aufsteiger Dresden aufs Tempo und kam zu richtig guten Torgelegenheiten, einzig in der Auswertung der Chancen präsentierte sich Dynamo noch drittklassig. Die Nürnberger brauchten etwas, um in die Partie zu finden. Rückkehrer Jakub Sylvestr traf zwar nur das Außennetz (8.), doch der Club kam nun stärker auf. "Ich finde, dass wir gut reingekommen sind und es gut gemacht haben. Bis auf den Lattenkopfball haben wir Dynamo weit vom Tor weggehalten", konstatierte Coach Alois Schwartz hinterher.

Dann kam die 44. Minute: Leibold wurde von Dynamo-Innenverteidiger Florian Ballas getroffen - Elfmeter. Wortführer Guido Burgstaller legte sich die Kugel zurecht und besorgte das erste Tor der neuen Saison für den FCN. "Die Führung kurz vor der Pause war der Lohn für unsere Arbeit", befand Schwartz.

Spielersteckbrief Sylvestr

Sylvestr Jakub

Spielersteckbrief Burgstaller

Burgstaller Guido

Spielersteckbrief Leibold

Leibold Tim

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3

Schwartz: "...desto mehr ging es hoch und runter"

Nach dem Seitenwechsel kam dann Dresden immer stärker auf, auch weil sich der Club immer weiter in die eigene Hälfte zurückdrängen ließ und kaum mehr etwas für die Offensive tat. "In der zweiten Halbzeit war das Spiel ein bisschen offener. Je länger es dauerte, desto mehr ging es hoch und runter. Dresden hat es bis zum Schluss versucht und sich am Ende noch belohnt", analysierte Schwartz. Im Nachgang gab aber auch er zu: "So ein spätes Gegentor ist natürlich bitter. Wir hätten vorher ein zweites Tor machen können, dann hätten wir Ruhe gehabt."

Wir haben nur noch verteidigt und viel zu unkonzentriert nach vorne gespielt.

Tim Leibold über das Verhalten der Nürnberger nach der Pause

In die gleiche Kerbe schlug auch Flügelspieler Leibold, der sich auf seiner linken Seite sichtlich mühte. "Wenn man die Schlussphase sieht, ist der Punkt für Dynamo wohl verdient", haderte der Ex-Stuttgarter. Seine treffende Ursachenforschung: "Ich denke, wir haben in der zweiten Halbzeit viel zu wenig investiert. Wir haben nur noch verteidigt und viel zu unkonzentriert nach vorne gespielt und haben uns immer mehr hinten reindrängen lassen. Das späte 1:1 ist natürlich ärgerlich, aber insgesamt ist der Punkt für Dynamo hochverdient." Wie angefressen die Club-Spieler waren, zeigten die Szenen nach Schlusspfiff. Torschütze Burgstaller schrie seinen Frust raus, Leibold und Kapitän Miso Brecko feuerten ihre Trinkflaschen wütend auf den Rasen.

Behrens: "Machst du das zweite Tor, nimmst du die drei Punkte mit"

Haute sich voll rein, war vor dem Tor aber glücklos: Club-Angreifer Jakub Sylvestr.

Haute sich voll rein, war vor dem Tor aber glücklos: Club-Angreifer Jakub Sylvestr. imago

Speziell die Chancenverwertung schmeckte Leibold nicht, Sylvestr beispielsweise vergab gleich zweimal aus guter Position (46., 77.). "Wir hätten vorher den Sack zumachen müssen. Hinten standen wir eigentlich ganz sicher. Nach vorne müssen wir uns aber steigern. Daran gilt es in den nächsten Wochen zu arbeiten", gab Leibold die Richtung vor.

Nach Erklärungen suchte auch Hanno Behrens. "Zum Schluss fehlte bei uns oft der letzte Pass, die letzte Präzision. Machst du das zweite Tor, nimmst du die drei Punkte mit", gab der ehemalige Darmstädter zu: "Dennoch sind wir gut gestanden, natürlich waren die langen Bälle schwer zu verteidigen. Am Ende können wir mit dem Punkt leben. Aber wir wissen, woran wir arbeiten müssen." Zeit bleibt nur bis Freitag (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de), dann gastiert der 1. FC Heidenheim in Nürnberg.

msc