Ex-Leverkusener freut sich auf das Wiedersehen mit Lars Bender

Südkorea strebt eine Medaille an - Son: "Nicht einfach"

Heung-Min Son und kicker-Redakteur Michael Pfeifer

Trafen sich vor dem Spiel Deutschland gegen Südkorea zum Interview: Heung-Min Son und kicker-Redakteur Michael Pfeifer (r.). kicker

Aus Salvador de Bahia berichtet Michael Pfeifer

Direkt aus Australien und nach einer 30-Stunden-Reise flog Heung-Min Son als letzter Spieler der südkoreanischen Olympiaauswahl im brasilianischen Salvador ein. Down Under hatte sich der frühere Leverkusener, der im vergangenen Sommer für 30 Millionen Euro zu Tottenham Hotspur nach England gewechselt war, mit dem Premier-League-Klub auf die neue Saison vorbereitet.

So lange wie möglich mit dem Verein trainieren, darauf hatte Tottenham bestanden vor der Einwilligung der Abstellung Sons für Olympia. "Meine Teamkollegen sind dagegen schon zwei Wochen länger zusammen und haben sich auf das Turnier vorbereitet", erklärt der 24-Jährige, der als Topstar der Asiaten helfen soll, nach der vor vier Jahren in London gewonnenen Bronzemedaille nun auch in Brasilien erneut um Edelmetall zu spielen.

Son könnte den Saisonstart in England verpassen

"Aber das wird nicht einfach", ist sich Son bewusst, sieht es dabei als Vorteil, zunächst an diesem Donnerstag gegen den Außenseiter Fidschi einsteigen zu können. Eine willkommene Generalprobe vor dem Duell mit Deutschland am Sonntag - die bestens klappte. In der deutschen Gruppe C, in der sich Hrubeschs Olympia-Auswahl gegen den Titelverteidiger Mexiko mit einem 2:2 achtbar aus der Affäre zog, überrollten die Südkoreaner die Mannschaft aus Fidschi mit 8:0. Son traf zum zwischenzeitlichen 5:0 per Elfmeter (72.), am torhungrigsten zeigte sich der Leverkusener Seung-Woo Ryu, der dreimal traf (32., 63., 90.).

Unbedingt hatte Son Olympia spielen wollen. Längst A-Nationalspieler und 2014 sogar Fußballer des Jahres seines Landes "wollte ich mir diese Chance nicht entgehen lassen, das ist ein großes Turnier, und hier kann ich wichtige Erfahrungen sammeln". Dafür nimmt Son, der einen der drei erlaubten Plätze älterer Spieler einnimmt, auch in Kauf, den Saisonstart in England zu verpassen.

Ich habe noch sehr engen Kontakt zu Karim Bellarabi.

Heung-Min Son

Nach wie vor verfolgt Son die Bundesliga mit hoher Aufmerksamkeit. Acht Jahre hatte das noch als Jugendlicher seinerzeit nach Hamburg gekommene Talent insgesamt in seiner zweiten Heimat verbracht. "Ich habe noch sehr engen Kontakt zu Karim Bellarabi", verrät Son, "hin und wieder auch noch mit Julian Brandt." Auch auf das Wiedersehen mit Lars Bender freut er sich. "Wenn beide Benders dabei sind, muss Deutschland eine starke Mannschaft haben." Dennoch hat auch Son die Probleme um die Abstellungen der deutschen Kandidaten verfolgt. Dass die DFB-Auswahl sich allerdings erst vergangenen Donnerstag traf und ohne ein einziges Testspiel ins Turnier geht, überrascht ihn dann doch. "Dennoch sind die deutschen Spieler alle sehr gut ausgebildet, viele spielen auch schon international, das wird ein schweres Spiel", ist sich Son sicher.

"Wir müssen auf uns schauen"

Noch immer schwärmt Son von den Verhältnissen in Deutschland, nicht nur von der Infrastruktur im Fußball. "In England ist manches besser, aber auch einiges einfach anders", versichert Son, der nun seine dritte Sprache lernt, englisch aber noch nicht so sicher beherrscht. Am liebsten würde er gemeinsam mit dem deutschen Team ins Viertelfinale einziehen, "aber erst mal müssen wir auf uns schauen, um in dieser schwierigen Gruppe weiterzukommen". Um am Ende die ersehnte Medaille zu gewinnen.

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